Eigene Rechenzentren zusammengelegt und auf Effizienz getrimmt

Delta drückt den Sommer-PUE-Wert von 2 auf 1,4

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Restwärme wird für die Heizung des weiteren Bürogebäudes genutzt. Meistens aber geht es hier um Kühlung. Das Gebäude ist zertifiziert als „Diamond-Rated Green Building“, was bedeutet, dass es gegenüber herkömmlich Bürogebäuden 58 Prozent Energie spart. Es hat sehr kräftige Chiller und separat kleinere für die Server-Räumen. Tagsüber können die großen Haupt-Chiller das RZ mitversorgen. Nachts fahren sie herunter, und die RZ-eigenen Chiller treten in Aktion.

Für die Raumtemperatur in Rechenzentren gibt es drei internationale Standards: TIA-942 empfiehlt 20 bis 25 Grad Celsius. ASHRAE TC 9.9 und NBES sehen jeweils 18 bis 27 Grad vor. Nach einer Daumenregel führt eine Erhöhung der Raumtemperatur um ein Grad zu zwei bis drei Grad Energieeinsparung. Eine Erhöhung der Temperatur im Kaltgang von 18 bis 20 Grad auf 25 Grad kann demnach mindestens eine Energiereduktion von zehn bis 14 Prozent zur Folge haben. Ähnlich ist es bei Kühlwasser: Die Erhöhung der Zufluss-Temperatur von sieben auf 13 Grad kann 20 Prozent Strom sparen.

Bildergalerie

Auch an effizientere USV gedacht

Außerdem hat Delta die Systeme zur Stromstabilisierung und unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) auf den neusten Stand gebracht. Das USV-System arbeitet mit einem Effizienzgrad von 96 Prozent, was wesentlich den Strombedarf reduziert. Die Racks sind auf eine Auslastung mit zehn bis 15 kVA ausgelegt. Im Vorraum des RZs zeigen sechs große Monitore die Video-Überwachung der Räume sowie in Echtzeit wichtige Daten zur IT-Auslastung und aus dem Data Center Infrastructure Management. Für letzteres nutzt Delta den „InfraSuite Manager“ mit den Komponenten „EnviroProbe“ und „EnviroStation“.

Der Effekt der Modernisierungsmaßnahmen ist deutlich. Der Raumbedarf reduzierte sich von 170 plus 130 Quadratmetern für zwei RZs auf 230 Quadratmeter, eine Einsparung von 23 Prozent. Der Wert für Power Usage Effectiveness (PUE, Effizienz des Stromverbrauchs) sank nach Angaben von Delta von vorher 2,01 auf 1,44 in den Monaten Juli bis Oktober 2014. Das Unternehmen geht natürlich von weit günstigeren Ergebnissen in den Wintermonaten aus. Ziel ist ein PUE-Wert von weniger als 1,43 über das ganze Jahr. Damit würde dieses Rechenzentrum das Kriterium „Gold-level datacenter efficiency“ nach Green Grid erfüllen.

Schon 30 Prozent Strom gespart

Ein PUE-Wert von 2 bedeutet, dass Klimatisierung, Beleuchtung etc. genau so viel Strom verbraucht haben wie die primären IT-Komponenten (Server, Storage, Switches...). Hier allein ist der Verbrauch nun weniger als halb so groß. Im Verein mit energieeffizienteren Nebenkomponenten im Rechenzentrum ist nach Delta-Angaben der Stromverbrauch für die zentrale IT um 30 Prozent gesunken.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

(ID:43144943)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung