Ist Ihr Unternehmen bereit für VDI? Grundlagen: Checkliste für eine Virtual Desktop Infrastructure
Die zehn wichtigsten Kriterien für ein erfolgreiches Virtualisierungsprojekt hat das Beratungsunternehmen EMA zusammengefasst. Dabei gilt es, nicht nur die IT-Systeme, sondern auch Unternehmensrichtlinien im Blick zu haben.
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Virtualisierung sieht für viele IT-Verantwortliche wie das Allheilmittel für die Optimierung ihrer Rechenzentren aus. Doch gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten, die das Beratungsunternehmen Enterprise Management Associates (EMA) in zehn umfassenden Fragen zusammenfasst.
1. Haben Sie genügend Erfahrungen, um die Virtualisierung in Ihrem Unternehmen zu realisieren?
Der Mangel an notwendigen Fähigkeiten gehört laut EMA zu dem größten Hindernis für die erfolgreiche Einführung von Virtualisierungslösungen. Um dem vorzubeugen, empfiehlt EMA zu Beginn die Ausbildung der Projektverantwortlichen, die Ermittlung der Anforderungen, die Dokumentation der Changes und den Einsatz von Prototypen für die Virtualisierung in kleinen Pilotumgebungen.
2. Sind Ihre Policies auf die Anforderungen, die die Einführung der Virtualisierung mit sich bringt, vorbereitet?
Da viele Abteilungen bisher in abgeschlossenen Infrastrukturen agierten, kann es Schwierigkeiten bei der Einführung von Virtualisierung geben, wenn unterschiedliche Unternehmensbereiche auf einem Server arbeiten sollen. Daher ist die Aufklärung im Vorfeld genauso wichtig wie die Protokollierung über den Leistungsgewinn sowie die Sicherstellung der Unbeeinflussbarkeit zwischen den einzelnen Abteilungen.
3. Haben Sie die neuen Risiken berücksichtigt und können Sie diese akzeptieren?
Virtualisierung reduziert die personellen und technischen Ressourcen in Ihrem DataCenter und konzentriert gleichzeitig mehr User und Anwendungen auf komplexeren virtuellen Infrastrukturen. Die Auswirkung von Hardware-Ausfällen, menschlichem Versagen, Sicherheitslücken, Planungsfehlern und Support-Problemen sind wesentlich weitreichender. Daher sind detaillierte Business-Continuity- und Desaster-Recovery-Pläne in allen Phasen des Virtualisierungsprojektes unabdingbar.
4. Wie reagieren Ihre Sicherheitssysteme auf die Virtualisierung?
Virtualisierung kann neue Sicherheitslöcher sowie Schwachstellen für Malware-Angriffe aufreißen, auf die Unternehmen nicht vorbereitet sind, weil die Technik diese Bedrohungen noch nicht abfangen kann. Angriffe wie Hypervisor-Infektionen, Rootkit-Viren und bösartige virtuelle Maschinen werden von aktuellen Schutzprogrammen noch nicht erkannt. IT-Verantwortliche müssen virtuelle Infrastrukturen umfassender schützen und Techniken und Strategien für die Erkennung, die Konfiguration und das Change-Management von Malware sicherstellen.
5. Sind Ihre Systeme und Anwendungen kompatibel?
Einige Anwendungen und Systeme funktionieren nicht mit Virtualisierung. Vor allem Anwendungen mit hohen Leistungsanforderungen und direktem Hardware-Zugriff können zu Problemen führen.
6. Haben Sie eine Policy für die Kapazitätsplanung?
Virtuelle Server können schnell an die Grenzen geraten, wenn ausschweifend virtualisiert wird. Hier sind detaillierte Kapazitätsplanungs-Strategien notwendig, um sowohl bei der Einführung als auch im Betrieb für ausreichende Ressourcen zu sorgen.
7. Gibt es Unterstützung für Ihre Anwendungen und Ihre Infrastruktur?
Während viele populäre Anwendungen Unterstützung für Virtualisierung bieten, gibt es diese für Exoten oft nicht. EMA empfiehlt eine intensive Recherche im Vorfeld, ob die vorhandenen Anwendungen direkt eingesetzt werden können.
8. Ist Ihr Netzwerk bereit für Virtualisierung?
Netzwerk und Storage können potentielle Engpässe für Virtualisierung im Rechenzentrum darstellen. Virtualisierungstechniken wie Desktop-Virtualisierung funktionieren zum Beispiel nicht gut bei niedrigen Bandbreiten. Administratoren können dem mit WAN-Optimierungstechniken oder durch Übertragungsbeschränkungen entgegenwirken.
9. Vertragen Ihre Managementsysteme virtuelle Umgebungen?
Während Virtualisierung die Anzahl von physikalischen Ressourcen reduziert, steigert es die Komplexität der gesamten Umgebung und führt zu neuen Managementanforderungen an die IT-Abteilungen. Die einfache Verteilung von virtuellen Maschinen führt schnell zu einer Flut von VMs, die das Management exponentiell ansteigen lässt. Auch die zusätzliche Software-Schicht der Virtualisierung steigert die Komplexität. Bis die Management-Tools virtualisierungsfähig werden, helfen nur straffe Prozesse für Performance-, Konfigurations-, Patch- und Service-Level-Management sowie Provisioning und Disaster Recovery.
10. Hilft Ihnen die Virtualisierung dabei, Ihre Geschäftsziele zu erreichen?
Der vielleicht am häufigsten übersehene Faktor bei der Einführung von Virtualisierung ist die Anpassung der Technik an die Unternehmensziele. Um den Erfolg der Virtualisierung zu messen, muss das Unternehmen seine Business-Ziele im Vorfeld definieren. IT-Manager sollen sich auf langfristige strategische Ergebnisse einstellen und Virtualisierung nicht als Patentlösung für kurzfristige und dringende Problemlösungen sehen. So sollte nicht nur die Kostenersparnis das primäre Ziel von Virtualisierung sein.
Quelle: EMA, Enterprise Management Associate,
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