Digitalisierung ist gut und seit der Pandemie geht die Transformation schnell. Cloud-Rechenzentren spielen dabei eine bedeutsame Rolle. Einen Punkt aber betrachten die Unternehmen, die Daten und Anwendungen in die Cloud verfrachten, allerdings noch zu selten: Die zunehmenden CO2-Emissionen in der Rechenzentrumsbranche, die mit der Digitalisierung einhergehen.
OVHcloud entwirft, errichtet und betreibt seine eigenen Rechenzentren - 30 insgesamt. Außerdem produziert OVHcloud seine eigenen Server, zu einem Großteil mit direkter Wasserkühlung, mit Fabrikationsstätten in Europa und Nordamerika.
(Bild: OVHcloud)
Wir befinden uns jedoch gerade an einem Wendepunkt: Die Regierungen stehen unter hohem Druck, die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie ökologisch nachhaltig zu gestalten und die gesetzten Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen. Dabei ist es nur sinnvoll, sich auch die Rechenzentrumsbranche genauer anzuschauen, die sich ebenfalls dieser Herausforderung stellen muss.
Bei OVHcloud haben wir sechs Meilensteine identifiziert, die für einen nachhaltigen Rechenzentrumsbetrieb entscheidend sind. Für diejenigen, die unsicher sind, wo sie für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes in ihren Rechenzentren ansetzen sollen, helfen die nachfolgend aufgelisteten Schritte:
1. Ziele setzen
Es ist wichtig, sowohl realistische als auch effektive Ziele zu setzten, für die sich das gesamte Unternehmen verantwortlich fühlt und auch an deren Erreichung gemessen wird. Eine genaue Zieldefinition, das Ableiten einer konkreten CO2-Strategie und das Identifizieren der wichtigsten Handlungsfelder helfen, Fortschritte zu verfolgen und konkrete Maßnahmen und Arbeitsprozesse zu identifizieren. Die Ziele können dabei durchaus einfach definiert werden, zum Beispiel eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Stromverbrauch innerhalb der nächsten neun Monate oder auch die ausschließliche Implementierung CO2-neutraler Technologien.
2. Energie-Effizienz
Die meisten Rechenzentrumsbetreiber befassen sich bereits mit dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, um ihren Wasserverbrauch und ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Auf dem Weg zur mehr Energie-Effizienz müssen steigende finanzielle Investitionen, Risiken und potenzielle Auswirkungen auf den Betrieb gegen die Vorteile der Nutzung erneuerbarer Energien abgewogen werden.
Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Standortwahl von Rechenzentren. Hierbei bieten sich Regionen an, die bereits einen hohen Anteil erneuerbarer Energien im Versorgungsnetz anbieten können. Im nächsten Schritt können Rechenzentrumsbetreiber Kooperationen mit Anbietern eingehen, die hochwertige Projekte im Bereich erneuerbarer Energien auf regionaler Netzebene ermöglichen.
3. Optimierte Energiebilanz
Die traditionelle Sichtweise auf den Rechenzentrumsbetrieb stellt die Qualität der Servicebereitstellung den Zugewinnen bei der Energie-Effizienz gegenüber. Heutzutage setzt sich Nachhaltigkeitsplanung jedoch zunehmend als integraler Bestandteil von Konstruktion und Betrieb von Rechenzentren durch, denn mit ihr lassen sich Kosten und Risiken im Zusammenhang mit Wasser, Energie und Kohlenstoffdioxid reduzieren.
Durch eine innovative Wasserkühlungstechnologie, bei der Wasser- und Außenluftkühlung miteinander kombiniert werden, so dass vollständig auf eine aktive Klimatisierung verzichtet werden kann, wird die Energiebilanz erheblich verbessert. Wenn man weiter in die Zukunft blickt, können Rechenzentren auch Server-Metriken in die Messung der Infrastruktur integrieren, um eine ganzheitlichere Sicht auf das Rechenzentrum zu erhalten.
Die Rechenzentrumsindustrie ist gut aufgestellt, um das Konzept der „Kreislaufwirtschaft“ erfolgreich umzusetzen. Dafür muss sie allerdings Wege für die Wiederverwendung sowie das Recycling und Upcycling ihrer Komponenten finden. Beispielsweise können neue Rechenzentren in bestehenden Produktionsgebäuden angesiedelt werden sowie Racks und Server wiederverwenden, um die Entstehung von „eingebettetem“ CO2, das im Zuge von Neubauten entsteht, zu reduzieren.
Die Ökobilanz (Lebenszyklusanalyse) ist hierbei eine bewährte Methode zur systematischen Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten von ihrer Entstehung über die Nutzung bis zum Ende ihres Lebenszyklus. Sehr positiv zu beobachten ist, dass die meisten Firmen bereits dabei sind, nicht wiederverwendbare Komponenten zu recyceln.
5. Nachhaltiges Supply Chain Management
Darüber hinaus können Unternehmen ihre Energie-Effizienz optimieren, indem sie ihre Lieferketten dahingehend gestalten, dass sie das gesamte Rechenzentrum-Ökosystem in die Effizienzsteigerung einbeziehen. Mit der Einführung eines Nachhaltigkeitskodex für Lieferanten lassen sich die Anforderungen an eine umweltschonende Wertschöpfungskette auf die gesamte Lieferkette ausdehnen. Ein erster Schritt kann zum Beispiel der Einsatz nachhaltiger Verpackungen und umweltfreundlicher Versandoptionen innerhalb des eigenen Geschäftsbetriebs sein.
6. Kunden aufklären
Zwar haben Cloud-Anbieter letztlich kaum direkte Kontrolle über das Nutzungsverhalten ihrer Kunden. Allerdings können sie Energiekennzahlen entwickeln, die den Cloud-Nutzern die nötige Transparenz bieten, um ihre Workloads hinsichtlich ihres Energieverbrauchs zu optimieren.
Stand: 08.12.2025
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François Sterin, Chief Industrial Officer bei OVHcloud, kann nach eigenen Angaben den Kunden Nachhaltigkeitskennzahlen für dieverse Dienste aus dem eigenen Angebot bereitstellen.
(Bild: OVHcloud)
„Business as usual“ ist für die Rechenzentrumsindustrie keine Option mehr. Es ist an der Zeit, dass die Branche nachhaltiger wird und sich bemüht, die Empfehlungen der EU für klimaneutrale Rechenzentren bis 2030 im Rahmen des „Green Deals“ zu erfüllen. Es wäre viel erreicht, wenn sich die Branche, wenn schon nicht zur Klimaneutralität, so doch zumindest zu einer Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks bekennen würde.