Strategische Bedeutung von Edge-Rechenzentren im KI-Zeitalter Nlighten setzt auf dezentrale Infrastruktur für industrielle KI

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Sind Edge-Datacenter die Zukunft von KI-Anwendungen? Andreas Herden, Deutschlandchef von Co-Location-Betreiber Nlighten, erläutert, warum die Nähe zum Kunden entscheidend ist - aus technologischer, regulatorischer und kultureller Sicht.

Datensouveränität, geografische Nähe zum Kunden und KI-Anwendungen: All das können Edge-Rechenzentren leisten. Im Gespräch mit DataCenter-Insider erläutert Andreas Herden, wie das geht.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Datensouveränität, geografische Nähe zum Kunden und KI-Anwendungen: All das können Edge-Rechenzentren leisten. Im Gespräch mit DataCenter-Insider erläutert Andreas Herden, wie das geht.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Edge-Rechenzentren spielen im Kontext wachsender Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) eine zunehmend zentrale Rolle. Sie positionieren sich zwischen den Hyperscale-Standorten und Enterprise-Rechenzentren.

Der Vorteil liegt in der Nähe zu Industrie und Mittelstand, etwa in Regionen wie Köln, Nürnberg oder Leipzig.Gerade bei zeitkritischen KI-Anwendungen wie autonomen Fahrzeugen, Telemedizin oder Produktionsanalyse, seien geringe Latenz, reduzierte Datenwege und direkte Konnektivität von Bedeutung, sagte Andreas Herden im Gespräch mit DataCenter-Insider.

Herden, der seit Juli Managing Director Deutschland von Nlighten ist, spricht von einer klaren strategischen Linie: „Wir wollen innerhalb eines 30-Kilometer-Radius rund um jedes industrielle Ballungszentrum präsent sein.“ Der Edge-Gedanke bei Nlighten heißt: Standortnähe, unmittelbarer Zugriff, regional eingebettete Services. So können Unternehmen Datenverarbeitung auslagern, ohne die Kontrolle über Standort oder Infrastruktur zu verlieren.

Die Herausforderung KI mit Edge-Datacenter meistern?

Während das Training großer KI-Modelle weiterhin zentralisiert bleibt, etwa in Skandinavien oder Nordamerika mit hoher Stromverfügbarkeit, verlagere sich die Inferenz, also die eigentliche Anwendung der trainierten Modelle, zunehmend an den Rand des Netzes. Hier kommen laut Herden Edge -Rechenzentren ins Spiel.

Herden sieht darin den logischen nächsten Schritt: „Rechenintensive, latenzsensitive Anwendungen wie automatisiertes Fahren oder bildgestützte Diagnostik benötigen lokale Verarbeitung. Das geht nicht über Frankfurt oder Dublin.“ Der Standort eines Modells werde zum Wettbewerbsfaktor und das auch aus Effizienz- und Datenschutzgründen.

Zugleich lasse sich mit Edge-Rechenzentren auch Datensouveränität besser umsetzen. Unternehmen behalten die Kontrolle über sensible Informationen, ohne auf globale Plattformen verzichten zu müssen. Herden bringt es auf den Punkt: „Die echten Daten liegen an der Edge.“

Edge Datacenter: Nachhaltigkeit und Lastverteilung

Nlighten setzt laut Herden auf flexible, regional integrierte Architekturen. In Eschborn etwa wird die Abwärme eines Rechenzentrums bereits in ein nahegelegenes Schwimmbad eingespeist. „Zwei Megawatt lassen sich deutlich einfacher in ein Fernwärmekonzept einbinden als 100“, sagt Herden. Edge-Infrastruktur begünstigt damit auch Kreislauflösungen.

Nlighten betreibt derzeit 34 Edge-Rechenzentren in Europa, davon zehn in Deutschland. Die weiteren Standorte liegen in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Spanien und der Schweiz. Ziel ist es, die führende Plattform für Edge-Rechenzentren in Europa zu werden. Herden sagte, dass Nlighten dabei den Fokus auf industrielle Knotenpunkte setzte.

Der Ausbau erfolgt über drei Wege: Modernisierung bestehender Gebäude, gezielte Neubauten an geeigneten Standorten sowie mittelfristig modulare, vorab gefertigte Konzepte für beschleunigte Kapazitätsausweitung.

Über den Gesprächspartner: Andreas Herden

Andreas Herden bringt über drei Jahrzehnte Erfahrung in der Rechenzentrums- und Netzwerktechnik mit. Stationen wie Equinix, Lefdal oder Green Mountain prägten seinen Blick auf Skalierbarkeit, Nachhaltigkeit und Plattformarchitekturen. Früh befasste er sich mit Industrieanwendungen, etwa in der Automobil-IT.

Bei Nlighten verantwortet Herden den deutschen Marktaufbau mit einem klaren Fokus: dezentrale, flexible und lokal eingebettete Infrastruktur für datenintensive Anwendungen. Die Verbindung aus Technikexpertise und Standortstrategie sieht er als Schlüssel für Europas digitale Resilienz: „Edge ist keine Ergänzung, sondern ein zentrales Element einer KI-fähigen Infrastruktur.“

Bildquelle: nLighten

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