Die IT-Welt steckt voller Abkürzungen - von 2FA (2-Faktoren-Authentifizierung) bis XaaS (Everything as a Service). Wer im herausfordernden Umfeld der hybriden Cloud Kontinuität und Anwenderfreundlichkeit sicherstellen möchte, kommt an einem weiteren Trend-Akronym nicht vorbei: „GSLB“. Diese Abkürzung steht für Global Server Load Balancing auf Netzwerkebene. Diese Technik aber vereinfacht das Disaster Recovery und unterstützt Hochverfügbarkeit über verschiedene Standorte.
In Cloud- und Edge-Szenarien müsssen Unternehmen über ein global verteiltes Load-Balancing nachdenken.
GSLB nach DNS-Protokoll gilt als schnell und verlässlich. Antworten erfolgen nahezu in Echtzeit – eine ideale Option für Anwendungen, die eine hohe Verfügbarkeit von Datencenter für die Notfallwiederherstellung benötigen.
Da Unternehmen trotzt GSLB noch immer die Herausforderung stemmen müssen, Anwendungen an mehreren Standorten reaktionsschnell und verlässlich bereitzustellen und dabei die Latenzzeit bei der DNS-Auflösung zu gewährleisten, ist es empfehlenswert, auf Load Balancing auf Netzwerkebene zu setzen – auch „Edge DNS-GSLB“ genannt.
Die digitale Infrastruktur leistet Tag für Tag Schwerstarbeit. Sie bietet die Reaktionsfähigkeit und Verfügbarkeit, auf die Unternehmensanwendungen angewiesen sind, die sich in den unterschiedlichsten Rechenzentren (on premise, in privaten oder öffentlichen Clouds) befinden, und auf die von weltweiten Standorten aus zugegriffen wird. Die Studie der Analysten von Gartner „Why Organizations Choose a Multicloud Strategy“ hat diesbezüglich herausgefunden, dass derzeit 81 Prozent der Befragten mit zwei oder mehr Cloud-Anbietern zusammenarbeiten. Das bedeutet: Moderne IT-Teams müssen in einem immer größer werdenden Multicloud-Umfeld heute mehr denn je Ausfallsicherheit garantieren, um geschäftsrelevante Workflows am Laufen zu halten.
Kurz gefasst: Wettbewerbsstärke ausbauen, Kosten senken
Derzeit setzen immer mehr Unternehmen auf Multicloud-Umgebungen, Rechenzentren sind immer verteilter und Sicherheitsrisiken steigen: In diesem Zusammenhang trägt DNS GSLB dazu bei, User Experiences zu verbessern und zugleich Disaster Recovery-Pläne zu optimieren. Außerdem lassen sich durch die Vereinfachung der Architekturen Kosten senken.
Für zukunftsorientierte Unternehmen kann jede Sekunde eines Anwendungs- oder Systemausfalls extrem kostspielig sein, denn Anwender müssen jederzeit auf kritische Anwendungen zugreifen können. Geht es um Disaster Recovery-Ansätze, ist die Gewährleistung der Servicekontinuität daher der Schlüssel für Wettbewerbs- und Zukunftsstärke. Stellen Firmen- und IT-Entscheider hierbei das DNS in den Mittelpunkt ihrer DRP-Strategien, erhalten Multi-Cloud-Unternehmen den Vorsprung, den sie für ihren langfristigen Erfolg benötigen. Besonders hilfreich ist hierbei eine All-in-One-Lösung, die DNS-Dienste, GSLB-Funktionen und DNS-Sicherheit in einer einzigen Anwendung vereint.
Smarte Anwendungen erfordern Load Balancing „at the edge”
Load Balancer und Application Delivery Controller (ADCs) sind mittlerweile allseits bekannte Werkzeuge zum Ausgleich von Serverlasten. Während ADCs dabei den Datenverkehr innerhalb eines einzigen Rechenzentrums verteilen, liegt die Stärke der Global Server Load Balancer (GSLB) darin, Arbeitslasten auf mehrere Rechenzentren oder Standorte zu verteilen.
Global Server Load Balancer, die in rekursive DNS-Server integriert sind und am Rande des Netzwerkes, also „at the edge“ (Edge-DNS-GSLB), eingesetzt werden, bringen diesen Ansatz auf eine neue und noch ausgereiftere Ebene. Zu den Vorteilen gehören eine vereinfachte Bereitstellung, verbesserte Benutzerfreundlichkeit (User Experience), robustere Anwendungen und, was für einige Unternehmen sehr wichtig sein dürfte, optimierte Disaster Recovery-Pläne (DRP).
