Spacenet-Kommentar Infrastruktur entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität

Ein Gastkommentar von Sebastian Cler 2 min Lesedauer

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KI verlangt enorme Rechenleistung. Nur wer diese Kapazitäten vor Ort betreibt, kann sein Daten, Prozesse und Technologien souverän steuern – und wirtschaftlich bestehen.

Infrastruktur sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität.(Bild: ©  Annika - stock.adobe.com)
Infrastruktur sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität.
(Bild: © Annika - stock.adobe.com)

Die aktuellen Zahlen der Bitkom sind eindrücklich und sollten als Weckruf verstanden werden. Eine prognostizierte Vervierfachung der für KI genutzten Rechenleistung in Deutschland auf über 2.000 Megawatt bis zum Jahr 2030 verdeutlicht den enormen Bedarf.

Ein internationaler Vergleich zeigt allerdings ganz klar: Während wir über 2.000 Megawatt diskutieren, planen die USA bis 2030 mit Kapazitäten von 95.000 Megawatt. Auch China treibt den Ausbau massiv voran. Wenn Europa hier nicht Schritt hält, geraten wir technologisch ins Hintertreffen.

Die Lehre aus der Nexperia-Debatte

Warum eine eigene, starke Infrastruktur essenziell ist, haben die jüngsten Ereignisse rund um das Unternehmen Nexperia gezeigt. Der Handelsstreit um den Chiphersteller und die daraus resultierenden Lieferengpässe haben der europäischen Industrie vor Augen geführt, wie sensibel internationale Lieferketten auf geopolitische Spannungen reagieren.

Als Folge politischer Differenzen kam es kurzzeitig zu Verzögerungen, die auch die deutsche Automobilindustrie spürte. Dieser Vorfall verdeutlicht, dass digitale Souveränität mehr ist als ein Schlagwort. Wer sich zu sehr auf einen Zulieferer und seine Infrastrukturen verlässt, läuft Gefahr sein Unternehmen nicht mehr souverän leiten zu können – mit teilweise massiven Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb.

Rechenleistung ist die Voraussetzung für Datensouveränität

Diese Erkenntnis lässt sich sehr gut auf das Thema Künstliche Intelligenz übertragen. Denn Datensouveränität bedeutet nicht nur, Daten zu besitzen und zu wissen wer darauf zugreifen kann, sondern auch zu entscheiden welchen Partnern ich mein Vertrauen schenke.

Sebastian Cler, Vorstand Sales und Operations bei SpaceNet, ordnet darin die Ergebnisse der aktuellen Bitkom-Studie Rechenzentren in Deutschland: KI treibt das Wachstum ein.(Bild:  SpaceNet)
Sebastian Cler, Vorstand Sales und Operations bei SpaceNet, ordnet darin die Ergebnisse der aktuellen Bitkom-Studie Rechenzentren in Deutschland: KI treibt das Wachstum ein.
(Bild: SpaceNet)

Fehlt uns in Deutschland und Europa die nötige Rechenleistung zum Betrieb innovativer Lösungen, sind wir gezwungen, auf Kapazitäten in anderen Weltregionen auszuweichen. Damit geben wir jedoch ein Stück Kontrolle über unsere digitale Wertschöpfungskette ab.

Deshalb benötigen wir die Rechenzentren vor Ort – unter europäischem Rechtsrahmen und als Garant für stabile Wirtschaftsprozesse und der damit verbundene Energiebedarf ist eine Investition in unsere Unabhängigkeit.

Spacenet befürwortet deshalb unbedingt den konsequenten Ausbau der digitalen Infrastruktur. Wir sollten dies als Chance begreifen, uns gegen zukünftige Unsicherheiten im globalen Handel abzusichern und die digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten.

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