Geothermie für Rechenzentren lohnt sich, aber unter Bedingungen

Fallstricke beim Kühlen mit Erdsonden

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Überraschungen im Live-Betrieb

Andere Ereignisse im Untergrund sind ebenfalls schwer vorhersehbar. Unterschiedlich lange Rückläufe von erwärmtem Wasser aus der Server-Kühlung beispielsweise führen zu Temperaturdifferenzen bei den Entnahmestellen, wie es im Rechenzentrum des Vogelsbergkreises festgestellt wurde. Dort plant man inzwischen einen zusätzlichen Verteiler, mit dem das Kühlwasser gezielt in die einzelnen Sonden eingespeist wird, um so die Temperaturunterschiede auszugleichen.

Die Kühle aus der Erde lässt sich ohnehin nur sinnvoll einsetzen, wenn ein zentrales Überwachungssystem mit Energie-Controlling vorhanden ist, das die Kühlleistung je nach Bedarf steuert. Bislang gibt es wenig Erfahrung, wie viel Kälteleistung ein Borloch hergibt.

In der Regel gehen die Planer von vier kW Kühlleistung je Erdsonde aus. Durch unterschiedliche geologische Gegebenheiten gibt es aber regionale Schwankungen bei der geothermischen Ergiebigkeit.

Achtung! Kondenswasser

Ein größerer elektronischer Steuerungsaufwand mit Vorlaufregelung ist im Fall geothermischer Kühlung angeraten. Fällt die Vorlauftemperatur unter die Taupunkttemperatur kommt es zur Kondenswasserbildung.

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Die Folge: Störungen im Kühlkreislauf - vor allem die Wärmetauscher sind gegenüber Kondenswasser anfällig. Dieser Gefahr kann man nur mit Ausgleichsmaßnahmen begegnen, die dafür sorgen, dass die Vorlauftemperatur oberhalb des Taupunkts gehalten wird.

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