Abwärmeheizung für bis zu 5.000 Haushalte ab 2027 Grundsteinlegung für vier Virtus-Datacenter im Berliner Marienpark

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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Der Bau einer Datacenter-Anlage des britischen Betreibers Virtus Data Centres hat im Berliner „Marienpark“ begonnen. Die vier Gebäude mit insgesamt 57,6 Megawatt Leistung sollen zudem bis zu 5.000 Haushalte mit Wärme versorgen.

Franziska Giffey (mittig rechts), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, und Chris Barton (rechts), Handelskommissar seiner Majestät für Europa, zusammen mit Virtus- und GASAG-Vertretern bei der Grundsteinlegung in Berlin. (Bild:  Leon Seidel / GASAG)
Franziska Giffey (mittig rechts), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, und Chris Barton (rechts), Handelskommissar seiner Majestät für Europa, zusammen mit Virtus- und GASAG-Vertretern bei der Grundsteinlegung in Berlin.
(Bild: Leon Seidel / GASAG)

Die zeremonielle Grundsteinlegung am 6. Juni 2025 im Berliner Marienpark markiert den Start der aktiven Bauphase für den Datacenter-Campus. Auf 19.000 Quadratmetern sollen vier eigenständige, eng vernetzte und Carrier-neutrale Datacenter entstehen – mit einem PUE-Wert (PUE = Power Usage Effectiveness) unter 1,2. Die ersten Kapazitäten sollen im Juni 2026 bereit sein.

Das Projekt ist Teil der europäischen Expansion des britischen Datacenter-Betreibers Virtus. So entstehen zeitgleich ein 70-Megawatt-Rechenzentrum in Mailand und ein auf 200 Megawatt ausgelegtes Datacenter in der Gemeinde Wustermark bei Berlin. Den Campus in Wustermark eingeschlossen, investiert Virtus knapp vier Milliarden Euro in Berlin und Brandenburg.

Nahwärmenetz für Bürogebäude und 9.000 Haushalte

Dabei kooperiert Virtus mit Data2heat, einem Joint Venture von Investa Real Estate und dem Berliner Energieversorger Gasag, um über Wärmepumpen die Abwärme-Abgabe an ein Nahwärmenetz zu gewährleisten. Bei einer Vollauslastung der Datacenter-Anlage sollen so rund 5.000 Haushalte in angrenzenden Wohnquartieren geheizt werden können.

Auch das seit 2022 im Marienpark operierende Datacenter des japanischen Telekommunikationsanbieters NTT mit 24 Megawatt Gesamtkapazität soll an das entstehende Nahwärmenetz angeschlossen werden, womit zusammen mit dem Virtus-Campus die Versorgung von insgesamt 9.000 Haushalten sowie von Bürogebäuden im Marienpark möglich sein soll.

Das Nahwärmenetz für die Gebäude im Marienpark soll noch 2025 in Betrieb gehen, der Ausbau in den anliegenden Wohngebieten soll 2027 abgeschlossen sein.

Ein „Innovationsökosystem“ in Berlin

Auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Mariendorf haben sich mit dessen Weiterentwicklung zu einem „Innovationsquartier“ neben dem NTT-Datacenter ebenfalls der KI-Park e. V., die Abwärme-Spezialisten Data2heat und das Life Sciences-Zentrum Hybrick Berlin, aber auch mehrere industrielle Unternehmen niedergelassen. Der neue Datacenter-Campus von Virtus soll ein zentraler Bestandteil dieses „Innovationsökosystems“ werden.

Franziska Giffey, Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, hat bei der Grundsteinlegung die Entstehung eines „innovativen digitalen Rückgrat[s] für Cloud-, KI- und Hochleistungsanwendungen in Berlin“ quasi zelebriert. Chris Barton, britischer Handelskommissar für Europa, hat im Rahmen der Veranstaltung betont, das Projekt des britischen Unternehmens stärke die „Beziehungen zu wichtigen Partnern wie Deutschland“ und illustriere, wie „wir gemeinsam daran arbeiten, die wachsenden Anforderungen des digitalen Zeitalters zu erfüllen“.

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