Die Kommunikation mit IT-Systemen in natürlicher Sprache – das ist das jüngste Angebot von SAP für Künstliche Intelligenz. Die dazugehörigen Systeme laufen bei SAP nie on premises, wie Philipp Herzig berichtet, Senior Vice President und Head of Cross Product Engineering & Experience bei SAP.
Wie sollen SAP-Kunden mit den jüngsten Business-Intelligence-Angeboten Geschäftsdaten besser nutzen, Entscheidungen unterstützen und Innovationszyklen verkürzen können? Mit SAP-KI aus der Cloud.
Bitte beschreiben Sie die SAP-Vision eines Netzwerks intelligenter Unternehmen.
Philipp Herzig: SAP steht für das Zusammenführen von Informationen und Gestaltung von Geschäftsprozessen im Unternehmen. Seit nunmehr über 50 Jahren vernetzen wir alle Fachabteilungen in Betrieben. Nun geht es darum, die Unternehmen in der gesamten Lieferkette zusammenzubringen, beispielsweise für die Beschaffung oder für das Bezahlen.
Das hilft dabei, Unternehmen zu steuern und verbessert die Nachhaltigkeit. Im besten Fall lässt sich dabei der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen eines Produkts bestimmen. Hinzu kommt Künstliche Intelligenz, um Arbeitsabläufe zu automatisieren und die Benutzererfahrung zu verbessern. Unser Bestreben ist es, SAP-Anwender so zu vernetzen, dass sie Innovationen auch umsetzen können.
„Systeme für Künstlicher Intelligenz nutzt fast keiner unserer Kunden on premises“, sagt Philipp Herzig, Senior Vice President und Head of Cross Product Engineering & Experience bei SAP. „Deswegen bieten wir derartige Anwendungen künftig ausschließlich aus der Cloud an.“
(Bild: SAP SE)
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz, wenn es um das Automatisieren von Geschäftsabläufen geht?
Philipp Herzig: Wir unterscheiden bei Künstlicher Intelligenz mehrere Ebenen: Automatisierung, die Analyse großer Datenmengen. Hierbei erkennen intelligente Systeme Zusammenhänge, die dem menschlichen Auge durch das schiere Datenvolumen verborgen bleiben. Zudem geht es um eine verbesserte User Experience bei der Arbeit mit unseren Lösungen, also beispielsweise Abfragen in natürlicher Sprache mit dem vorgestellten generativen KI-Assistenten ‚Joule‘ (siehe: „Joule soll Geschäftsabläufe neu definieren; SAPs Assistent nutzt generative Künstliche Intelligenz“).
In allen Ebenen und im gesamten SAP-Anwendungsportfolio gibt es Anwendungsbereiche für intelligente Systeme: zum Beispiel in der Produktion, wo fehlerhafte Bauteile schon vor dem Einbau erkannt werden. Oder im Finanzwesen, wo ein IT-System Rechnungen und eingehende Zahlungen automatisch miteinander abgleicht. In allen Fällen hilft Künstliche Intelligenz dabei, die Automatisierung voranzutreiben und die Qualität zu steigern.
Wie lässt sich die Leistung von Geschäftsprozessen mittels Künstlicher Intelligenz bewerten?
Philipp Herzig: Wir analysieren mit Hilfe von 'SAP Signavio', wie ein bestimmter Geschäftsprozess in der Praxis abläuft. Wir nutzen diese Lösung, um datenbasiert entweder unternehmensintern oder auch unternehmensübergreifend festzustellen, wo Ineffizienzen in den Abläufen liegen.
Viele Kunden sind von den Ergebnissen überrascht. Sie haben bis dato geglaubt, dass es bei ihnen beispielsweise für die Debitoren- und die Kreditorenbuchhaltung nur jeweils einen Prozess gibt, der einheitlich läuft. Die Analyse großer Datenmengen bringt dann jedoch ans Tageslicht, dass in der Praxis 20 oder 30 unterschiedliche Versionen eines Prozesses laufen. Künstliche Intelligenz zeigt hier Optimierungspotenziale auf.
Wie sieht es mit Künstlicher Intelligenz beim Performance-Management aus, wenn Unternehmen feststellen wollen, wie weit sie ihre Ziele erreicht haben?
