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Hilfe im IT-Service-Management Was ist FiTSM?

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 2 min Lesedauer

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Vielen Unternehmen sind gängige Service-Managment-Standards wie ITIL oder COBIT zu komplex und ressourcenintensiv. Mit FiTSM (Federated IT-Service-Management) gibt es eine leichtgewichtige Alternative.

FITSM ist eine Alternative zu aufwändigeren IT-Service-Management-Methoden, - verfahren und Best-Practices. (Bild:  Itemo)
FITSM ist eine Alternative zu aufwändigeren IT-Service-Management-Methoden, - verfahren und Best-Practices.
(Bild: Itemo)

Die IT-Prozesse werden immer komplexer. Unternehmen, deren IT nicht vorwiegend reibungslos funktioniert, können existentiell gefährdet werden. Deshalb ist ein strukturiertes Management der IT-Prozesse für die meisten Anwender in mittelständischen und größeren Firmen ein Muss. Schon ganz und gar, wenn die Unternehmen zur kritischen Infrastruktur gehören.

Doch die gängigen IT-Service-Managment-Standards wie ITIL (IT Information Library), COBIT (Control Objectives for Information and Related Technology), oder ISO 20000 sind gerade für kleinere Unternehmen häufig zu komplex und mit zu hohem Aufwand verbunden. ITIL ist ursprünglich eine Entwicklung der britischen Regierung, COBIT eine des internationalen Verbandes der IT-Prüfer (ISACA e.V.). ISO 20000 ist ein internationaler und formal standardisierter Prozessstandard.

FiTSM: Eine Alternative zu ITIL und Co.

Was also tun, wenn es einerseits die Notwendigkeit eines professionellen IT-Service-Management gibt, andererseits aber die damit verbundenen Prozesse schlank und übersichtlich bleiben sollen? Mit FiTSM (Federated IT Service Management) gibt es eine in Kontinentaleuropa entwickelte Alternative, die leichtgewichtig und einfacher zu implementieren ist.

FiTSM wird in aufeinander aufbauenden Trainingsstufen vermittelt.(Bild:  Itemo)
FiTSM wird in aufeinander aufbauenden Trainingsstufen vermittelt.
(Bild: Itemo)

Hervorgegangen ist FiTSM aus einem 2015 abgeschlossenen Forschungsprojekt der EU-Kommission zum Thema IT-Service-Management. Die Pflege des Standards übernimmt heute der in München ansässige FiTSM e.V..

FITSM-Schulung und -Zertifizierung

Die Schulungen und Zertifizierungen organisiert Itemo e.V., wobei man sich unterschiedlicher Schulungspartner bedient. Die Schulungsunterlagen stehen kostenlos im Web, und zwar auch in Deutsch. Zertifiziert wurden bisher Einzelpersonen.

Bei der Zertifizierung arbeitet Itemo mit den Zertifizierungsorganisationen ICO-Cert und APMG zusammen. Es gibt vier aufeinander aufbauende Zertifizierungsmodule.

FiTSM umfasst diese Prozesse. (Bild:  Yasmcom)
FiTSM umfasst diese Prozesse.
(Bild: Yasmcom)

Gegenüber dem in Deutschland relativ verbreiteten ITIL hat FiTSM erheblich weniger Prozesse: 16 statt 24 bei ITIL Version 3, 36 bei ITIL Version 4. Dazu gehören die Kernbereiche eines Unternehmens-IT-Servicemanagment (siehe: Grafik).

Inhalte von FiTSM

FiTSM ist kein offener Standard wie etwa ISO 20000. Dennoch stehen Inhalte sämtlich unter Creative-Commons-Lizenz.

FiTSM enthält klar formulierte Anforderungen und Empfehlungen. Dabei gliedert sich FiTSM in einen Kernstandard und Implementierungshilfen (siehe: Grafik). Zum Kernstandard gehören ein Überblick und das Glossar. Dazu kommen Anforderungen aller Prozesse, Ziele und durchzuführende Aktionen in einer empfohlenen Reihenfolge. Außerdem liefert der Kernstandard ein Rollenmodell.

Die Grafik zeigt den FiTSM-Kernstandard mit seinen Zusammenhängen.(Bild:  FiTSM)
Die Grafik zeigt den FiTSM-Kernstandard mit seinen Zusammenhängen.
(Bild: FiTSM)

Die Implementierungshilfen umfassen Templates und Beispiele sowie Hinweise und Empfehlungen zur Implementierung. Außerdem liefert FiTSM ein Schema für das Maturity Assessment, also die Bewertung der FiTSM-Reife eines Anwenders.

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