Der internationale Wettbewerb im Quantencomputing verschärft sich zusehends. Zugleich verabschieden sich Unternehmen von früheren Erwartungen und verlangen belastbare Ergebnisse, nachvollziehbare Fortschritte und einen klaren wirtschaftlichen Nutzen. Das zeigt der „Quantum Readiness Report 2026“.
Das Innere eine Quera-Quantencomputers, der auf neutralen Atomen basiert.
(Bild: Quera)
62 Prozent der für die Studie Befragten mit relevanten Anwendungsfällen geben an, dass klassische Rechenverfahren bereits an ihre Grenzen kommen. Der Bedarf an Quantencomputing entsteht damit weniger aus technologischer Neugier als aus Leistungsgrenzen heutiger IT-Systeme.
Über die Studie
Die Befragung zum „Quantum Readiness Report 2026“ wurde im Dezember 2025 t von Quera Computing ausgeführt. Befragt wurden 291 Fach- und Führungskräfte aus Wissenschaft, Industrie, öffentlichem Sektor und Technologieanbietern in mehr als 25 Ländern, darunter 82 aus der EU. Ziel der Studie ist es, den Stand der Einführung, Einsatzreife und Markterwartungen im Bereich Quantencomputing zu erfassen.
Gleichzeitig hat sich der Blick auf den Markt ernüchtert. Der Anteil der Befragten, die ihr Land als „sehr gut positioniert“ im Bereich Quantencomputing einschätzen, ist gegenüber dem Vorjahr um zwanzig Prozentpunkte gesunken – von über 45 Prozent im Jahr 2025 auf 25 Prozent im Jahr 2026. Der anfängliche Optimismus weicht einer nun immer kritischeren Bewertung.
Yuval Boger, Chief Commercial Officer bei Quera Computing, stellt heraus: „2026 werden die Karten neu gemischt. Unternehmen glauben weiterhin fest an das Potenzial von Quantencomputing. Aber sie wollen wissen, wo und unter welchen Bedingungen es tatsächlich Mehrwert bringt. Der Markt misst Fortschritt inzwischen an Ergebnissen, nicht an Versprechungen.“
Mehr Aktivität, höhere Hürden
Zwar beschäftigen sich immer mehr Organisationen mit Quantencomputing, doch die Selbsteinschätzung zur Einsatzreife fällt zurückhaltender aus. Nur noch 55 Prozent der globalen Befragten halten ihr Unternehmen für zumindest teilweise vorbereitet. Im Vorjahr lag dieser Wert bei über 65 Prozent.
Die Studie weist auf ein Paradoxon der Einsatzreife hin: Mit wachsender Erfahrung steigen auch die Maßstäbe. Was vor einem Jahr noch als Vorbereitung galt, reicht heute nicht mehr aus.
Auffällig ist zudem ein struktureller Unterschied. Große Organisationen bewerten ihre eigene Einsatzfähigkeit kritischer als kleinere, agilere Unternehmen. Komplexe IT-Landschaften, längere Entscheidungswege und konkurrierende Investitionsvorhaben erschweren dort den Übergang vom Experiment in den Betrieb.
Während 56 Prozent der Befragten Quantencomputing aktiv evaluieren oder Pilotprojekte durchführen, haben bislang nur 13 Prozent Anwendungen produktiv eingeführt oder skaliert. Der Schritt vom Testbetrieb in den Alltag bleibt die zentrale Hürde.
Fachkräfte werden zum limitierenden Faktor
Neben technologischen und finanziellen Fragen rückt der Arbeitsmarkt zunehmend in den Fokus. 37 Prozent der Befragten nennen mangelnde Fachkräfte als eines der größten Hindernisse für den Einsatz von Quantencomputing in der Praxis.
