KI-Rechenzentren zählen zu den größten Energieverbrauchern weltweit, aber nachhaltiges KI-Wachstum ist möglich – mit durchdachten Investitionen in Innovationen und Infrastruktur, mit ernst genommenen Nachhaltigkeitszielen sowie mit KI-gestützter Optimierung von KI-Lasten und Energieeffizienz.
Der Energiehunger der KI wächst. Wie können wir intelligente Lösungsansätze verwirklichen?
(Bild: KI-generiert)
Die KI-Revolution (Künstliche Intelligenz) nimmt immer mehr Fahrt auf – von der KI-Integration in WhatsApp bis zu Stargate, dem ehrgeizigen 500-Milliarden-Dollar-Projekt von OpenAI. Ich denke, wir merken es derzeit alle: KI findet zunehmend den Weg in viele Bereiche unseres Lebens und ist dabei längst zu einem unverzichtbaren Teil des digitalen Alltags geworden.
Doch hinter diesem technologischen Fortschritt verbirgt sich eine große Herausforderung: Energie. Rechenzentren für KI-Computing zählen zu den größten Energieverbrauchern weltweit, was dringende Fragen zu Nachhaltigkeit, Finanzierung und Zukunft der Energie-Technologie-Verknüpfung aufwirft.
Die wachsende Energielast der KI
Bis zum Ende dieses Jahrzehnts wird erwartet, dass der Energieverbrauch von Rechenzentren jährlich über 1.000 Terawattstunden erreicht und dabei bis zu 600 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr freisetzt. Dies würde knapp 2 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen und fast 3 Prozent des globalen Stromverbrauchs ausmachen. In den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union sind Rechenzentren bereits jetzt für 2 bis 4 Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich. Berücksichtigt man sowohl Rechenzentren als auch die Datenübertragung, schätzt die Internationale Energieagentur (IEA), dass diese bereits zusammen über ein Prozent des weltweiten Stroms verbrauchen – Tendenz steigend.
Der Bedarf an KI-gestützter Rechenleistung verdoppelt sich derzeit alle 3 bis 4 Monate und übertrifft ältere Wachstumsprognosen deutlich. Große Unternehmen wie Microsoft und Google haben bereits signifikante Emissionssteigerungen aufgrund der hohen Rechenanforderungen der KI verzeichnet. Die Emissionen von Microsoft stiegen seit 2020 um 29 Prozent, die von Google seit 2019 um 48 Prozent.
Obwohl der Anteil erneuerbarer Energien wächst, reicht der Umstieg auf grüne Energie nicht aus, um die KI-Industrie vollständig zu dekarbonisieren. Es bedarf einer umfassenden Neugestaltung der Energieversorgung und -finanzierung genauso wie effizienterer Nutzungsmöglichkeiten. Aus meiner Sicht kristallisieren sich drei zentrale finanzielle und strategische Ansätze heraus, die für ein nachhaltiges KI-Wachstum unerlässlich sind.
Strategische Investitionen mit Nachhaltigkeitszielen in Einklang bringen
KI-Rechenzentren erfordern Milliardeninvestitionen im Voraus, weshalb strukturierte Finanzierungsmodelle notwendig sind, um Risiken zu minimieren und langfristige Rentabilität zu gewährleisten. Institutionelle Investoren, Infrastrukturfonds und grüne Anleihen spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Finanzierung der Energiewende im KI-Sektor.
Große Tech-Unternehmen tätigen zudem Direktinvestitionen – Microsoft ist beispielsweise Ankerinvestor eines 9-Milliarden-Dollar-Projekts zur Förderung erneuerbarer Energien. Die Herausforderung besteht darin, Investitionsanreize mit langfristigen Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen und Kapital nicht nur in Rechenzentren, sondern auch in Netzmodernisierung und Energiespeicherlösungen zu lenken.
Langfristige Energielieferverträge & PPAs
Eine der effektivsten Strategien zur Sicherstellung eines nachhaltigen KI-Wachstums ist die Ausweitung von Power Purchase Agreements (PPAs). KI-Unternehmen sichern ihre Energieversorgung zunehmend durch langfristige Verträge, die Strompreise stabilisieren und das Risiko volatiler Energiemärkte reduzieren.
Der Technologiesektor dominiert bereits diesen Markt – mit über 68 % aller abgeschlossenen Verträge in den letzten Jahren. Damit diese Vereinbarungen jedoch tatsächlich zur Dekarbonisierung beitragen, ist eine strenge Kontrolle und eine enge Verzahnung mit zukünftigen Energienetzen erforderlich.
KI-gesteuerte Energieoptimierung
Ironischerweise könnte KI selbst der Schlüssel zur Lösung ihres eigenen Energieproblems sein. KI-gestützte Systeme werden bereits zur Effizienzsteigerung eingesetzt – von vorausschauendem Lastenausgleich bis hin zu dynamischen Preismodellen für Energie. Studien zeigen, dass durch die Verlagerung nicht zeitkritischer Rechenaufgaben in Nebenzeiten bis zu 10 Prozent der Spitzenlast im US-Stromnetz eingespart werden könnten. Zudem wird KI genutzt, um die Netzresilienz zu verbessern, erneuerbare Energien optimal zu integrieren und Wetterprognosen für ein effizienteres Energiemanagement zu verfeinern.
Obwohl KI massive Mengen an sauberer Energie verbrauchen wird, könnte sie gleichzeitig den Übergang zu nachhaltiger Energie beschleunigen. Einige Energieversorger setzen bereits KI ein, um Stromnetze kostengünstiger, effizienter und zuverlässiger zu betreiben – durch verbesserte Wetter- und Lastprognosen, optimiertes Netzmanagement, erhöhte Leistungsfähigkeit erneuerbarer Energien, schnellere Wiederherstellung nach Stürmen und eine bessere Bewertung von Waldbrandrisiken.
Stand: 08.12.2025
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Bei Future Energy Ventures investieren wir bereits in Startups, die durch den Einsatz von KI die Effizienz von Stromnetzen verbessern sowie die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben und so aktiv zur Energiewende beitragen.
Die Weichenstellung für die Zukunft
Das Rennen um die Skalierung der KI unter Berücksichtigung der Energie-Nachhaltigkeit wird eine der zentralen Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts sein. Während der Ausbau von Rechenzentren auch den Einsatz erneuerbarer Energien vorantreiben kann, werden weitere Investitionen in effizientere Halbleiter, fortschrittliche Kühltechnologien und dezentrale Energielösungen notwendig sein, um das KI-Wachstum voranzutreiben, ohne die globalen Emissionen weiter zu erhöhen.
Aus meiner Sicht kommt es darauf an, langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit mit der dringenden Notwendigkeit nachhaltiger Innovationen in Einklang zu bringen. Durch gezielte Finanzierung, strategische Energieplanung und KI-gesteuerte Effizienzmaßnahmen kann die Branche den Weg für eine KI-gestützte Zukunft ebnen, die sowohl profitabel als auch nachhaltig ist. Für mich ist die Frage hier nicht, ob der Energiehunger der KI gestillt werden kann – sondern wie intelligent wir uns dabei anstellen, ihn zu stillen.
*Die Autorin Veronique Hördemann ist Managing Partner und CFO bei Future Energy Ventures. Der Risikokapitalanleger mit Standorten in Deutschland, Israel und den USA investiert in Startups, die innovative und skalierbare Beiträge zu einer beschleunigten Energiewende und Dekarbonisierung versprechen.