Philipp Herzig: Hier hilft die Künstliche Intelligenz dabei, faktenbasierte Entscheidungen schnell zu treffen. Die konkrete Entscheidung für das Steuern des Unternehmens verbleibt allerdings immer bei den Entscheidungsträgern. Wir nennen das 'Responsible AI', also eine Künstliche Intelligenz, die ethischen Prinzipien folgt.
Die Technologie steht Anwendern als Copilot zur Seite und nimmt ihnen Arbeit ab. Wir sind aber der festen Überzeugung, dass am Ende immer der Mensch entscheiden muss, wo welche Optimierung zum Einsatz kommt und auch sinnvoll ist.
In der Podcast-Folge #21 der „DataCenter Diaries“ hat sich Philipp Herzig über die jüngsten Business-Intelligence-Angebote unterhalten, insbesondere wie die Kunden idamit hre Geschäftsdaten besser nutzen, Entscheidungen unterstützen und ihre Innovationszyklen verkürzen können.
Welche Rolle spielen die SAP-Partner, wenn es darum geht, intelligente Anwendungen in die Geschäftsprozesse von Unternehmen zu bringen?
Philipp Herzig: Für unsere Strategie in Sachen Künstlicher Intelligenz arbeiten wir mit zwei Arten von Partnern zusammen: Zum einen Technologiepartner rund um Large Language Models wie Microsoft, Google, Amazon, IBM und Aleph Alpha, die uns die bestmögliche Technologie für einen Anwendungsfall liefern. Zum anderen Implementierungspartner, die mit dieser Technologie Anwendungen bauen, die das Problem eines Kunden oder einer Branche lösen. Sie nutzen dafür die Business Technology Platform und erweitern Lösungen wie Success Factors oder S/4HANA um Use Cases, die im Standardprodukt nicht enthalten sind, weil sie vielleicht zu spezifisch sind oder nur auf eine bestimmte Industrie abzielen.
Die Cloud ist ein tragender Pfeiler von der SAP-Vision, Künstliche Intelligenz ins Unternehmen zu bringen. Dort lassen sich Algorithmen mit großen Datenmengen trainieren und Sie können Innovationen schnell ausrollen. Heißt das, dass die intelligenten Anwendungen ausschließlich für Kunden mit Cloud-Systemen verfügbar sind?
Philipp Herzig: Ja, wir bieten unsere Algorithmen ausschließlich in der Cloud an. Damit bilden wir die gelebte Praxis ab.
In den vergangenen mehr als acht Jahren haben wir ungefähr 24.000 Kunden gewonnen, die mit klassischer oder generativer Künstlicher Intelligenz arbeiten. Weniger als ein Prozent davon nutzt für Künstliche Intelligenz Inhouse-Systeme.
In der On-Premise-Welt bremsen viele Faktoren die Akzeptanz dieser Technologie: der Mangel an Fachkräften beispielsweise oder knappe Ressourcen wie High-End-Grafikkarten, welche die Berechnungen vornehmen. Zudem ist das Anlegen von gut kuratierten Datenmengen ein hoher Aufwand, der sich für Einzelunternehmen nur selten lohnt. In der Cloud sind diese Hürden geringer, deswegen positionieren wir unsere intelligenten Lösungen dort.
Stand: 08.12.2025
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Nun gibt es hybride Landschaften, bei denen die Kernsysteme inhouse laufen, aber die Module für Kundenbetreuung, Miterbeiterverwaltung oder Logistiksteuerung in der Cloud. Können Unternehmen dann für die Cloud-Module Künstliche Intelligenz hinzu buchen?
Philipp Herzig: Ja, das geht, sofern sie dafür die 'Business Technology Platform' nutzen. Wir legen Unternehmen keine Steine in den Weg, wenn es darum geht, selbst Hand anzulegen und sich eigene Anwendungsfälle zu bauen.
Die in Joule eingebauten Use Cases, für die wir Services liefern, betreffen alle die Cloud. Man kann aber mit unseren Werkzeugen nach dem Baukastenprinzip eigene Szenarien hinzufügen.
Wenn jemand also seine Kundendaten oder Mitarbeiterinformationen in der Cloud hat, dann kann er Joule nutzen, um die dortigen Daten zu analysieren und sich Empfehlungen geben zu lassen?
Philipp Herzig: Selbstverständlich. Die Architektur hinter Joule ist modular. Sobald ein weiteres Modul aus der Cloud dazukommt, werden die Fähigkeiten von Joule entsprechend mächtiger. Auf On-Premise-Daten kann Joule allerdings nicht zugreifen.