Kunden von Prime- und Lead-Kunden von ICT Facilities hingegen setzen sich mit den Planern zusammen und bestimmen, wo Kabelschächte und Stromzuleitungen sein müssen, ordnen vorab Racks und Versorgungsräume sowie Klima-Anlagen ein, bestimmen, wie und wie viele Racks Platz finden. „Es ist alles bedacht und eingeplant, bis auf die Außenanlagen und die Hersteller, die die Ausgestaltung liefern sollen“, sagt Lang.
Dass das funktionieren kann, beweist der Kunde „Maincubes“, der derzeit in Offenbach ein 5.600 Quadratmeter großes Rechenzentrum baut. Das Datacenter soll übrigens nicht sofort als solches erkennbar sein; es fehlen die großen Kühlsysteme auf dem Dach. Vielmehr sind die Chiller in die Wände integriert (siehe: Abbildung 1 und 2). Für die gesamte Planung bis zur Erstellung der Fertigteile benötigten Kunde und ICT Facilities 18 Monate.
Die einzelnen Prime-Module haben eine Breite und Höhe bis zu 4 Metern und eine Länge bis zu 15 Metern. In ihrer Gesamtheit ergeben die einzelnen Module ein komplettes Rechenzentrum mit IT-Flächen, Infrastruktur-Bereichen sowie Büro- und Lagereinheiten und einer Gesamtfläche von beispielsweise 200 bis 1.000 Quadratmeter. Sodann sind die Module bis zu drei Stockwerken stapelbar. Das soll eine flexible, kostengünstige und auch nachträglich zum Tragen kommende Erweiterungsstrategie gewährleisten.
Die Gebäudemodule werden außerhalb der eigentlichen Baustelle in Spezialunternehmen nach einer seit mehr als 20 Jahren bewährten Methode standardisiert – jedoch nach individuellen Vorgaben gebaut – mit der vorgesehenen Technik ausgestattet, mehrfach geprüft und dann vor Ort planmäßig zusammengesetzt und montiert und nach der Abnahme und Übergabe in Betrieb genommen.
5D-Darstellung im Projektverfahren zahlt sich aus
Auch noch in der heutigen Zeit arbeiten viele IT-Chefs und Rechenzentrumsbetreiber nur wenig mit innovativen Prozess-Modellen, wenn es um die Gestaltung und Realisierung einer Erweiterung des bisherigen Rechenzentrums oder gar eines Neubaus geht. Bisher wurden für Planung und Umsetzung konsekutive Abläufe genutzt, d.h. in einer Reihenfolge Entwurf – Planung – Auftrag – Ausschreibung – Umsetzung.
ICT Facilities geht einen anderen Weg. Zu einer bildlichen 3D-Darstellung des Projektes addiert das Unternehmen sowohl eine vierte, zeitliche Dimension als auch eine fünfte, finanzielle Ebene. Damit ergibt sich eine 5D-Sicht auf das Gesamtprojekt.
Das Unternehmen arbeitet zudem bereits in den ersten Projektschritten mit erfahrenen Partnern zusammen. Das hilft, zeitliche Verzögerungen und unerwartete Kostensteigerungen zu vermeiden. Die Kunden sollen die einzelnen Schritte bei der Konzeption, der Planung und Umsetzung des Projektes direkt und ohne Verzug nachvollziehen können.
Zudem ist ihre Mitwirkung bei den zu leistenden Arbeitspaketen unabdingbar. Alle Schritte in diesem Prozess werden somit vorab offengelegt, diskutiert, gemeinsam abgestimmt und in einem für alle Beteiligten verbindlichen Ablaufplan dokumentiert.
Nach dem Prinzip der Leadership Competence Teams arbeiten alle für den einzelnen Arbeitsschritt notwendigen Experten in einer 5D-Matrixorganisation zusammen. Die Zusammensetzung der Teams ändert sich im Lauf des Projektes, je nach Arbeitspaket, mehrfach. Ein Fachmann wird also durchaus in mehreren Leadership Competence Teams mitarbeiten, um so den Erfolg des Gesamtprojektes zu ermöglichen.