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Mittelständische Firmen schöpfen ihre IT-Investitionen nicht aus

Softwareschrott kostet 9,6 Milliarden

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Tipp 4: Aktuell bleiben

In Deutschland kauft laut Sage Studie nur jeder vierte Mittelständler (27 Prozent) alle drei bis fünf Jahre Updates für seine Software. Ein Wert, der weit hinter dem europäischen Durchschnitt liegt, wo immerhin fast die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen ihre Software in diesem Zeitraum updaten. Damit riskieren die Firmen hierzulande nicht nur Störungen in ihrer gesamten IT-Infrastruktur, was zu großer Unzufriedenheit und sinkender Akzeptanz bei den Anwendern führen kann.

Darüber hinaus müssen Unternehmen bei einem kontinuierlichen Update ihrer Software weniger Zeit und Geld investieren, um ihre Prozesse auf dem neuesten Stand zu halten und laufen nicht Gefahr, gesetzliche Änderungen zu verschlafen. Wartungs- und Supportverträge mit Einführungspartnern helfen ihnen, up-to-date zu bleiben. Unternehmen, die ihre Software möglichst einfach immer auf dem neuesten Stand halten wollen, sollten auf Cloud-Services setzen.

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Tipp 5: Das Mitwachsen ermöglichen

Wenn ein Unternehmen gegründet wird, reicht in der Regel eine kleinere Version der ERP-Software aus. Doch was klein beginnt, kann schnell groß werden. Daher sollten Firmengründer immer das zukünftige Wachstum ihres Unternehmens mitbedenken. Anhaltspunkt bei der Entscheidung könnte dabei eine grobe Vorausschau der eigenen Ziele sein.

Ist beispielsweise in drei bis fünf Jahren ein internationales Wachstum geplant, dann sollte beim Start eine Lösung gewählt werden, die dieses unterstützen kann. Mit anderen Worten: Eine Software sollte auch langfristig gesehen mit den Bedürfnissen und strategischen Zielen der Firma in Einklang gebracht werden können.

Tipp 6: Auf Integrationsfähigkeit achten

Ein großes Problem ist für viele Firmen, dass Daten mehrfach erfasst und gepflegt werden. Das erhöht den Arbeitsaufwand und die Fehleranfälligkeit. Bei der Auswahl der Unternehmenssoftware sollte daher darauf geachtet werden, dass sich spezifische Kunden-Lösungen integrieren bzw. sich die intern und extern zur Verfügung stehenden Daten leicht einbinden lassen. Ohne Schnittstellen-Fähigkeit der eingesetzten Systeme haben Firmen in Zeiten von Machine-to-Machine-Kommunikation und Industrie 4.0 das Nachsehen.

Tipp 7: Erfolge vorab definieren und messen

Unternehmen in ganz Europa messen den Erfolg ihrer Software-Einführung. Dabei bilden die Verfügbarkeit des Services und die Auswirkungen des Einsatzes auf das Unternehmen die wichtigsten Maßstäbe. Erstaunlicherweise sind unter den deutschen Mittelständlern laut Sage Studie mit 12 Prozent vergleichsweise viele Messmuffel.

Sie verschenken damit nicht nur die Möglichkeit, aus dem aktuellen Projekt für die Zukunft zu lernen. Sie dürften auch bei der Zielfestlegung nicht so strukturiert und detailliert vorgehen wie jene Firmen, die den Erfolg hinterher messen. Damit erhöhen sie die Gefahr, falsche Entscheidungen zu treffen.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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 Ludger Schmitz

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Freiberuflicher Journalist