Was kostet ein Megawatt Kälte?

Energie-Effizienz im Rechenzentrum vertraglich garantiert

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Kostenrechnung und was dazu gehört

Was kostet eigentlich ein Megawatt Kälte? Wer nur den Stromzähler abliest, liegt falsch. Dahinter steckt ein ganzes Bouquet an Antworten. Zu den Investitionen in Equipment und Gebäude kommen laufende Betriebskosten und Wartungsaufwand nebst Mitarbeiterschulung und System-Monitoring samt Ersatzteilbeschaffung.

Die Spie GmbH hat sich das Motto gegeben: "Das Prinzip Ameise - gemeinsam zum Erfolg".
Die Spie GmbH hat sich das Motto gegeben: "Das Prinzip Ameise - gemeinsam zum Erfolg".
(Bild: Spie GmbH)

Im Fall der Stromversorgung kommen effizientere Techniken wie moderne Leistungsschalter, Frequenzumrichter oder dynamische USV-Anlagen je nach Tier-Level Klassifikation und Verfügbarkeitsniveau dazu. ITIL und ISO-Anforderungen schlagen ebenfalls bei den Betriebskosten zu Buche.

Zur physikalischen Konsolidierung, Virtualisierung und Anwendungsintegration addieren sich folglich weitere Kosten, die aus der Betriebstechnik und Facility-Infrastruktur stammen. Erst beides zusammen ergibt ein aussagekräftiges Gesamtbild hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Technikbestands und der zu Grunde liegenden Betriebsstrategie.

Unterschiedliche Innovationszyklen von IT und "schwerer Technik"

Wasser auf die Mühlen der Contracting-Branche ergibt sich auch aus anderen Quellen: Herkömmliche Strom- und Klimatisierungskonzepte hinken oftmals der Entwicklung des IT-Equipments hinterher. Das liegt einmal an den kürzeren Innovationszyklen, die für Hard- und Software gelten. Energie-Anlagen haben einen Lebenszyklus von etwa 15 Jahren, wohingegen die Lebensdauer von IT-Geräten weitaus geringer ist.

Kühlagreggate fallen in der Regel unter die Betriebstechnik ebenso wie die Lüftung und die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Hinzu kommen aber auch kleinere Komponenten wie Monitore oder Beleuchtungsanlagen. Kühlung, Luftverteilung, USV, Netzteile und Beleuchtung decken in der Regel die Hälfte des Energieverbrauchs eines Data Center ab. Bei einer Energie-effizienten Gesamtstrategie geraten nicht nur IT-Equipment sondern auch Aufwendungen der Betriebstechnik in den Blick.

Die Trennlinien schwinden

Die Trennlinie zwischen Datenverarbeitung und Energieversorgung weicht zugunsten einer Gesamtsicht auf beide Bereiche. Die Betriebstechnik und Leistungselektronik enthalten immer mehr Messfunktionen mit zusätzlichen Schnittstellen, die Informationen über die operativen IT-Systeme bereitstellen.

Eine präzise Kapazitätsplanung sowie eine realistische Definition des Stromverbrauchs und der Wärme-Entwicklung skalierbarer Server-Technologien gehören zu den neuen Anforderungen. „Innovative Strom- und Kühlungskonzepte sind die richtigen Antworten auf höhere Leistungsdichten“, sagt Spie-Manager Küsters.

Näheres zum Thema Retrofit und Energie-Effizienz bietet der Workshop-Tag, der 26. April 2014 auf der Veranstaltung „Future Thinking“, in deren Rahmen der Deutsche Rechenzentrumspreis 2014 verliehen wird. Die Online-Abstimmung für das favorisierte Konzept, Produkt, Projekt startet auf DataCenter-Insider am 17. Februar und ist für jeden offen, der sich für Rechenzentrumstechnik interessiert.

Hier finden sich die Einreichungen für den Deutschen Rechenzentrumspreis 2014 auf unserer Website.

Der Autor:

Andreas Beuthner ist freier Autor, wohnhaft in Gauting bei München.

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