Energiesektor hat größtes Potenzial Digitale Technologie kann ein Viertel zum Klimaziel beitragen

Von dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Um den Klimawandel zu stoppen, will Deutschland bis 2030 mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 an Emissionen einsparen. Einer Studie zufolge könnte die Digitalisierung einen Beitrag dazu leisten.

Eine beschleunigte Digitalisierung kann einiges zum Erreichen der Klimaziele beitragen.(Bild:  Zaleman - stock.adobe.com)
Eine beschleunigte Digitalisierung kann einiges zum Erreichen der Klimaziele beitragen.
(Bild: Zaleman - stock.adobe.com)

Digitale Technologien können einer Studie zufolge wesentlich dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele 2030 erfüllt. Das geht aus einer Untersuchung der Wirtschaftsberatung Accenture hervor, die am Montag vom Digitalverband Bitkom veröffentlicht wurde. „Die Digitalisierung kann fast ein Viertel zu Deutschlands selbstgesteckten Klimazielen im Jahr 2030 beitragen“, sagte Bitkom-Vizepräsidentin Christina Raab.

Standard- versus beschleunigte Digitalisierung

In der Studie werden zwei Szenarien durchgerechnet: eine Standard-Digitalisierung sowie eine beschleunigte Digitalisierung, die sich an führenden Unternehmen sowie Ländern orientiert, die beim Einsatz einer oder mehrerer Technologien führend sind. Im Standard-Szenario gehen die Autorinnen und Autoren davon aus, dass sich die Marktdurchdringung digitaler Technologien wie bisher beziehungsweise wie bis 2030 geplant fortsetzt.

Wenn die Digitalisierung beschleunigt werde, könne der jährliche CO2-Ausstoß 2030 um rund 73 Millionen Tonnen verringert werden, heißt es in der Studie. Geht es bei der Digitalisierung im bisherigen Tempo weiter, fällt der Einspareffekt deutlich geringer aus. Bei diesem Szenario lassen sich im Jahr 2030 Einsparungen von rund 50 Millionen Tonnen CO2 erzielen. Das entspricht 16 Prozent der Zielvorgabe.

Größtes CO2-Einsparpotenzial

Das größte CO2-Einsparpotenzial durch digitale Technologien macht die Studie im Energiesektor aus. Hier ließen sich bis zu 26,4 Millionen Tonnen CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung oder 24,5 Millionen Tonnen CO2 bei einer Standard-Digitalisierung einsparen. Ausschlaggebend seien hier Smart Grids, also intelligente Stromnetze, in denen Stromerzeugung und -verbrauch präzise gesteuert werden können. Solche digitalisierten Netze nutzen Sensoren, Smart Meter und Echtzeit-Datenverarbeitung, um Angebot und Nachfrage dynamisch auszugleichen.

An zweiter Stelle sieht die Studie den Gebäudesektor. Digitale Technologien könnten unter anderem die Heizkörper automatisch regeln, wenn ein Fenster geöffnet werde, oder eine Klima-Anlage je nach Wetterverhältnissen und Zahl der anwesenden Personen steuern. Im Standard-Szenario könnten rund 12,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Bis zu 18,3 Millionen Tonnen seien möglich, wenn die Verbreitung smarter Technologien beschleunigt vorangetrieben werde.

In der industriellen Fertigung lassen sich der Studie zufolge bis zu 12,7 Millionen Tonnen CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung einsparen. Im Verkehr sei eine Verringerung von bis zu 9,3 Millionen Tonnen CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung möglich – gegenüber bis zu 3,5 Millionen Tonnen bei einer Standard-Digitalisierung. Die Verringerung des CO2-Fußabdrucks sei im Verkehrssektor vor allem mit einem digitalen Verkehrsnetz und einer digitalen Verkehrsoptimierung möglich. Sensoren an der Straße oder GPS in Autos würden dazu Echtzeit-Daten liefern, mit denen Ampeln geschaltet, Verkehrsströme umgeleitet oder öffentliche Verkehrsmittel verstärkt werden könnten.

Emissionen und Herstellung

Bei der Studie wurden nicht nur die potenziellen CO2-Einsparungen durch den Einsatz der digitalen Technologien kalkuliert, sondern auch die Emissionen gegengerechnet, die durch den Betrieb dieser Technologien – also Rechenzentren, Endgeräten und die Vernetzung – entstehen. Nicht berücksichtigt wurde der CO2-Fußabdruck, der bei der Herstellung der Geräte entsteht, weil die Produktion zum großen Teil nicht in Deutschland stattfindet. Aber selbst wenn man den CO2-Ausstoß bei der Herstellung berücksichtige, sei der Klima-Effekt unter dem Strich deutlich positiv – nämlich je nach Szenario zwischen 15 und 21 Prozent der Zielvorgabe, sagte Raab.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:49943616)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung