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Auszug aus dem MSFTbriefing 10/2014

Kosten SPLA rauf – Azure runter: Microsoft spielt an den Preisen

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Firma zum Thema

Preisreduktionen bei Azure

Bestimmte Cloud-Services können als Rohstoff verstanden werden. Und wie bei Rohstoffen wie Kohle, Öl oder Gas hängt der Preis von zahlreichen Faktoren ab. So zum Beispiel der Verfügbarkeit, der Nachfrage, der Erschließung neuer Quellen, dem Verhalten der Wettbewerber, den Produktionskosten, etc. Und genauso wie Rohstoffe sind identische und vergleichbare Cloud-Lösungen auf einem grundsätzlich – wenn auch oligopolistischen – kompetitiven Markt volatil. Oder in einfacheren Worten: Wenn Amazon bei AWS einen Preispunkt anpasst, tut Microsoft es gleich. Soll die Nachfrage nach bestimmten Services gesteigert werden, so erfolgt gleichfalls eine Preisreduktion.

Zum Oktober – respektive am 25. September – hat Microsoft die Preise für zahlreiche Azure-Workloads reduziert. So wurden zum Beispiel die Preise für ExpressRoute um knappe 29 Prozent reduziert. Auch der Stundenpreis für SQL Server for Virtual Machines (Enterprise) wurde um über 25 Prozent reduziert. Ferner wurden die Preise für BizTalk Services oder den Datentransfer gesenkt , Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Inhaltsübermittlung via CDN in den Zonen 1 (Nordamerika und Europa) und 2 (Lateinamerika, Naher Osten, Afrika und Asien Pazifik) wurde verbessert.

Ergänzendes zum Thema
Empfehlungen
  • Kunden von Microsoft, die in einer signifikanten Größe Lizenzen benutzen, beziehen oder beschaffen wollen, sollten sich regelmäßig mit den Preisentwicklungen beschäftigen. Hierzu gilt es, die Entwicklungen für die aktuell genutzten Produkte auf Item-Ebene (SKU-Ebene) zu verfolgen. Gleichzeitig wird eine wiederkehrende Beobachtung der genutzten/beschafften Pools sowie Produktfamilien empfohlen.
  • Es wird empfohlen, während der Vertragslaufzeit eines Volumenlizenzvertrags (exemplarisch Enterprise Agreement/EA) feste Zeitpunkte zu definieren, an denen die jeweils aktuellen Preispunkte aus der relevanten Preisliste mit den individuell vereinbarten Preisen verglichen werden. Auf dieser Basis gilt es, rechtzeitig Ableitungen für etwaige Renewals zu treffen.
  • Wenn Sie in den kommenden Wochen oder Monaten einen EA abschließen wollen, so sollten Sie zwingend die Auswirkungen etwaiger Preisentwicklungen auf Basis unterschiedlicher Szenarien in Ihre Betrachtung mit einbeziehen. Hierzu zählen klassische Renewals, ein-, zwei- und dreijährige Breaks zwischen den Vertragsperioden und eine (teilweise) Transition zu Office 365 und anderen Cloud-Services.
  • Gehen Sie für Ihre Kalkulationen – mit Ausnahme von Azure-Services – von Preiserhöhungen deutlich über 5 Prozent pro Jahr aus.
  • Vereinbaren Sie insbesondere für Cloud-Services wie Office 365 einen Preisschutz für steigende Preise und für Azure-Dienste eine Agilität bei Preisnachlässen. Vereinbaren Sie in diesem Kontext auch Preispunkte für einen Umstieg auf On-premises-Lizenzen; also zurück vom Cloud-Service auf klassische Lizenzen.
  • Beobachten Sie auch die Preisentwicklungen bei ergänzenden oder den Service erweiternden SKUs – exemplarisch Archivierungslösungen für Office 365.

Preiserhöhungen bei SPLA-Lizenzen

Während Microsoft im Gleichschritt mit Google und AWS die Preise für Cloud-Storage und Computing reduziert, erhöht das Unternehmen die Preise für Hoster im Bereich SPLA (Service Provider License Agreement). So werden ab Januar 2015 für den Windows Server 2012 R2 Datacenter 1Processor 13 Prozent mehr fällig. Ein Aufschlag von 20 Prozent wird für den Windows Server 2012 R2 Standard 1Processor verlangt. Dynamics-Kunden trifft es – ähnlich wie im EA – besonders: Dynamics AX 2012 R3 Task Device SAL wird um 50 Prozent erhöht, Dynamics CRM 2013 Service Provider Basic SAL werden 30 Prozent mehr kosten.

An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass auch im SPLA-Bereich Reduktionen zu erwarten sind. Um „satte“ 4,75 Prozent wird Microsoft die Preise für Dynamics AX 2012 R3 Enterprise User und Device SAL reduzieren.

Fazit

Axel Oppermann ist IT-Marktanalyst und Gründer des Beratungs- und Analystenhauses Avispador.
Axel Oppermann ist IT-Marktanalyst und Gründer des Beratungs- und Analystenhauses Avispador.
(Bild: Axel Oppermann)
Die Entwicklung von Preisen für Software oder Services gehören nicht nur im Microsoft-Umfeld zu den am meisten unterschätzten Themen im IT-Infrastruktur-Bereich. Auch wenn in der Regel während einer definierten Vertragslaufzeit ein Preisschutz besteht, kann bei einer Vertragsverlängerung oder Erweiterung nicht von Preisstabilität ausgegangen werden. Die gegenwärtig extreme Volatilität der Preise muss bei allen Planungen frühzeitig berücksichtigt werden. Alternativen können nur mit ausreichend Vorlauf sichergestellt werden.

Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern oder jährlichen Investitionen von mehr als 250.000 Euro in Microsoft-Lösungen sollten sich mindestens 12 Monate vor Ende der Vertragslaufzeit mit dem Renewal – respektive den Preisen – beschäftigen. Unternehmen mit mehr als 500.000 Euro jährlichen Ausgaben sollten sich während einer Vertragslaufzeit mindestens zu zwei Terminen intensiv mit den aktuellen und zukünftigen Bedarfen sowie den Preisentwicklungen beschäftigen.

Weiterführende Informationen

Umfassende Analysen über die Strategien und Lizenzierung sowie Empfehlungen zum Umgang mit dem Lieferanten Microsoft finden Einkäufer, Controller und IT-Entscheider in der neuen Monatsausgabe des MSFTbriefing, die wir Lesern bei Registrierung gratis zur Verfügung stellen. MSFTbriefing ist der herstellerunabhängige Wissens- und Informationsdienst für Microsoft-Software, -Services und -Geräte der Beratungs- und Analystenhäuser techconsult & Avispador.

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