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9. Überwachung und Fernzugriff
Besonders bei größeren oder verteilten Rechenzentren sollte jede Neuanschaffung von Infrastrukturkomponenten die Rechenzentrumssteuerung vereinfachen – oder zumindest nicht noch komplizierter zu machen. Fernüberwachung und -steuerung gehören deswegen auch bei USV-Anlagen zum Pflichtprogramm. Für die Umsetzung braucht man eine USV-Steuerungssoftware und Schnittstellen für die Kommunikation im Netzwerk.
Eine Managementsoftware steuert bei Bedarf Shutdown-Agents (für das geordnete Herunterfahren einzelner Verbraucher). Um alle Informationen zur Stromversorgung in einer einheitlichen Oberfläche zu konsolidieren, gibt es zusätzliche Softwarelösungen.
So arbeitet zum Beispiel die Intelligent-Power-Manager-Software IPM von Eaton weitgehend herstellerunabhängig, also mit USV-Anlagen, Stromverteilungen und Komponenten diverser Hersteller (siehe zweiter Kastentext). Optimal ist, wenn sich die Management-Software in bestehende Rechenzentrums-Management-Lösungen integriert – beispielsweise in ein Überwachungs-Board für virtualisierte Rechenzentren.
10. Energieeffizienz
USV-Anlagen arbeiten in der Regel nur mit einer Auslastung von 40 bis 60 Prozent oder weniger. Ältere Geräte haben in diesem Lastbereich einen niedrigen Wirkungsgrad, ergo schlechte Energieeffizienz-Werte. Betreiber von größeren Systemen älteren Jahrgangs nehmen damit unnötig hohe Energiekosten für den USV-Betrieb und die Kühlung von mehr Abwärme in Kauf.
Neue USV-Systeme erreichen dagegen einen deutlich höheren Wirkungsgrad auch bei niedriger Last. Allerdings: Die Energie-Einsparmaßnahmen, die hier verwendet werden, sind herstellerspezifische Technologien und damit wenig standardisiert. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Prüfung der eingesetzten Mechanismen und des tatsächlich erreichbaren Wirkungsgrades.
Als Beispiel: Energiesparmodi für USV-Systeme geben die Eingangsspannung bei entsprechender Güte ungefiltert an die Verbraucher weiter. Für das Umschalten bei sich verschlechternder Stromqualität benötigen einige Systeme jedoch sehr lange Umschaltzeiten – und dürfen deswegen in Tier-IV-Rechenzentren nicht eingesetzt werden. Eatons Energy-Saver-System dagegen schaltet in weniger als 2ms auf Doppelwandler-Modus und ist damit schneller, als es aktuelle Standards vorsehen.
Fazit
USV-Anlagen haben häufig eine längere Lebensdauer als die Verbraucher, die sie schützen. Ihr Austausch gehört deswegen für viele IT-Verantwortliche nicht zu den Standardaufgaben. Die oben erklärten zehn Schritte sind die wichtigsten Aspekte bei dem Auswahlprozess eines neuen Systems.
Armin Haug ist Product Support Engineer bei der Eaton Power Quality GmbH.
Inhalt
- Seite 1: Umgebungsbedingungen
- Seite 2: Verbraucher-spezifische Parameter
- Seite 3: Alles einkalkulieren
- Seite 4: Zusätzliche Funktionen
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