Fehlende Energie-Infrastruktur, zu viele Amtsschimmel und Umweltauflagen US-KI benötigt bis 2028 rund 50 GW Leistung, so Anthropic

Von Ulrike Ostler 3 min Lesedauer

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US-Präsident Donald Trump hat in der vergangenen Woche einen „KI-Aktionsplan“ vorgestellt, mit dessen Hilfe, die USA ihre Führungsrolle in Sachen Künstlicher Intelligenz halten und ausbauen können soll. Einen Tag später weist Anthropic, der Mutterkonzern von Amazon und AWS auf eine der Voraussetzungen hin: Die USA benötige bis 2028 mindestens 50 Gigawatt an elektrischer Kapazität für KI, um die Führung in der KI zu verteidigen.

Die KI-Pläne in den USA sind groß, die Probleme, genügend Energie herbei zu schaffen, gibt aber auch nicht nur hierzulande wie in ganz Europa .... (Bild:  polack - stock.adobe.com)
Die KI-Pläne in den USA sind groß, die Probleme, genügend Energie herbei zu schaffen, gibt aber auch nicht nur hierzulande wie in ganz Europa ....
(Bild: polack - stock.adobe.com)

Das geht aus dem Anthropic-eigenen Whitepaper „Build AI in America“ vom Juli dieses Jahres hervor. Hier heißt es: Der Aufbau von KI in den Vereinigten Staaten ist ein Gebot der nationalen Sicherheit und der Wirtschaft. Da KI-Systeme immer leistungsfähiger werden, steigt der Energie- und Rechenbedarf für das Training und den Einsatz von Pionier-KI steigen. Jüngste Schätzungen von externen Experten und unsere eigenen Untersuchungen bei Anthropic deuten darauf hin, dass der KI-Sektor in den USA bis 2028 mindestens 50 Gigawatt an an elektrischer Leistung benötigen wird, wovon ein Großteil auf das Training der weltweit leistungsfähigsten Modelle entfällt.“

Doch das ist auch in den USA nicht ohne Weiteres möglich. So heißt es: „Doch dazu müssen regulatorische Herausforderungen sowie Engpässe in der Lieferkette, im Finanzwesen und bei den bei den Arbeitskräften angegangen werden, um Amerikas innovatives Potenzial freizusetzen.“ Unter anderem mag sich der Aufbau der notwendigen Infrastruktur durch sich überschneidende Genehmigungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, behördliche Genehmigungen für Übertragungsleitungen und Verzögerungen bei der Anbindung von Projekten an das Stromnetz jahrelange verzögern.

Auf China geschielt

Der Hinweis auf die stärkste Konkurrenz fehlt auch nicht: „China baut rasch eine KI-Infrastruktur auf und hat im vergangenen Jahr über 400 Gigawatt Leistung ans Netz gebracht, verglichen mit einigen Dutzend Gigawatt in den Vereinigten Staaten.“

Zurück auf dem Boden der Tatsachen? Immerhin hatte Anthropic noch im März diese Jahres den 50 Gigawatt-Bedarf bereits für 2027 angemeldet.

Übrigens verteile sich der Leistungsbedarf von KI sich auf zwei Arten von Arbeitslasten. KI-Training - „Wir erwarten, dass das Training von Modellen an der Grenze zu 2028 Rechenzentren mit einer Kapazität von 5 Gigawatt benötigen - und KI-Inferenz. Diese erfordere den Betrieb eines breit angelegten Netzwerks von Rechenzentren im ganzen Land.

Konkret fordert das Anthropic-Paper weitere Schritte zur Erleichterung von Genehmigungen und Beseitigung von Strombeschaffungshindernissen, Investitionen in die Energie und in die Energieinfrastruktur sowie wichtige Arbeitskräfte und Lieferketten in allen Regionen des Landes zu stärken.

Der Ruf nach dem Staat

Bezogen auf KI-Training sieht Anthropic das Department of Defence (DoD), das zugleich die oberste Energiebehörde (DoE) einschließt, in der Pflicht zum Aufbau einer groß angelegten KI-Trainings-Infrastruktur:

  • Anmietung von DOD/DOE-Arealen als Option für den Bau von Rechenzentren in der Nähe von Behörden, die für die Strombeschaffung zur Verfügung stehen, wodurch die Notwendigkeit staatlicher und lokaler Zoneneinteilung vermieden werde.
  • Beschleunigung der Überprüfungen im Rahmen des National Environmental Policy Act (NEPA) durch, etwa durch eine "programmatische" Überprüfung der Umweltauswirkungen von Rechenzentren
  • Nutzung der DOE-Befugnisse für Übertragungspartnerschaften, um langwierige staatliche Prüfungen zu vermeiden.
  • Unterstützung der Versorgungsunternehmen bei Reformen der Verbundnetze, mit Optionen, die Zusammenschaltungen zu verlangen, wenn sie für Projekte benötigt werden, die für die nationale Sicherheit entscheidend sind.

Für das Inferencing sieht das Whitepaper Folgendes vor:

  • Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Geothermie, Erdgas und Kernenergie, unter anderem durch Verringerung der sich überschneidenden Umweltprüfungen des National Environmental Policy Act.
  • Einrichtung von Stromübertragungskorridoren, da sie von nationalem Interesse seien und zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für die Übertragungsinfrastruktur in Gebieten, in denen wichtige Rechenzentren entstehen.
  • Stärkung der inländischen Produktion von kritischen Netzkomponenten und Turbinen durch Kredit- und Kreditgarantieprogramme und Aufbau strategischer Reserven dieser Produkte.
  • Unterstützung von Ausbildungs- und Unternehmerprogrammen für Energiefachkräfte.

Auch der KI-Aktionsplan der Trump-Legionäre beinhaltet ähnliche Punkte insbesondere beim Bürokratieabbau und Herunterfahren der Umweltauflagen, sieht aber auch vor, dass die KI keine dass KI keine „woken“ Ansichten widerspiegeln solle: „Bezugnahmen auf Desinformation, Diversität, Antidiskriminierung, Inklusion und Klimawandel sollen eliminiert werden“ ....

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