Ethereum ist nach Bitcoin wohl der bekannteste Begriff im Blockchain-Universum. Aber was genau ist Ethereum? Und warum ist es keine Bitcoin-Konkurrenz? Eines lässt sich über das Framework rund um eine Blockchain definitiv sagen: Es hat das Potenzial, die (IT-) Welt grundlegend zu verändern.
Obwohl sich hinter Ethereum eine Blockchain verbirgt, unterscheidet sich die Idee dahinter maßgeblich von der des Bitcoin.
Um es gleich vorweg zu sagen: Ethereum lässt sich als große Revolution deuten oder schlicht als spannendes neues Backend für Anwendungen betrachten. Der Hype ist groß, die Buzzword-Dichte gigantisch und das Potenzial für Missverständnisse ähnlich groß wie das für neue Entwicklungen.
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Die Verwirrung beginnt schon damit, dass häufig von der Kryptowährung Ethereum gesprochen wird – dabei heißt das Ethereum-Gegenstück zu Bitcoin Ether (ETH). Im Folgenden soll also ein wenig Licht in das Dickicht geworfen werden. Was ist Ethereum? Wer betreibt es und beteiligt sich daran? Welche Möglichkeiten bietet es?
Ethereum-Abriss
Ethereum wurde 2013 von Vitalik Buterin konzeptioniert, ein Jahr später von Gavin Wood formalisiert und schließlich in 2015 in Betrieb genommen. Gerade einmal ein halbes Jahr hat es gedauert, um auf eine Marktkapitalisierung von einer halben Milliarde US-Dollar zu kommen – eine Summe, die sich schon zwei Wochen später verdoppelt haben sollte. Stand Anfang Dezember 2017 betrug der gesamte Börsenwert des Ether rund 48 Milliarden Euro.
Erfreulich: Die Entwicklung von Ethereum liegt in den Händen der Ethereum Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in der Schweiz, zu der auch Buterin gehört. Auch Mitgründer und Entwickler der ersten Implementierung des Ethereum-Protokolls in Form eines in Go geschriebenen Clients, Jeffrey Wilcke, gehört zum Team. Als Director fungiert die IT-Managerin Ming Chan.
Die zweite wichtige Organisation ist die Enterprise Ethereum Alliance. Die Allianz will Industriestandards auf Basis der „einzigen Smart Contracts unterstützenden Blockchain, die in der realen Welt produktiv läuft“ aufbauen, also Standard-Softwarelösungen für den gesamten Markt entwickeln. Diese sollen als Open Source Software frei nutzbar sein.
Dass dieses Anliegen und die Allianz nicht zu unterschätzen sind, zeigt bereits ein Blick auf die Gründungsmitglieder: Accenture, Credit Suisse, Intel, J. P. Morgan, Microsoft, Santander, ING-DiBa, um nur die bekanntesten Namen zu nennen.
Was leistet Ethereum?
Ethereum läuft also bereits produktiv, bekommt breite Unterstützung aus der Wirtschaft und kann auf eine ordentliche Marktkapitalisierung verweisen – genug Gründe, sich mit Ethereum näher zu beschäftigen. Die absolute Kurzdefinition stammt von Ethereum selbst: „Ethereum ist eine dezentralisierte Plattform, die Smart Contracts betreibt.“ Und diese Verträge nutzen als Backend die öffentliche Ethereum-Blockchain.
Ethereum besteht also im Grunde aus einem Protokoll, einem Peer-to-Peer-Netzwerk und einer Blockchain. Und darauf aufbauend realisieren sogenannte Distributed Apps die Anwendungen für Endnutzer.
Netzwerk und Clients
Das Netzwerk besteht wie bei Bitcoin aus einzelnen Nodes, also Teilnehmern, die einen Ethereum-Client betreiben. Ein kompletter Node beinhaltet die gesamte Blockchain, die bei Ethereum derzeit je nach genutztem Client ca. sechs bis elf Gigabyte groß ist. Der Windows-Client verlangt konkret nach mindestens 20 Gigabyte. Es sind aber auch Light-Clients in der Entwicklung, die eine Nutzung ohne komplette Blockchain ermöglichen sollen.
Der Standard-Client ist das in Go geschriebene go-ethereum, bekannter unter dem Namen geth. geth richtet einen vollen Node ein und ermöglicht es, via Command Line Interface zu minen, Transaktionen durchzuführen, Blöcke zu durchsuchen, Smart Contracts zu erstellen und so weiter. Weitere Clients sind Parity (geschrieben in Rust), cpp-ethereum (C++), pyethapp (Python) oder EthereumJ (Java).
Protokoll und Blockchain
Das Protokoll ist schlicht die gesamte Funktionsweise von Ethereum, also letztlich das Regelwerk zum Führen der Blockchain und der Verwaltung des Netzwerks. Der wichtigste Punkt der Blockchain ist wohl der Konsensalgorithmus. Ursprünglich nutzte Ethereum den von Bitcoin bekannten Proof of Work (PoW), der das Mining an Rechenleistung bindet, die in das Lösen kryptografischer Aufgaben investiert wird.
Eine wichtige Bestrebung im Jahr 2017 bestand darin, das System auf Proof of Stake (PoS) umzustellen. Der wesentliche Unterschied ist, stark vereinfacht, dass bei PoS nicht mehr die investierte Rechenleistung bestimmt, welcher Miner den nächsten Block generiert. Stattdessen wird per Pseudozufallsalgorithmus festgelegt, welcher Miner aus einem Pool an der Reihe ist.
Stand: 08.12.2025
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Miner kann werden, wer sich an die Regeln der Blockchain hält – und dafür Ether als Sicherheit hinterlegt. Auf diese Weise wäre die Macht zum Generieren neuer Blöcke also abhängig vom Ether-Guthaben – statt von Hardware. Über Risiken und Möglichkeiten von PoS und dessen unterschiedliche Umsetzungen wird derweil massiv diskutiert.
Wie man mitwirken kann, was sich hinter Dapps und Smart Contracts verbirgt und welche Vision Ethereum letztendlich verfolgt, lesen Sie im eBook „Blockchain – Vom Bitcoin-Journal zum Development-Motor“. Dieser Beitrag ist ein kleiner Auszug des kompletten eBooks, das sich auch mit Blockchain im Allgemeinen und spannenden Projekten im Speziellen beschäftigt.
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Um die Möglichkeiten von Blockchains einschätzen zu können, muss man verstehen, was eine solche Kette von Blöcken überhaupt im Stande ist zu leisten, und wie sie das realisiert.