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Was macht Oracle?
Oracle ist der Einladung von Forrester zu einer eingehenden Präsentation und eines Tests nicht gefolgt und hat vielleicht aus diesem Grund eine Abwertung erfahren. Das Angebot des Herstellers besteht aus verschiedenen „hubs“ für Stammdaten und Business-Prozesse, die konzertiert wirken können.
Allerdings überschneiden sich diese Produkte teilweise, und es ist für Anwender schwer, die richtige Auswahl zu treffen. Letztlich liefen die Klagen von Anwendern auf überschaubare Leistung der Produkte und ihre nicht-intuitive Handhabung hinaus. Eine Lösung könnte „Fusion“ sein, aber das sei kostenträchtig. Gleichwohl sei der modulare Ansatz bei Oracle nicht grundsätzlich falsch und bereite einen Weg zu neuen Lösungen für zeitgemäße Herausforderungen. Die Oracle-Roadmap sei solide.
Talend zeigt Talent
Eine Überraschung im Feld solch schwergewichtiger Anbieter ist Talend. Dessen „Platform for Master Data Management“ fällt auch dadurch aus dem Rahmen, dass sie Open Source ist. Das Produkt biete robuste Performance und zentrale MDM-Funktionalitäten, außerdem sei es für Entwickler intuitiv zugänglich.

Jenseits der Open-Source-Lizenz gibt es kommerzielle Erweiterungsmöglichkeiten, zum Beispiel Business Process Management und Big Data. Hervorgehoben werden die Partnerschaften von Talend mit anderen Herstellern, die weitere Möglichkeiten erschließen.
Doch sie die Talend-Plattform immer noch Entwickler- und Technologie- statt Business-orientiert, was zum Beispiel in den begrenzten Visualisierungsfähigkeiten seinen Ausdruck finde. Kunden und Partner lobten den Support von Talend. Forrester urteilt: „Organisationen, die mit dem Open-Source-Modell leben können und mehr Flexibilität in einer MDM-Lösung von der Stange wollen, ohne sie von Grund auf selbst aufbauen zu müssen, haben mit Talend eine verlässliche Lösung.“ Talend biete „eine MDM-Lösung, die man in den nächsten Jahren im Auge behalten sollte.“
Der Autor:
Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.
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