Chance oder Risiko für DMS-Anwender?

Klartext zur neuen Sharepoint-Strategie von Microsoft

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Angebot an On-Premises-Kunden: Hybrid-Konzept

Eine 1:1-Migration von Sharepoint On-Premises in die Microsoft-Cloud ist wegen der unterschiedlichen Architekturen nicht einfach möglich. Microsoft hat auch erkannt, dass es eine große Kundenbasis gibt, die Sharepoint-Server einsetzt und die sich in diesem Cloud-basierenden Konzept nicht wiederfindet. Das sind Anwender, für die eine Migration aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommt:

Microsoft wird künftig eventuell nicht mehr regelmäßig alle drei Jahre eine neue On-Premises-Version von SharePoint ausliefern
Microsoft wird künftig eventuell nicht mehr regelmäßig alle drei Jahre eine neue On-Premises-Version von SharePoint ausliefern
(Dominik Rueß_Fotolia.com)

  • wegen beträchtlicher Investitionen in eine Sharepoint-Infrastruktur und in kundenspezifische Anwendungsentwicklung oder Customizing;
  • wegen gesetzlicher, regulatorischer oder firmeninterner Compliance-Anforderungen;
  • wegen der Sensitivität der Informationen und mangelndem Vertrauen, diese Dritten anzuvertrauen.

Für diese Anwender hat Microsoft die so genannte „Hybrid-Strategie“ entwickelt: Zusätzlich zur konventionellen Sharepoint Server-Farm On-Premises soll der Kunde Office 365 – mit Sharepoint unter der Haube – in der Cloud betreiben. Microsoft liefert dazu Schnittstellen und verbindende Softwarekomponenten, die beispielsweise erlauben, beide Dokumentenbestände, die On-Premises und die in der Cloud, zu durchsuchen und Ergebnisse in einer konsolidierten Trefferliste anzuzeigen. In einem anderen Beispiel wurde auf der Ignite demonstriert, wie in Delve Informationen aus beiden Datenhaltungen integriert dargestellt werden können.

Die Karawane zieht weiter

Für die meisten Sharepoint-Anwender stirbt mit Konkretisierung der Microsoft-Strategie die Hoffnung, dass die Defizite, die der Sharepoint Server derzeit hat, in der Zukunft behoben werden. Dazu zählen die Kritikpunkte, bei denen man Microsoft in der Pflicht sieht: etwa die wenig intuitive Benutzeroberfläche, die meist aufwändige Anpassungen und Programmierung erfordert, die stark eingeschränkten Funktionen zum Verschieben und Kopieren von Dokumenten, die unzureichende E-Mail-Integration, um nur einige zu nennen.

Zusätzlich wendet sich aber auch ein bisher als positiv wahrgenommener Aspekt zum Negativen: Die große Zahl von Microsoft Partnern, die Dienstleistungen und Add-on-Produkte für den Sharepoint entwickelt haben, werden früher oder später dem Trend folgen und nicht mehr in „alte Technologie“ investieren. Microsoft fördert diesen Trend, indem für Partner entsprechende Anreize gesetzt werden. Damit schwindet die Hoffnung, dass die funktionalen Lücken, die der Sharepoint im Anwendungsbereich DMS (zum Beispiel: elektronische Akte, elektronischer Postkorb, Workflow, Renditions, E-Mail-Integration und Dokumentenerfassung) aufweist, durch leistungsfähige und vor allem zukunftssichere Third-Party-Komponenten geschlossen werden.

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