Gratulation! 5 Jahre „Raspberry Pi“. Zum Jubiläum präsentiert die Foundation „Raspberry Pi Zero W“, den kleinsten RPi mit WLAN 802.11n und Bluetooth 4.1 LE.
Raspberry Pi Zero W: Der kleinste RPi eignet sich dank Onboard-WLAN bestens für mobile Anwendungen
(Bild: raspberrypi.org)
12 Millionen verkaufte Raspberry Pis (RPis) seit der Markteinführung des ersten Modells, Raspberry Pi B, im Februar 2012. Grund zum Feiern und der Präsentation einer weiteren Variante, Raspberry Pi Zero W, wobei „W“ für Wireless steht.
Raspberry Pi Zero, Zero mit Kameramodul und Zero W mit WLAN 802.11n und Bluetooth 4.1 LE
Erinnern Sie sich noch an Raspberry Pi Zero? Den Winzling mit den Maßen 65 mm x 30 mm x 5 mm zum Preis von gerade mal 5 Pfund – präsentiert im November 2015?
Kaum auf dem Markt, war das RPi-Schnäppchen auch schon auf unbestimmte Zeit ausverkauft, denn die zeitgleiche Produktion des leistungsstärksten RPis, des Raspberry Pis 3 (85 mm x 56 mm x 17 mm; rd 35 €), nahm große Teile der Fertigungen in Beschlag.
Doch die Nachfrage nach RPi Zero riss nicht ab, so dass im Juli 2016 der RPi Zero mit Kameraschnittstelle Raspberry Pi Zero V1.3, für ebenfalls rund 5 Pfund auf den Markt kam. Nun rundet die Foundation die Modellreihe ab mit Raspberry Pi Zero W.
RPi Zero W – energiesparender Winzling mit Kamera-Port, WLAN und Bluetooth
Alle Zero-Modelle eignen sich nicht nur wegen ihrer geringen Maße bestens für mobile Anwendungen und IoT, sondern auch wegen der geringen Leistungsaufnahme. So beträgt diese bei RPi Zero und Zero mit Kameramodul bei 5 V etwa 0,8 Watt.
Doch gerade für mobile Anwendungen und IoT ist Wireless-Konnektivität unumgänglich. Und diese bot hardwareseitig nur Raspberry Pi 3B. Doch dessen Leistungsaufnahme liegt bei rund 7 Watt, bedingt durch den leistungsstarken „Quadcore-SoC Broadcom BCM8237“ mit 4 x 1,2 GHz Takt.
Und hier punktet Raspberry Pi Zero W, so Eben Upton, Founder Raspberry Pi, „denn dieser bietet Platinen-seitig den Wireless-Chip Cypress CYW43438 wie Raspberry Pi 3B und unterstützt somit werksseitig WLAN IEEE 802.11b/g/n im 2,4-GHz-Frequenzbereich sowie Bluetooth 4.1 LE – bei gerade mal 1 Watt Leistungsaufnahme, während Daten via Wireless-Netzwerk heruntergeladen werden“.
Der Grund für den geringen Stromverbrauch: alle Zero-Modelle basieren auf dem „Singlecore-SoC Broadcom BCM2835“ mit 1 GHz Takt – ausreichend für mobile Anwendungen.
Maximale Komponenten bei minimaler Platinengröße
Die Herausforderung beim Raspberry Pi Zero W bestand darin, so Roger Thornton, Principal Hardware Engineer der Raspberry Pi Foundation, das Wireless-Layout des größeren, zweiseitigen Referenzdesigns des Raspberry Pi 3 auf das kleine, einseitige Layout des Zeros inklusive Antenne zu bekommen.
Wobei es sich bei der Antenne des Raspberry Pi 3 um eine oberflächenmontierte "Chip"-Antenne handelt, während Zero W mit einer PCB-Antenne ausgestattet ist. Diese ist die trapezförmige Linie zwischen Mini HDMI und den USB-Buchsen am unteren Rand der Platine (siehe: Bildergalerie).
Hinweis: Auch Raspberry Pi Zero lässt sich wie die übrigen Raspberry Pis ohne Wireless-Chip via USB-Dongle für WLAN respektive Bluetooth nutzen. Allerdings kostet dies einen USB-Port und es fehlt in der Regel die Antenne, wie sie Raspberry Pi 3B und Zero W platinenseitig bieten.
Technische Daten zum Raspberry Pi Zero
1) Technische Daten für RPi Zero, Zero mit Kameraport, Zero W
SoC: Singlecore Broadcom BCM2835
CPU: ARM11 mit 1 GHz Takt
RAM: 512 MB LPDDR2
Schnittstellen: Mini HDMI und USB On-The-Go
Output: Micro USB
Externer Speicher-Slot: für MicroSD-Karte mit Betriebssystem
Power: 5 V via Micro USB (
Video/Audio: 1080p HD Video und Stereo Audio via Mini-HDMI
Für die Modelle Raspberry Pi Zero (W) bietet die Foundation drei Gehäusevarianten an, das auch als ein Gehäuse mit drei Deckeln verkauft wird:
Die sogenannte „Secure“-Gehäuse mit Aussparungen für USB und HDMI,
Das „GPIO“-Gehäuse mit einer zusätzlichen Aussparung für die 30-Pin-Stiftleiste und das „Kamera“-Gehäuse, das neben den USB- und HDMI-Aussparungen dem Kameramodul samt Kabel Platz bietet und eine Öffung für die Kameralinse hat.
Mehr zu den RPi-Kameras finden Sie in diesem Beitrag weiter unten.
Wo Sie Raspberry Pi Zero W erhalten
Die bisherigen Exklusivdistributoren der Raspberry Pi Foundation für Deutschland, Farnell und RS Components, konzentrieren sich derzeit auf die Raspberry-Pi-Modelle B+, A+, 2B, 3B, die Industrievariante Raspberry Pi Compute Modul 3 samt Development Kit sowie kundenspezifische Lösungen für die Industrie. Sie haben zumindest derzeit keine RPi Zeros im Portfolio.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist Pi3g der offzielle Distributor. Pi3g vertreibt allerdings die Platine nicht solo, sondern nur in Verbindung mit dem passenden Zubehör. Der Preis startet daher bei 25 €.
Interessenten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg erhalten den RPi Zero W über Kiwi Electronics.
Stand: 08.12.2025
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Tag- und Nachtkameras für Raspberry Pi
Die Raspberry Pi Foundation bietet für Raspberry Pis mit Kameraport spezielle Kameras an, und zwar eine Standardvariante, die Pi Camera v2 sowie eine Nachtsichtkamera mit Infrarotfilter, die „Pi NoIR Camera v2“ mit Auflösungen von 8 Megabyte.
Die Einsatzgebiete sind dank Videoaufzeichnung vielseitig, etwa für Sicherheits- und VoIP-Projekte und Pi NoIR eignet sich etwa für Nachtsichtanwendungen von Sicherheitssystemen und zur Beobachtung von Tieren. Eine Auswahl von Bildern mit Pi NoIR finden Sie in der Bildergalerie.
Hinweis: Erhältlich sind teilweise auch noch die Vorgängervarianten und Pi NoIR mit Auflösungen bis 5 MB. Die Kameramodule eignen sich auch für raue Umgebungen: Denn mit Raspberry Pi und der RPi-Kamera lässt sich sogar die Stratosphäre erobern, wie der Beitrag Raspberry Pi und Superman in der Stratosphäre zeigt.
*Der Artikel erschien im Original im Schwestermedium „Elektronik Praxis“