So sind sie umfassender und besser auf potenzielle Systemausfälle vorbereitet und können daher gelassener agieren. Die Kombination von DNS- und GSLB-Funktionalität auf einem Server reduziert Investitionsausgaben und Betriebskosten erheblich und vereinfacht den Rollout in der gesamten Unternehmensinfrastruktur.
Die Vorteile globaler Lastverteilung
Durch die Implementierung von GSLB in rekursiven DNS-Servern lassen sich Entscheidungen beim Traffic Routing für Anwendungen geografisch deutlich näher am Nutzer treffen und so eine native Lokalisierung ermöglichen. Da GSLB an entfernten Standorten eingesetzt werden kann, wird die Ausfallsicherheit zusätzlich gestärkt. Zugleich verbessert sich die Möglichkeit der Fehlererkennung auf Rechenzentrums-, WAN-, Server- und GSLB-Ausfälle.
Große Systemausfälle bei renommierten Unternehmen schaffen es immer wieder in die weltweiten Medien, da sie zahlreiche negative Nebenwirkungen wie Imageschäden und Umsatzeinbußen mit sich bringen können. Vorfälle wie der Cloud-Ausfall bei Google vom November 2029 sind zwar selten, zeigen aber, dass selbst die größten Akteure auf diesem Gebiet nicht unverwundbar sind.
Mithilfe DNS-basierten Edge-GSLBs lassen sich die Auswirkungen einer derartigen Unterbrechung signifikant minimieren, da sich der geschäftsrelevante Datenverkehr nahtlos zu einem im Vorfeld definierten und konfigurierten Backup-Rechenzentrum an einem anderen Standort leiten lässt. Zusätzlich können Unternehmen durch das Hinzufügen von Funktionen für das IP Address Management (IPAM) sowohl ihre Cloud- als auch ihre lokalen Anwendungen von einem zentralen Repository aus verwalten. Für Netzwerkadministratoren erleichtert GSLB auf Netzwerkebene die Systemwiederherstellung bei allen drei zentralen Schritten der Disaster Recovery, Vorbereitung, Testing sowie Aktivierung.
1. Stressfreie Vorbereitung
Konfigurationsänderungen von DNS-Einträgen für mehrere Anwendungen können sich als verwirrende und komplizierte Angelegenheit herausstellen, die zudem diverse Fehlerquellen beinhaltet. Hier leistet Edge-DNS-GSLB Unterstützung; denn der Technikansatz lässt sich zur Vorbereitung des jeweiligen Ausfallszenarios nutzen und in einem nächsten Schritt die Aktivierung vereinfachen.
Global Server Load Balancing auf Netzwerkebene, das mit einem Anwendungs-Repository verknüpft ist, ermöglicht die Vorbereitung auf der Serverebene, die im Fall eines Systemausfalls eingesetzt wird. Administratoren können die in der Business Impact Analysis (BIA) definierte Priorität für die Umstellung jeder Anwendung hierdurch stressfrei bereits im Vorfeld planen und ausarbeiten.
Stand: 08.12.2025
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der Autor, Ronan David, ist Vice President Business Development bei EfficientIP.
(Bild: EfficientIP)
2. Vereinfachtes Testing mit minimalen Auswirkungen auf Netzwerk und User
Indem sie auf das DNS zur Vorbereitung auf einen Systemausfall setzen, verhindern IT-Teams beim Testen ihrer Disaster Recovery-Pläne, dass das gesamte Netzwerk unterbrochen wird. Sie können ein DRP-Szenario leicht an einem Pilotstandort testen und ihre Wiederherstellungsstrategie auf nur einem Edge-DNS-GSLB-Server anwenden, ohne dabei andere Standorte zu beeinträchtigen.
Das bedeutet: Sie können untermauern, dass ihr Ansatz robust und verlässlich ist und der Benutzerzugriff auf Anwendungen nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.
3. Automatisierte und fehlerfreie Switchover-Aktivierung
Mit nur einem Klick lässt sich bei Einsatz des Edge-DNS-GSLB-Ansatzes die in der Vorbereitungsphase definierte Konfiguration im Ernstfall in die Tat umsetzen. Während der Disaster Recovery-Phase wird die DNS-Konfiguration auf allen Servern durch Umschalten des Verwaltungsstatus der Knoten pro Anwendungspriorität automatisch geändert. Der Application Traffic wird zugleich zu den im Backup-Rechenzentrum befindlichen Diensten geleitet.
Autor: Ronan David, VP Business Development bei EfficientIP
* Ronan David ist seit 2004 für EfficientIP mit Sitz in Frankreich tätig. Als Vice President Business Development verantwortet er den Ausbau der Marketingstruktur sowie die strategische Planung und das Management des Partnernetzwerks. Vor seiner Tätigkeit bei EfficientIP konnte er über zehn Jahre Erfahrungen bei IT-Konzernen wie Orange und Visiowave sammeln.