Wie weit divergieren Interessen deutscher KMUs und großer nicht-europäischer Betreiber? Welche Interessen werden in Verbänden, Brüssel und Berlin vertreten? Wie viel Datacenter-Expansion braucht Deutschlands Digitalwirtschaft? Wo sollen neue Datacenter entstehen und wie versorgt werden? Hilft oder bremst dabei das Energie-Effizienz-Gesetz? Max Schulze und Günter Eggers liefern sich einen Schlagabtausch in drei Runden.
Max Schulze und Günter Eggers liefern sich einen Schlagabtausch zu Interessen nicht-europäischer Datacenter-Betreiber, der Strategie von Branchenverbänden sowie deutscher Regulatorik und Nachhaltigkeitszielen.
(Bild: ChatGPT / KI-generiert)
Clinch 1: Werden Brüssel und Berlin von nicht-europäischen Interessen dominiert?
Max Schulze: Deutsche Unternehmen werden von ausländischen Agenden übertönt.
Wenn wir in Berlin oder in Brüssel unterwegs sind, sehen wir immer mehr, dass vertretene Positionen, insbesondere im Bereich der Rechenzentren, zunehmend Positionen ausländischer Unternehmen sind. Dies sind sehr viele US-Unternehmen, aber auch solche wie das japanische NTT.
Sie alle sind in deutschen Branchenverbänden mit dabei und vertreten, aus meiner Sicht, immer seltener Positionen, die für deutsche Rechenzentren und IT-Infrastrukturbetreiber relevant sind. Stattdessen zielen ihre Positionen darauf, die eigenen US-amerikanischen oder japanischen Agenden durchzusetzen.
„In Branchenverbänden sind viele deutsche Unternehmen schlicht nicht präsent“
Durchaus gibt es in Deutschland Cloud-Champions wie IONOS, die groß und erfolgreich sind in ihrem Kontext. Und natürlich versuchen auch Günter und andere Verbände, diese Stakeholder an den Tisch zu bringen. Es fehlt aber an der Teilhabe. Viele der deutschen Unternehmen sind schlicht nicht präsent, auch wenn sie eingeladen werden. Und dadurch verschieben sich die Positionen natürlich zu den Akteuren, die vor Ort sind und sich in den Dialog einbringen. Und das sind leider immer weniger deutsche Akteure und immer mehr ausländische Akteure.
Eine Kontroverse bedeutet nicht zwangsläufig schlechte Stimmung. Max Schulze(l.), Günter Eggers und Ulrike Ostler trafen sich zum gepflegten Streitgespräch im virtuellen Studio.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)
In der Folge #51 der DataCenter Diaries: „Kontroverse von Günter Eggers und Max Schulze zu Lobbyisten, Nachhaltigkeit und dem Datacenter-Standort Deutschland“ führen Max Schulze und Günter Eggers im Gespräch mit Ulrike Ostler, Chefredakteurin von DataCenter-Insider, ihre Argumente rund um Verbandsaktivität und Interessengegensätze in der Rechenzentren-Branche weiter aus und präsentieren eingehender ihre unterschiedlichen Perspektiven auf deutsche Regulatorik und Nachhaltigkeitsziele.
Günter Eggers: Hier wird eine Front aufgemacht, die nicht in der Praxis existiert.
Der Vorteil von Provokationen ist, dass sie Reaktionen fordern. Der Nachteil ist: sowohl die Provokation als auch die Reaktion können dann etwas unsachlich werden. Max geht es darum, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen der europäischen Länder und insbesondere Deutschlands zu vertreten. Darüber muss man reden. Pauschale Verurteilungen halte ich aber für sehr problematisch.
Max unterstellt völlig divergente Interessen zwischen den Unternehmen mit Hauptsitz in der EU und außerhalb. Dem widerspreche ich vehement. Interessenvertreter, mit denen wir sprechen, sind in der Regel Menschen, die in der Europäischen Union beheimatet sind, überwiegend Menschen aus Deutschland, die wahrscheinlich auch hier weiter bleiben wollen.
