Die Nachfrage nach On-Premises Quantencomputer steigt Rigetti verkauft 108-Qubit-Computer an indische Forschungseinrichtung

Von Ulrike Ostler 4 min Lesedauer

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Rigetti Computing gehört zur den Quantencomputer-Pionieren und kann mit Fortschritten aufwarten: Im Januar dieses Jahres hat US-Unternehmen einen Auftrag vom indischen Centre for Development of Advanced Computing (C-DAC) bekannt gegeben. Kurz vorher hatte das Unternehmen seine Roadmap überarbeitet und den Termin für die allgemeine Verfügbarkeit seines 108-Qubit-Quantencomputersystems „Cepheus-1-108Q“ anpasst und auf Ende des ersten Quartals 2026 terminiert.

Die Rigetti-Quantencomputer basieren  auf supraleitenden Qubits. (Bild:  Rigetti)
Die Rigetti-Quantencomputer basieren auf supraleitenden Qubits.
(Bild: Rigetti)

Die Roadmap-Korrektur war am 9. Januar und die Bekanntgabe der 8,4 Millionen Dollar-schweren Bestellung am 20. Januar. Der Investment-Broker Wedbush Security hatte daraufhin das Kursziel von 35 auf 40 Dollar angehoben und die Kaufempfehlung für die Aktie bestätigt.

Laut „Wall Street online“ sehen die Analysten darin „ein weiteres Signal für die wachsende Nachfrage nach On-Premise-Quantencomputern“. Auch der Rigetti. 108-Qubit-Quantencomputer wird vor Ort im C-DAC-Zentrum in Bengaluru installiert und soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in Betrieb genommen werden. Laut Finanzmedium „Wall Street online“ setzen Regierungen, Forschungseinrichtungen und perspektivisch auch kommerzielle Kunden investierten zunehmend in hybride klassisch-quantentechnische Infrastrukturen. Die US-Regierung hab vor Kurzem seine Präferenz für Ionq, D-Wave und Rigetti. bekannt.

Wedbush wendet sein Augenmerk insbesondere Ionq zu; denn das Unternehmen plant eine Übernahme von Skywater Technologies, ein US-amerikanischer Halbleiterhersteller. Wie Wall Street online bemerkt, würde der Deal im Volumen von rund 1,8 Milliarden Dollar, bewertet mit 35 Dollar je Skywater-Aktie, IonQ zur einzigen vertikal integrierten Full-Stack-Quantencomputing-Plattform machen.

Durch die Integration von Chipfertigung und Packaging ins eigene Haus ließen sich Entwicklungszyklen deutlich verkürzen. Wedbush geht davon aus, dass sich die Roadmap für 200K- und 2M-Qubit-Systeme um bis zu ein Jahr beschleunigen könnte. Darüber hinaus, so das Finanzmedium kann Skywater als US-basierte Foundry die Chancen auf US-staatliche Förderung erhöhen. Bei Wedbush endet das in einer Outperform- Bewertung von 60 Dollar.

Die Rigetti-Technik

Rigetti hat nach eigenen Angaben den branchenweit ersten Multi-Chip-Quantenprozessor für skalierbare Quantencomputersysteme entwickelt. Die Quantencomputer von Rigetti basieren auf supraleitenden Qubits, die weithin aufgrund ihrer technischen Reife, ihrer Skalierbarkeit und ihrer hohen Gate-Geschwindigkeiten als die führende Qubit-Modalität gelten. Die aktuellen Quantencomputersysteme von Rigetti erreichen Gate-Geschwindigkeiten von 50 bis 70 Nanosekunden, was etwa 1.000-mal schneller ist als andere Quantencomputertypen wie Ionenfallen und neutrale Atome.

Das Unternehmen entwickelt und fertigt seine Chips intern in Fab-1, der ersten dedizierten und integrierten Fertigungsanlage für Quantenbauelemente der Branche. Auf Basis dieser proprietären Technologie hat Rigetti 2025 mit Cepheus-1-36Q den branchenweit größten Multi-Chip-Quantencomputer auf den Markt gebracht, der auf vier miteinander verbundenen 9-Qubit-Chiplets basiert. Die Cepheus-Systeme von Rigetti mit 36 bis 108 Qubits basieren auf der firmeneigenen Chiplet-Technologie und enthalten die Steuerelektronik des Unternehmens.

Derzeit verkauft Rigetti lokale Quantencomputersysteme mit 9 bis 180 Qubits und unterstützt damit nationale Laboratorien und Quantencomputerzentren. Die 9-Qubit-QPU „Novera“ von Rigetti unterstützt eine breitere Forschungs- und Entwicklungsgemeinschaft mit einer leistungsstarken, vor Ort installierten QPU, die in die bestehenden Kryo- und Steuerungssysteme des Kunden integriert werden kann.

Neben physischen Systemen bietet das kalifornische Unternehmen Quantencomputer über die Cloud über seine „Rigetti Quantum Cloud Services“ (QCS)-Plattform an und ermöglicht so globalen Unternehmen, Behörden und Forschungskunden die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Dazu gehört die firmeneigene quanten-klassische Infrastruktur des Unternehmens bietet eine leistungsstarke Integration mit öffentlichen und privaten Clouds für praktisches Quantencomputing.

Die Rigetti-Kundschaft

Der indische Kunde C-DAC wurde als führende Forschungs- und Entwicklungseinrichtung unter der Leitung des Ministeriums für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) der indischen Regierung gegründet und ist seitdem eine treibende Kraft für den technologischen Fortschritt Indiens. Es konzentriert sich auf den Entwurf, die Entwicklung und den Einsatz von Anwendungen der Elektronik- und Informations- und Kommunikationstechnologie (ICTE) für das sozioökonomische Wachstum.

Zu seinen Aufgaben gehören die Erweiterung der Grenzen der IKT, die Entwicklung von Technologielösungen, Architekturen, Systemen und Standards für national wichtige Herausforderungen, die Ermöglichung einer schnellen und effektiven Verbreitung von Wissen durch die Überwindung von Sprachbarrieren mittels Technologie, der Austausch von Fachwissen zum Aufbau fortgeschrittener Kompetenzen in der Informationstechnologie, die Nutzung der Vorteile der IT für die Gesellschaft und die Verwertung des generierten geistigen Eigentums durch dessen Umwandlung in Geschäftsmöglichkeiten.

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Doch auch D-Wave kann den Finanzdienstleister Wedbush überzeugen: Das Unternehmen punkte mit seinem Fokus auf Annealing-Quantencomputer, die bereits heute in konkreten Optimierungsanwendungen eingesetzt werden. Mit dieser Ausrichtung konnte das kanadische Unternehmen neue Verträge mit Fortune-100-Unternehmen, akademischen Kunden sowie Kooperationen im Verteidigungsbereich generieren.

Allerdings stehen die Aktien zurzeit nicht ganz so günstig: Laut aktuellem Kursniveau ist die D-Wave Quantum-Aktie 53,45 Prozent vom Jahreshoch entfernt. Zugleich jedoch plant das Unternehmen ab diesem Jahr eine starke Ausweitung des Geschäfts durch die Entwicklung eigener Gate-Model-Quantencomputer, die parallel zum bisherigen Annealing-Ansatz laufen soll.

Außerdem plant das Unternehmen, seinen Hauptsitz von Palo Alto, Kalifornien, nach Boca Raton, Florida, zu verlegen und dort ein Forschungs- und Ausbildungszentrum zu etablieren, um Partnerschaften zu stärken und Fachkräfte auszubilden, wobei es auf Wachstum in Bereichen wie Logistik, Pharma und Finanzen abzielt.

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