„Der Fachkräftemangel bremst inzwischen das Tempo“, hält auch Boger fest. „Unternehmen können Technologien nur dort einsetzen, wo sie über die nötige Expertise verfügen. Qualifizierung wird damit zu einer strategischen Voraussetzung.“
Europa zurückhaltender als die USA
Die Studie zeigt zudem deutliche internationale Unterschiede auf. In den Vereinigten Staaten sehen 82 Prozent der Befragten ihr Land bereits als gut im Bereich Quantencomputing aufgestellt. In der Europäischen Union liegt dieser Wert bei knapp über der Hälfte (51 Prozent).
Auch auf Unternehmensebene unterscheiden sich die Perspektiven. US-Unternehmen schätzen ihre Einsatzbereitschaft insgesamt höher ein.
Europäische Befragte betonen dagegen stärker Themen wie Beschaffungsprozesse, technologische Souveränität und industrielle Einbindung. Der europäische Ansatz ist damit vorsichtiger, aber stärker strukturiert.
Simulation als naheliegender Anwendungsfall
Simulationen gelten als der derzeit greifbarste Anwendungsfall für Quantencomputing. Insbesondere in der Materialforschung, der Chemie und der Wirkstoffentwicklung bündeln sich 42 Prozent der geplanten Einsatzszenarien. Unternehmen aus der Pharma- und Life-Sciences-Branche sind hier überdurchschnittlich aktiv.
Die Studienmacher stellen eine Kluft zwischen Vision und Umsetzung fest und bezeichnen diese als „The Quantum Execution Gap“.
(Bild: Quera)
„Der Mehrwert von Quantencomputern zeigt sich dort am schnellsten, wo klassische Rechenverfahren an ihre Grenzen kommen“, erläutert Boger. „Molekulare Simulationen, Batterieforschung oder Proteinfaltung gehören zu den Problemen, die Unternehmen bereits heute beschäftigen.“
Ambitionierte Zeitpläne bei gleichbleibenden Budgets
Der langfristige Nutzen von Quantencomputing gilt als gesetzt, doch die Mittelvergabe wird selektiver. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) geht für 2026 von unveränderten Budgets aus, lediglich zehn Prozent rechnen mit Einsparungen. Das deutet auf eine Konsolidierungsphase hin.
Stand: 08.12.2025
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Ungeachtet der zurückhaltenderen Marktbewertung sind die Zeithorizonte weiterhin ambitioniert. 43 Prozent der Befragten erwarten innerhalb von fünf Jahren einen Vorsprung von Quantencomputern bei ausgewählten Anwendungen. Weitere 37 Prozent gehen von einem Zeitraum von sechs bis zehn Jahren aus. Nur eine sehr kleine Minderheit hält diesen Entwicklungsschritt für unrealistisch.
Hinweis:Weitere Analysen der Quantum Readiness Report 2026 zu Investitions- und Beschaffungsentscheidungen sowie zu technologischen Erwartungen wollen die Studienmacher in den kommenden Monaten veröffentlichen.
Über Quera Computing
Quera will die Quantenforschung von der Theorie in die Praxis übersetzen. Als wissenschaftlicher und kommerzieller Vorreiter im Bereich des Quantencomputings mit neutralen Atomen unterstützt das Unternehmen andere dabei, mit Quantentechnologien Wettbewerbsvorteile zu erzielen, Hochleistungsrechenzentren bei der Lösung klassisch unlösbarer Probleme zu stärken und Regierungsinitiativen beim Aufbau nationaler Kompetenzen und souveräner Infrastrukturen zu befähigen.
Wesentlich dafür ist die „Quantum Innovation Platform“ von Quera, die Quantencomputer sowohl vor Ort als auch über die Cloud verfügbar macht und durch anwendungsorientierte Entwicklung sowie gemeinsame Forschung ergänzt wird.
Gegründet an der Harvard University und dem MIT und bis heute in enger Zusammenarbeit aktiv, ist Quera weltweit mit Standorten in Boston, Tokio und Großbritannien vertreten.