„In weiten Teilen überschneiden sich unsere Interessen komplett.“
Für den Hauptteil der Themen, über die wir reden, spielt es überhaupt keine Rolle, ob die Interessenvertreter der Branche von Unternehmen aus Japan und den USA oder Unternehmen aus Deutschland bezahlt werden. In weiten Teilen überschneiden sich unsere Interessen komplett.
Clinch 2: Nachhaltigere Rechenzentren
Schulze: Bei Nachhaltigkeit haben US-Konzerne eine Blockadementalität. Große Verbände tragen sie mit.
Stichwort Nachhaltigkeit – und da gehört auch Abwärmenutzung immer dazu. Wenn wir uns den Markt anschauen, sehen wir bei deutschen Gebäudebetreibern einen größeren Willen, gesetzliche Anforderungen an die Nachhaltigkeit der Gebäude umzusetzen, etwa Abwärme nutzbar abzugeben oder andere Batteriesysteme einzusetzen. Wo die Regierung jetzt langsam einen Ordnungsrahmen für nachhaltigere Rechenzentren vorgibt, versuchen sich viele kleine und mittelständische Unternehmen in diesen Rahmen einzuordnen.
Aus deren Sicht ist die politische Frage eher: „Ja, wir würden das gerne machen, aber wenn es nicht wirtschaftlich ist, brauchen wir vielleicht Hilfe.“ Solche Unternehmen wollen eventuell auch gar nicht so schnell bauen, wie die globalen Player, und sie sind dann eher bereit, bei den einzelnen Assets mehr Nachhaltigkeit einzubauen. Das sehen sie dann auch als ihren Wettbewerbsvorteil.
„Wachstum muss dem Menschen, der Wirtschaft und der Ökologie zugutekommen“
Bei US-Gebäudebetreibern und weiteren globalen Unternehmen aus einem anderen regulatorischen Heimatmarkt sehe ich hingegen viel öfter eine Verhinderungsmentalität: „Wir wollen das auf keinen Fall machen, es behindert unser Wachstum. Wir wollen jetzt noch mehr und schnell bauen und dafür müssen Anforderungen so niedrig wie möglich sein.“
Es ist aber wichtig, einen Ordnungsrahmen zu haben, um Wachstum so zu steuern, dass es für die gesamte Gesellschaft die besten Ergebnisse liefert. Wachstum muss dem Menschen, der Wirtschaft und der Ökologie zugutekommen.
Eggers: amerikanische und japanische Unternehmen investieren massiv in Abwärmenutzung.
Ich finde es großartig, Max, dass du die Abwärmenutzung als zentrales Argument wählst. Das Beispiel untergräbt aber deine Grundprämisse. Auch große Datacenter-Betreiber investieren sehr viel Aufwand in das Thema Abwärmenutzung, in neuen wie in Bestandsrechenzentren. Dazu gehören Telehouse, Equinix, Digital Realty und auch NTT. Das sind alles Unternehmen mit amerikanischen oder japanischen Wurzeln, und doch engagieren sie sich dafür, auch mit viel investiertem Geld.
Stand: 08.12.2025
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NTT hat am 2. April 2025 mit Partnern in Berlin aus einem Bestandsrechenzentrum eine Auskopplung von 8 Megawatt für ein neues Wohnquartier angekündigt – also die maximale Wärmeleistung, die dieses Rechenzentrum überhaupt realistisch produzieren kann. Wir werden damit im Winter die gesamte Wärme auskoppeln.
Wir wissen doch alle, dass Abwärmenutzung oft nicht am Unwillen der Rechenzentrumsbranche scheitert, sondern maßgeblich von der vorhandenen Wärmeinfrastruktur abhängig ist. Und bis auf wenige Städte fehlen in Deutschland solche Fernwärmenetze, die auch große Wärmemengen von Rechenzentren abnehmen können.
„Abwärmenutzung scheitert nicht am Unwillen der Branche, sondern an der Infrastruktur“
Die Autoren des Energieeffizienzgesetzes wollten ja über die Pflicht zur Abwärmenutzung eine Standortpolitik betreiben. Dazu gehört auch die Abgabe von mindestens 20 Prozent der produzierten Wärme ab 2028. Wenn aber keine ausreichend großen Wärmesenken in der Umgebung verfügbar sind, dann kann ich, gerade als großes Rechenzentrum, diese gesetzliche Auflage gar nicht erfüllen.
