60 Jahre Tape - k(l)eine Gedenkrede, Teil 2

Der Markt begrüßte den LTO-Standard

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Zwischen den Servospuren liegen die Datenspuren

Diese zeitgesteuerte Spurnachführung ermöglicht eine extreme Feinführung der Schreib- und Leseköpfe auf dem Spur-Set und findet bis heute aktive Verwendung. Sie ist auch Basis dafür, dass mit jeder neuen LTO-Generation die Kassettenkapazität verdoppelt werden konnte.

Zwischen den Servobändern liegen die vier Datenbänder, in die Daten geschrieben werden. Ein Datenband liegt immer zwischen zwei Servobändern. Dabei schreiben bei LTO-1 acht Elemente gleichzeitig 12 Sets von 8 Spuren in jede Richtung eines Datenbands.

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Ein Datenband besteht somit aus 96 Spuren. Bei vier Datenbändern wird eine Gesamtspurzahl von 384 Datenspuren erzeugt. Zuerst wird der Innenbereich des Bandes mit den Datenbändern “0“ und “1“ beschrieben, dann erst die beiden äusseren Datenbänder “3“ und “4“. Das macht man deswegen, weil der Innenbereich eines Bandes geschützter ist als der Außenbereich.

Volle Bauhöhe, volle Geschwindigkeit

Mit LTO-3 im Jahr 2004 stieg IBM auch in die Produktion der kostengünstigen halbhohen LTO- Laufwerke ein, ein Markt, der bisher nur von HP bedient wurde. Dafür wurde extra eine neue Produktionsstätte in Singapur in Betrieb genommen.

Bild 5: Bis 2004 bediente ausschließlich HP den Markt für halbhohe, aber etwas langsamere LTO-Laufwerke. Ein neues Werk in Singapur war notwendig, damit IBM auch in diesen Markt einsteigen konnte.
Bild 5: Bis 2004 bediente ausschließlich HP den Markt für halbhohe, aber etwas langsamere LTO-Laufwerke. Ein neues Werk in Singapur war notwendig, damit IBM auch in diesen Markt einsteigen konnte.
(IBM)

Passend zum LTO-Laufwerk entwickelte IBM ein neues Library-Konzept, das seit seiner Einführung mit seinem Greifersystem die Features der standardisierten LTO-Kassetten ausreizt. Dieses Robotersystem mit seinem Spezialgreifer wurde Anfang 2000 mit der neuen IBM 3584 Library realisiert.

Die IBM 3584, zum damaligen Zeitpunkt ausschließlich an Open Systems betreibbar, stellte das Gegenstück zur IBM 3494 Library dar, allerdings mit wesentlich moderneren Möglichkeiten und einer Robotergeschwindigkeit, die bis heute unerreicht ist. Später wurde die 3584-Library in TS3500 Library umbenannt (TS steht für „Tape System“).

Bild 6:IBM löst bei seinen Libraries den Medientausch zwischen Bibliotheken mit einer Überkopf Shuttle Connection.
Bild 6:IBM löst bei seinen Libraries den Medientausch zwischen Bibliotheken mit einer Überkopf Shuttle Connection.
(IBM)

Mit LTO-3 wurde neben den wiederbeschreibbaren Kassetten die WORM-Kassette (Write Once Read Many) eingeführt. Diese Kassetten können einmal beschrieben, aber nicht mehr überschrieben oder gelöscht werden.

Mit LTO-4 kam die Verschlüsselungstechnik, damit die häufig Offline, also außerhalb der Bandbibliothek, gelagerten Bänder gegen unbefugte Zugriffe schützbar sind (Encryption).

LTO-5 brachte die Partitionsmöglichkeit von LTO-5-Bändern und damit die Möglichkeit, mit einem Tape Filesystem, dem LTFS (Linear Tape File System) zu arbeiten. Wird das Tape geladen, verhält es sich wie ein USB-Stick oder eine externe Festplatte mit eigenem Dateiverzeichnis. Um das Tape zu bearbeiten, braucht man nun keine eigenen Backup-Anwendungen mehr.

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