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Restrisiko der Perfect Plant
So überzeugend diese Integration von Produktion und kaufmännischer IT im Konzept auch ist, eine solche Infrastruktur weist allerdings auch einen „kritischen Punkt“ auf. Schon bisher sind die Unternehmen in hohem Maße von der tatsächlichen Verfügbarkeit ihrer ERP-Systeme abhängig. Je länger die Prozesskette nun wird, desto stärker wirken sich Unterbrechungen aus. In der Perfect Plant können Störungen in den ERP-Systemen durchaus zu einem Produktionsstopp führen. Das ist eben die Kehrseite einer jeden Integration: Es werden auch die Risiken integriert.
Zwar haben die Entwicklungen in der Hardware-Technik in den letzten Jahren Systeme hervorgebracht, die weitaus stabiler sind als die Sorgenkinder, mit denen sich IT-Abteilungen früher herumschlagen mussten. Seitdem auch die Betriebssysteme zuverlässiger geworden sind, stellen Server-Ausfälle eine große Ausnahme dar, wobei sich wie bei allen technischen Systemen ein Restrisiko nicht ausschließen lässt. Auf der anderen Seite sind auch potentielle Schäden, die bei einem Server-Ausfall entstehen würden, dramatisch angewachsen, denn fast alle Unternehmen sind heute in ihrem gesamten wirtschaftlichen Handeln von der Verfügbarkeit ihrer IT abhängig. Eine Substituierung der IT durch manuelle Verfahren ist, anders als vielleicht noch von 15 Jahren, heute nirgends mehr möglich. Auch kurzzeitige Server-Ausfälle führen zu einer Betriebsunterbrechung. Die Risikobeurteilung kann daher zwar von einer geringeren Schadenwahrscheinlichkeit ausgehen, muss aber zugleich mit höheren Schäden rechnen.
In der Produktionssteuerung und -überwachung können sich selbst sehr kurze Unterbrechungen auswirken. MES erfassen Betriebs- und Maschinendaten durchaus auch im Bereich von Millisekunden und die „Kommunikationstiefe“ reicht mitunter bis zu den Sensoren und Zähleinrichtungen der Maschinen. Herkömmliche Produktionsleitsysteme können damit umgehen. Server, die auf Basis der PC-Technologie arbeiten und die für die Verarbeitung kommerzieller Daten optimiert wurden, müssen das erst noch lernen, wenn sie nun im Rahmen eines integrierten Ferti-gungsManagements in diese Prozesse eingebunden werden.
Diese Herausforderung ist keineswegs nur theoretischer Natur. So setzt REXAM BCNA, der weltweit größte Hersteller von Getränkedosen, ein erweitertes SAP ERP für die Produktionssteuerung einschließlich Qualitäts-Management und Produktionsplanung ein. Dieses System läuft zentral in Chicago und ist durch ein Wide Area Network mit 17 Fabriken verbunden. In jeder Fabrik ist für die lokale Überwachung und die Fertigungssteuerung eine SAP MII-Lösung implementiert, die auch einen Ausfall des Wide Area Network überstehen kann. Allerdings stellen die lokalen Server, auf denen SAP MII läuft, einen Single Point of Failure dar. Fallen sie aus, so müsste REXAM BCNA auf manuelle Systeme zurückgreifen, die aufwändig und ineffizient sind.
Zusätzliche Kosten würden entstehen, wenn bei einem erneuten Hochfahren des Systems Transaktionen manuell nachgearbeitet werden müssten. REXAM BCNA konnte dieses Problem mit einem Stratus-System lösen, das fehlertolerante Server zur Verfügung stellt, die auch von nicht-technischem Personal in den Fabriken betreut werden können.
weiter mit Cluster oder fehlertolernate Server
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