Als Colocation-Anbieter bauen wir solche Rechenzentren, die unsere Kunden anfragen. Zunehmend werden das große KI-Rechenzentren sein. Wenn es um Trainings-Workloads geht, reichen ein oder zwei Megawatt aber nicht aus, sondern wir werden nach 30, 50 oder 100 Megawatt gefragt. Die Abwärme, die dann entsteht, bedarf schon einer mittelgroßen Stadt oder einer Großstadt. Solche Faktoren haben die Schöpfer des Energie-Effizienz-Gesetzes möglicherweise nicht komplett bedacht. Zumindest aber behindern solche Faktoren heute die Entstehung von Rechenzentren an vielen Standorten, wo sie gebraucht werden, weil keine geeignete Wärmesenke in der Nähe ist.
Clinch 3: Wie viele Rechenzentren braucht Deutschland? Wie können diese versorgt werden?
Schulze: Digitalisierung heißt nicht, dass ich unbegrenzt Rechenzentren vor Ort bauen muss.
Klar ist Deutschland nicht das schnellste Land, wenn es um Regulatorik geht. Wir nehmen uns gerne Zeit, aber auch deswegen, weil wir demokratisch sind und versuchen, alle Stakeholder mit einzubeziehen.
Verbände hingegen gehen teils pauschal dagegen vor, dass es überhaupt einen rechtlichen Ordnungsrahmen gibt, mit dem Mantra: „Wir müssen jetzt wachsen, sonst klappt die Digitalisierung nicht“. Das ist faktisch so nicht richtig.
Ich komme aus der Berliner Startup-Szene. Dort oder in den Niederlanden laufen selbst große Startups wie Adyen oder Mollie zum Beispiel auf Amazon Web Services in Irland. Ich muss nicht unbedingt genau dort Rechenzentren bauen, wo ich gerne auch eine Digitalwirtschaft hätte. Verwaltungsdigitalisierung braucht natürlich auch Datacenter-Wachstum in Deutschland, aber keine 50- oder 100-Megawatt-Rechenzentren. Wir müssen bedarfsgerecht planen. Und wo es nicht um unsere Verwaltung geht, könnten wir auch bestimmte Datacenter-Typen im europäischen Ausland bauen, wo die Energie-Situation einfacher ist.
„Gasturbinen für die Grundlast widersprechen dem Dekarboniserungsplan unseres Energiesystems.“
Wie viel Datacenter-Kapazität kann denn Deutschland realistisch bauen? Wir sehen ja zunehmend Rechenzentren, die jetzt auf Gasturbinen schielen, weil ihnen der Strom fehlt. Dabei haben wir in unserer Energiesystemplanung eigentlich festgelegt, Gas in der Zukunft nur zum Abfangen von Stromspitzen im Netz zu nutzen.
Auch die Idee, SMRs (Small Modular Reactors, kleine modulare Nuklearreaktoren) in Deutschland zu bauen, ist ziemlicher Quatsch, und ich hoffe, dass wir uns da nicht hinbewegen. Wir als Gesellschaft müssen eingehend diskutieren, welchen Ordnungsrahmen wir vorgeben müssen, damit Rechenzentren in Deutschland langfristig nachhaltig sind. Nicht nur im Sinne der Ökologie, sondern auch im Sinne von: Was ist noch wirtschaftlich? Was ist noch gut für die Menschen, die da wohnen?
Eggers: Deutschland braucht mehr moderne Rechenzentren und der Ordnungsrahmen muss dies unterstützen.
Hier muss man differenzieren. Es gibt einerseits den Ordnungsrahmen. Solange dieser für alle gleich und praktisch umsetzbar ist, haben wir kein Problem damit, innerhalb der jeweiligen Rahmen zu operieren, wie es NTT in Indien, Singapur, Japan, Südafrika und eben auch in Europa tut.
Problematischer wird es, wenn der Ordnungsrahmen strukturelle Benachteiligungen für bestimmte Branchen schafft, und das macht das Energie-Effizienz-Gesetz in der Praxis. In einigen Aspekten ist es auch in seiner Komplexität schlicht nicht praxistauglich.
