Octopus Energy investiert 200 Millionen Pfund (rund 232,5 Millionen Euro) in die Technik des Londoner Unternehmens Deep Green zur Wärmerückgewinnung in Rechenzentren. Die Abwärme soll Schwimmbädern und Fernwärmenetzen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Investition soll den Rollout der zukunftsweisender Technologie in Großbritannien unterstützen.
Das Bad des Exmouth Leisure Centre in Devon wird mit Abwärme aus einer Rechenzentrumsanlage von Deep Green versorgt. Der Hersteller bekommt nun eine ordentliche Finanzspritze.
(Bild: Exmouth Leisure Centre)
Rechenzentren erzeugen eine Menge Abwärme. Dank des Geschäftsmodells von Deep Green soll diese Wärme nicht verschwendet, sondern für die kostenlose Wärmeversorgung Energie-intensiver Einrichtungen wie Bäder oder für Fernwärmenetze genutzt werden. Dafür gibt es bereits Beispiele: So konnte ein Bad des Exmouth Leisure Centre in Devon seine Heizkosten um über 60 Prozent senken.
Im Gegenzug erhält Deep Green kostenlose Kühlung, die dem Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber herkömmlichen Rechenzentren verschafft. Dadurch kann Deep Green seinen Partnern günstigere und Energie-effiziente Rechenleistung anbieten.
Die Kundschaft von Deep Green nutzt diese für eine Reihe von Anwendungen wie KI, Maschinelles Lernen, Video-Rendering und Cloud-Anwendungen. Zu den aktuellen Kunden gehört die York University. Außerdem hat das Unternehmen Partnerschaften mit den IT-Dienstleistern Civo und Alces Flight geschlossen, die ihren Nutzerern Serverleistungen anbieten.
Über Deep Green
Deep Green wurde 2016 von Mark Bjornsgaard, einem Unternehmer mit Interesse an Technologie und Energie, gegründet. Die Immersion-Cooling-Technik von Deep Green nutzt die Wärme aus den eigenen Edge-Rechenzentren vor Ort, um 'kostenlose' Wärme für eine Reihe von Organisationen bereitzustellen, darunter öffentliche Schwimmbäder und Fernwärmenetze. Die Dekarbonisierung der kommerziellen und häuslichen Wärmeversorgung ist laut Deep Green eine der dringendsten klimapolitischen Notwendigkeiten.
Deep-Green-Technik lässt sich vor Ort installieren und benötigen keine zusätzlichen Netzausbau- oder Baugenehmigungen, weshalb sie innerhalb weniger Wochen in Betrieb genommen werden kann. Es handelt sich um kleine Edge-Rechenzentren, die ihre überschüssige Wärme zur Beheizung von Freizeitzentren und öffentlichen Schwimmbädern ableiten können.
Deep Green selbst bezeichnet die Immersionskühlungseinheiten als „digitale Boiler“. Die Server werden in spezielle Kühlwannen getaucht, die mit Hilfe von Öl die Wärme von den Rechnern ableiten. Das Öl fließt durch einen Wärmetauscher, der die Wärme entzieht und zur Beheizung der Gebäude und Pools verwendet.
„Mit der Installation eines Deep-Green-Technik spart ein durchschnittliches öffentliches 25-Meter-Schwimmbad fast 7000 Pfund (8138 Euro) pro Monat an Energiekosten und trägt so dazu bei, dass diese wichtige Gemeinschaftseinrichtung geöffnet bleibt“, steht auf der Website des Anbieters.
(Bild: Deep Clean)
Die Investition erfolgt über den Octopus Energy Transition Fund (OETF) von Octopus Energy Generation und den von Octopus Energy Generation (siehe: Kasten) verwalteten Sky (ORI SCSp) Fonds. OETF wurde 2023 ins Leben gerufen, um Unternehmen in schnell wachsenden Sektoren zu unterstützen, die die Gesellschaft dekarbonisieren, von der Heizung über Energiespeicher bis hin zu kohlenstoffarmen Verkehr. Octopus hat über diesen Fonds auch das Unternehmen für Erdwärmepumpen Kensa Group unterstützt.
Aus den Worten von Zoisa North-Bond, CEO von Octopus Energy Generation, spricht Enthusiasmus: „Um die Energiekrise zu bewältigen, brauchen wir innovative Lösungen für ungewöhnliche Probleme. Indem Deep Green die überschüssige Wärme von Rechenzentren nutzt, um die Energierechnungen von Gemeinden in ganz Großbritannien zu senken, löst es zwei Probleme auf einmal. Wir freuen uns auf einen schnellen Rollout und darauf [...]“
Mark Bjornsgaard, Gründer und CEO von Deep Green, kommentiert seinerseits: „Rechenzentren werden zu Recht wegen ihres wachsenden Energiebedarfs und der damit verbundenen Kohlenstoffemissionen kritisch beäugt. Unsere Rechenzentrumstechnik ist äußerst Energie-effizient und unterstützen die lokalen Gemeinden mit kostenloser Wärme. Indem man Rechenzentren in bestehende Infrastruktur einbindet, wird ihre produzierte Abwärme von einem Problem zu einer wertvollen Ressource, die der Allgemeinheit zugute kommt.“
Über Octopus Energy
Octopus Energy Generationwill den den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.. Als einer der größten europäischen Investoren in erneuerbare Energien wurde das auf Fonds-Management spezialisierte Team 2010 mit dem Ziel gegründet, den Übergang zu einer Zukunft mit erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Dieses Team verwaltet 3,2 Gigawatt an erneuerbaren Energie-Anlagen wie Wind- und Solarparks in 17 Ländern im Wert von mehr als 7 Milliarden Dollar. Die Projekte erzeugen genug grüne Energie, um jedes Jahr zwei Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen oder äquivalent mehr als eine Million Verbrenner von der Straße zu nehmen.
Die Octopus Energy Group ist wiederum einin 17 Ländern agierender Pionier, der 2016 gegründet wurde, um mit der Unterstützung von Pensionsfonds, Investoren und Energie-Unternehmen günstige, grüne Energie und Cutting-Edge-Technologie zu fördern, die helfen, eine grüne Energierevolution in Gang zu setzen. Die Gruppe investiert, baut und verwaltet ein Portfolio von mehr als sieben Milliarden Dollar.
Als Energie-Anbieter versorgt Octopus 7,2 Millionen Kund*innen mit umweltfreundlichem Strom. Die auf KI und Machine Learning basierte Software-Plattform „Kraken“ unterstützt 52 Millionen Kund*innen über Lizenzierungen an Energie-Unternehmen wie EDF, E.ON und Origin Energy. Kraken ermöglicht Octopus, die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr mit intelligenten Tarifen und Technologie voranzutreiben.
Stand: 08.12.2025
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