KI-Expansion in Bayern Telekom und Nvidia planen milliardenschweres Rechenzentrum in München

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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In München soll ein KI-Rechenzentrum für SAP entstehen. Offiziell schweigen die Firmen, doch auf LinkedIn wächst bereits die Kritik an Dimension und Strategie.

Im Juni trafen Nvidia-CEO Jen-Sen Huang und Friedrich Merz aufeinander.(Bild:  Nvidia)
Im Juni trafen Nvidia-CEO Jen-Sen Huang und Friedrich Merz aufeinander.
(Bild: Nvidia)

Nach übereinstimmenden Medienberichten, darunter Bloomberg und des Bayerischen Rundfunks, planen die Deutsche Telekom und Nvidia ein Rechenzentrum in München. Das Investitionsvolumen soll rund eine Milliarde Euro betragen. SAP gilt als erster Großkunde. Doch Details zu Standort, Kapazität und Inbetriebnahme stehen jedoch aus. Telekom, Nvidia und SAP kommentieren das Projekt bislang nicht.

Anschluss an laufende KI-Initiativen

Im Juni 2025 kündigten Telekom und Nvidia an, gemeinsam eine industrielle KI-Cloud aufzubauen, die spätestens 2026 starten soll. Geplant sind mehr als 10.000 Nvidia-GPUs – von „DGX-B200“-Systemen bis zu „RTX-Pro“-Servern –, die KI-Workloads für europäische Industrieunternehmen ausführen sollen. Laut Unternehmensangaben soll die Infrastruktur Fertigungssimulationen, digitale Zwillinge und Engineering-intensive Workloads ermöglichen. Telekom übernimmt den Betrieb, die Rechenzentrumsinfrastruktur und Security-Services nach europäischen Standards.

München als wachsender KI-Hotspot

München wächst weiter zu einem Datacenter-Hotspot an. Es investieren bereits Google, Microsoft, Apple und OpenAI in neue Standorte. Die Telekom positioniert die Kooperation mit Nvidia als Teil einer souveränen europäischen KI-Landschaft. In öffentlichen Beiträgen verweist das Unternehmen auf den steigenden Bedarf an sicheren, lokal kontrollierten KI-Ressourcen für Industrie, Forschung und Mittelstand. Parallel arbeitet die Bundesregierung an der europäischen KI-Gigafactory-Initiative, die bis 2027 rund 100.000 GPUs bereitstellen soll.

Kontroverse Stimmen aus der Branche

Während viele Beobachter den Schritt als wichtigen Impuls für den Standort sehen, stößt die geplante Größenordnung in sozialen Medien auch auf Skepsis. Auf LinkedIn schrieb Noah Leidinger, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft OMR X einen Beitrag zu dem Vorhaben. Daniel Bohle, Geschäftsführender Gesellschafter von Metalposaunist, antwortete darauf: „Wollten wir nicht souverän werden? Jetzt kippt man also den Playern am Markt noch mehr Geld in den Rachen, die schon genug haben und an der KI-Blase beteiligt sind? Schwierig. Ich sehe das sehr, sehr, sehr kritisch und mit Sorge.“

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