Dann aber gibt es neben dem Ordnungsrahmen noch die Durchführung. Und ich glaube, dass die Langsamkeit der deutschen Verwaltung eben nicht nur mit Gründlichkeit, sondern gerade auch mit mangelnder Digitalisierung zu tun hat. Wir leiden ganz erheblich unter niedrigen Durchführungsgeschwindigkeiten.
„Nationale Ordnungsrahmen sollten nicht strukturelle Benachteiligungen für bestimmte Branchen schaffen.“
Natürlich müssen wir beachten, was das Land leisten kann. Zugleich braucht die deutsche Volkswirtschaft und die Verwaltung eine deutlich schnellere Digitalisierung. 99,9 Prozent aller digitalen Services kommen aus Rechenzentren. Müssen alle diese Rechenzentren in Deutschland stehen? Für einige Daten ist das gesetzlich vorgeschrieben. Andere Datentypen fordern besonders kurze Zugriffszeiten. Es braucht nicht unbedingt 30 Gigawatt IT-Leistung in Deutschland, aber es werden definitiv mehr als die 3 Gigawatt sein, die wir heute hier haben. 10 Gigawatt könnten es realistisch 2035 sein, das hängt aber auch von den Regularien ab.
Und wo sollen dann große KI-Rechenzentren stehen? Derzeit passiert in den USA das größte Wachstum. Vor kurzem hätte das noch keinerlei Diskussionen ausgelöst, aber nun müssen wir nüchtern konstatieren, dass dies außen- und wirtschaftspolitisch ein Problem darstellt. Sollen die Rechenzentren dann in Irland stehen, wo kein Strom mehr verfügbar ist? Wir müssen hier ganz genau innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union abwägen, wo geeignete Standorte verfügbar sind.
Wenn wir dabei über die Eigenproduktion von Strom für Rechenzentren sprechen, reden wir in Deutschland tatsächlich oft über Gaskraftwerke, gerade für Zeiten, wenn Windkraft- oder Photovoltaikanlagen nicht liefern. Auch Gaskraftwerke müssen aber nicht zwangsläufig mit fossilem Gas betrieben werden, das geht auch mit grünem Wasserstoff.
Hochtemperatur-Brennstoffzellen hingegen können auch bei Erdgas-Nutzung CO2-Abstöße komplett abspalten und verklappen. Dabei entlastet jedes Rechenzentrum mit einem Anteil an Selbstversorgung das Stromnetz, so dass Kapazitäten für Elektromobilität und Wärmepumpen frei werden.
Ich begrüße damit ausdrücklich unseren Einsatz sowohl für mehr moderne und hocheffiziente Rechenzentren als auch auch dafür, dass der Ordnungsrahmen deren Entstehung nicht im Vergleich zu anderen Wirtschaftsregionen künstlich erschwert. Wir brauchen klare Regeln für Nachhaltigkeit. Aber PUE-Vorgaben (Power Usage Efficiency) im Energie-Effizienz-Gesetz schreiben etwa für Bestandsrechenzentren ab 2030 Werte vor, die einige technisch gar nicht erreichen können.
Zugleich entstehen Rechenzentren mit adiabatischer Kühlung, um gesetzliche Effizienz-Anforderungen zu erfüllen; diese verbrauchen aber dann Millionen Liter von Trinkwasser. Wir müssen damit diskutieren, ob die aktuellen Regeln wirklich Nachhaltigkeit vorantreiben, oder ob wir uns an einigen Stellen nicht selber ins Knie schießen.
*Die Kontrahenten
Dieser Beitrag bietet eine gekürzte und leicht redigierte Darstellung des Argumentationsaustauschs von Max Schulze und Günter Eggers im Podcast #51 der DataCenter Diaries.
Max Schulze ist Gründer der Sustainable Digital Infrastructure Alliance e.V., kurz SDIA, die eine nachhaltige digitale Infrastruktur bis 2030 erreichen will. Schulze ist zudem Director des digitalpolitischen Thinktanks Leitmotiv.
Günter Eggers ist Director Public für die EMEA-Region bei NTT Global Data Centers. Dort ist er für den Dialog mit Politik und Presse verantwortlich, mit Schwerpunkt auf den deutschsprachigen Raum.