Im Praxistest: Suse Linux Enterprise Server 10 mit Servicepack 2

Virtual Machine Manager ermöglicht problemlos die Virtualisierung

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Einrichten der Virtualisierungsumgebung

Im Fokus des Tests sollten die Virtualisierungsfunktionen von SLES stehen. Diese müssen über das oben erwähnte Konfigurationstool Yast eingerichtet werden. Zu tun gibt es dabei nicht viel. Nach dem Aufruf der Funktion Virtualisierung übernimmt SLES die Einrichtung der Virtualisierungsfunktionen selbständig. Durch die Aktivierung des entsprechenden Knopfes im Yast wird ein Prozess gestartet, der dann einen weiteren Kernel RPM („kernel-xen“ bzw. „kernel-xenpae“ auf 32-Bit Systemen) installiert. Dieser Betriebssystem-Kernel beinhaltet neben dem Xen-Kernel auch die nachladbaren Kernel-Module (Treiber), die dann mit dem Xen-Kernel zusammenarbeiten. Dieser neue Kernel wird sowohl für das privilegierte System, mit der Dom-0, als auch den unprivilegierten virtuellen Systemen in den Dom-U‘s benutzt. Die Verwaltungsroutinen für die Virtualisierung liegen in der Dom-0, die virtuellen Maschinen wiederum laufen im Kontext einer Dom-U (User). Während des Installationsprozesses wird außerdem die „initrd“ für den Xen-Kernel erzeugt. Hierin werden die Module für das Booten einer Dom-U referenziert. Parallel dazu wird das SLES-Bootmenu erweitert und dem Bootloader GRUP bekanntgemacht. Somit stehen ab sofort zwei SLES-Bootvarianten mit und ohne Xen-Virtualiserungsfunktionen zur Verfügung. Der gesamte Durchlauf ist in wenigen Minuten abgeschlossen. Nach dem anschließenden Neustart der Xen-Variante von SLES zeigt der Blick in das Yast–Kontrollzentrum neue Einträge. Dies sind der Virtual Machine Manager und ein Assistent zum Erstellen von virtuellen Maschinen.

Erzeugen der virtuellen Gäste

Im nächten Schritt werden virtuelle Maschinen erzeugt. Der mehrstufige Assistent will wissen, welcher Art das Betriebssystem ist, dass in der VM laufen soll, ob der Computer vollständig oder paravirtualisiert sein soll, den Speicherort für den virtuellen Rechner und die Merkmale des virtuellen Computers, wie etwa die Menge des Arbeitsspeichers, die Prozessoren und Netzwerkadapter.

Ferner ist zu bestimmen, ob das neue System manuell von einem Installationsdatenträger neu eingerichtet wird oder bereits als Image vorhanden ist. Im Test entschieden wir uns zuerst für die Neuanlage eines Betriebssystems. Anschließend ist das Betriebssystem auszuwählen. Hier bietet SLES/Xen eine breite Unterstützung. Von Suse selbst sind dies Suse Linus Enterprise Desktop 10, Suse Linus Enterprise Server 8, 9 und 10, openSuse, Novell Open Enterprise Server 2 und andere Suse-Varianten. Ferner werden Systeme mit den RedHat Linux-Versionen 3, 4 und 5, Solaris9 und 10, Novell Netware und alle gängigen Windows-Varianten unterstützt. Für die meisten dieser Systeme, wie etwa alle Windows-Varianten, benötigt man jedoch die Hardwareunterstützung in der CPU.

Die Auswahl des virtualisierten Betriebssystems legt aber nur die Rahmenwerte der virtuellen Maschine fest. Dazu zählen Standardvorgaben, die auf den virtualisierten Gast abgestimmt sind. Im Testszenario entschieden wird uns in diesem ersten Durchlauf für die Virtualisierung von SLES 10, also dem gleichen Betriebssystem, das auch den Host darstellte. Zu den weiteren Konfigurationsparametern zählt hierbei lediglich die Angabe zum Installationsmedium. Nach 30 Minuten war SLES als virtuelle Maschine unter SLES eingerichtet und ließ sich initialisieren. Die weitere Verwaltung der virtuellen Maschinen passiert durch den Virtual Machine Manager von SLES. Er zeigt die wichtigsten Einstellungen und ermöglicht auch die Änderungen daran. In einer angenehmen Oberfläche werden die Einstellungen zum Prozessor, dem Arbeitsspeicher, den Festplatten, den Netzwerkkarte, sowie der Maus und dem Display präsentiert.

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