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Mit Sensorik am Puls des Rechenzentrums

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Bescheid wissen, wenn es qualmt

Selbst das Löschen kann, wenn die richtige Menge an Löschmitteln überwacht wird, noch verträglich für Menschen und Equipment sein. Bild: Interexion (Archiv: Vogel Business Media)

Beim Brandschutz im Rechenzentrum kommt es auf der einen Seite darauf an, beim Eintreten des Ernstfalls schnell und konsequent handeln zu können und zum anderen, möglichst geringen Schaden bei der Einleitung entsprechender Maßnahmen zu verursachen. Hier bieten sich Brand-frühest-Erkennungssysteme wie etwa RAS oder VESDA an, deren Sensorik bereits geringste Anzeichen von Bränden registriert.

Hierzu wird an verschiedenen Stellen im Rechenzentrum permanent Luft angesaugt und eine Partikelmessung durchgeführt, um die Kontaminierung der Luft zu ermitteln. Darüber hinaus hat ein solches System den Vorteil gegenüber konventionellen Rauchmeldern, dass Luftströme präzise abgebildet werden können.

Die Ansaugstationen sind sowohl an den Decken als auch in den Doppelböden angebracht, um alle möglichen Brandherde erfassen zu können. Die Grenzwerte für die Kalibrierung werden vom Rechenzentrumsbetreiber gemeinsam mit einer autorisierten Stelle wie dem TÜV vorgenommen. Ist der vorgeschriebene Sättigungsgrad überschritten, werden sowohl in den zentralen Stellen als auch bei der direkt verbundenen Feuerwehr Alarme ausgelöst.

Im Ernstfall werden die betroffenen Bereiche nach 30 Sekunden mit einem Löschgas wie Inergen geflutet, das den Sauerstoff verdrängt. Die Einsatzmenge des Löschmittels wird automatisch nach Bedarf geregelt, beträgt aber im Durchschnitt zwischen 13 und 15 Prozent des Raumvolumens, sodass der Brandherd gelöscht wird, gesunde Menschen aber noch atmen können.

Stromversorgung und Stromqualität

USV-Generatoren im Rechenzentrum von Interexion, Bild: Interexion (Archiv: Vogel Business Media)

Da aktuelle High-Density-Installationen in Rechenzentren sowohl auf eine hohe Stromverfügbarkeit als auch auf eine hohe Stromqualität angewiesen sind, werden auch diese Aspekte mit Hilfe von Sensoren überwacht. Die Messeinrichtungen können sowohl direkt am Transformator als auch an der USV, am Generator oder – sofern gewünscht – an der Stromanbindung von Kundenracks installiert werden.

Der Kunde erhält in diesem Zusammenhang eine Dokumentation darüber, dass seine Anlage stets gemäß den Vereinbarungen mit entsprechenden Kapazitäten versorgt wurde und wie hoch der Stromverbrauch an der Einspeisestelle war. Grundsätzlich gilt: Je dichter die Messeinrichtungen am Transformator oder an der USV angebracht werden, desto präziser sind die Ergebnisse.

So werden die Daten für die Vorfilterung des Stroms in Mikrosekundenabständen erhoben, sodass eine sehr genaue Messung der Größe der Oberschwingungen möglich ist. In diesem Zusammenhang ist es durch Dokumentation ebenfalls möglich, für die Anlagen schädliche Grundtendenzen zu registrieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Nicht ohne Zeit und Geld

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Jedoch sollte man sich nicht rein auf die Technik verlassen, sondern sich die menschliche Intelligenz zu Nutze machen. Bei Interxion sammeln die Sensoren zwar alle wichtigen Informationen und speisen sie in das System ein, jedoch behält das Personal die Hoheit über die Entscheidung, welche Maßnahme anzuwenden ist.

Die Zahl der Fehlentscheidungen bei einer vollautomatisierten Lösung ist zu hoch und die Konsequenzen zu tiefgreifend, als dass man die Verantwortung vollständig auf Maschinen abwälzen könnte.

Der Autor:

Andreas Müller ist Manager Operations der Interxion Deutschland GmbH.

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