Eine neue Studie im Auftrag des Eco - Verband der Internetwirtschaft belegt den großen Nutzen von Rechenzentren: Sie befeuern den Erfolg eines Unternehmens auf allen Ebenen. Aber Deutschland und Europa haben einen Nachholbedarf beim Ausbau der IT-Infrastruktur.
Die Eco-Studie „Spillover-Effekte von Rechenzentren – Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der unter dem Dach des eco Verbands gegründeten Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen untersucht auf Basis einer Unternehmensbefragung die Innovationspotenziale von KI und beziffert die Übertragungseffekte von Datacenter. Sie ist ab dem 20. Oktober zu bekommen.
(Bild: Eco - Verband der Internetwirtschaft)
Deutschland gilt als Datacenter-Wunderland, weist jedoch wie Europa als Ganzes immer noch Nachholbedarf beim Ausbau der Infrastruktur auf. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH im Auftrag des eco – Verbands der Internetwirtschaft e.V. Die Rechen- und Rechenzentrumskapazitäten seien in Anbetracht der wachsenden Nachfrage bei weitem nicht ausreichend.
Infolgedessen nutzen viele europäische Unternehmen Rechenkapazitäten außerhalb der EU, vorrangig in den USA. Dabei wünschte sich knapp die Hälfte der befragten Unternehmen einen Standort der genutzten Rechenzentren in Deutschland – nicht zuletzt wegen der strategischen Bedeutung der Datensouveränität.
Auch geopolitische Herausforderungen, Stichwort: Deglobalisierung, erschütterten das Vertrauen in internationale Kapazitäten. Die amerikanischen Hyperscaler Microsoft, Google und AWS reagieren wie berichtet mit Investitionen in Deutschland von deutlich über zehn Milliarden Euro darauf.
Die Hälfte der Firmen nutzt ein Rechenzentrum
Aktuell sind 51 Prozent der deutschen Unternehmen Rechenzentrumsnutzer. Im Vergleich zu den Werten von vor zwei Jahren ist dies ein Anstieg um gut 25 Prozent. 48 Prozent der Unternehmen setzen entweder eine Public Cloud, eine Private Cloud oder beides ein. Co-Location-Services werden aktuell von elf Prozent aller Unternehmen direkt genutzt.
All diese Werte legen zu, denn Rechenzentrums- oder Cloud-Nutzer sind ökonomisch erfolgreicher: 72 Prozent dieser Unternehmen geben an, dass verbesserte Prozesse durch die Cloud-Nutzung zu zusätzlichen Umsätzen führen. 57 Prozent der Unternehmen können besser Kundenwünsche bedienen, 42 Prozent geben an durch die Cloud konkurrenzfähiger zu sein.
Viele Unternehmen nutzen das ganze Spektrum des Ökosystems digitaler Infrastrukturen parallel. Auch das Spektrum der von den Unternehmen in der Cloud- und Co-Location-Infrastruktur verwendeten Technologien und Techniken sowie Anwendungszwecke ist breit. Am häufigsten werden Rechenzentren als virtuelle Speichermöglichkeit (78 Prozent), für Office-Software (68 Prozent), als Datenbank (65 Prozent) und zur Durchführung von Videokonferenzen (60 Prozent) von den Unternehmen genutzt. Zudem ist die Nutzung von Cloud mit Blick auf Sicherheitssoftware (48 Prozent der Unternehmen), virtuelle Rechenleistung (32 Prozent), Prozessautomatisierung (26 Prozent) und KI (18 Prozent) von Bedeutung.
Die Studie „Spillover-Effekte von Rechenzentren: Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland“ hät auch Handlungsempfehlungen bereit.
(Bild: Eco Verbandder Internetwirtschaft)
Diese vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Ökosystems digitaler Infrastrukturen ermöglicht es den Unternehmen innovativer und erfolgreicher zu sein. Und damit sind wir bei der künstlichen Intelligenz (KI) angelangt.
KI ist von entscheidender Bedeutung
Rechenzentren bilden das Rückgrat der technologischen Zukunft der deutschen Wirtschaft. Diese technologische Zukunft wird namentlich durch KI definiert: „Der Einsatz von KI ist in den nächsten Jahren von entscheidender Bedeutung, um als industriegeprägte Nation den Sprung in das neue Zeitalter zu schaffen. Die Verbindung des exzellenten Engineering-Know-hows in Deutschland mit neuem Digital-Know-how kann dazu beitragen, den Trend des zurückgehenden Produktivitätswachstums umzukehren“, zeigen sich die Studienautoren überzeugt.
Rechenzentren bilden damit das Rückgrat der KI: Gemäß der im Rahmen der Studie durchgeführten Befragung setzen 34 Prozent der Unternehmen mit Rechenzentren eine KI ein. Firmen ohne eigenes Rechenzentrum tun dies nur zu zehn Prozent.
Das wirft sie zurück: 82 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie produktivitätssteigernde Effekte durch KI registrieren. Im Durchschnitt liegen diese Effekte bei 13 Prozent, wobei insbesondere kleine Unternehmen hohe Effekte angeben, große Unternehmen schätzen den Produktivitätszuwachs auf rund drei Prozent.
Die KI wirke über zwei Pfade positiv auf die Produktivität:
Unternehmen setzen generative KI für Effizienzsteigerungen ein, was sich etwa in eingesparter Arbeitszeit niederschlägt.
Unternehmen setzen KI zur Erhöhung ihrer Innovationsaktivitäten ein, beispielsweise zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf Grundlage großer Datenmengen wie Predictive Maintenance oder zur Verbesserung der internen Prozesse durch KI-gesteuerte Analyse und Entscheidungsfindung.
66 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen gehen laut Studie aktuell primär den ersten Pfad, 42 Prozent konzentrieren sich auf den zweiten.
Studie stellt Forderungen
Die Studie identifiziert verschiedene Handlungsfelder, um die volle Wirkung digitaler Infrastrukturen zu entfalten, allen voran eine neuen Flächen- und Genehmigungspolitik, um die notwendigen Rechenzentrumskapazitäten errichten zu können. Dafür bedürfe es eines „Mindset-Wechsels bei Teilen der Entscheidungsträger“.
Stand: 08.12.2025
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„Es kann bis zu sechs Jahren dauern, bis ein geplantes Rechenzentrum genehmigt und gebaut wird“, berichtet etwa Volker Ludwig, Managing Director DACH beim Co-Location Anbieter Digital Realty. „Mit Blick auf die damit verbundenen Produktivitätseinbußen in der Anwenderindustrie ist das einfach zu lange. Wir brauchen mehr Tempo bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, um die notwendigen Rechenkapazitäten für die digitale Transformation rechtzeitig errichten zu können.“
Grundsätzlich seien Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien unumgänglich: „Die von der Politik angekündigte, aber nicht umgesetzte Superabschreibung von Investitionen sollte deshalb zügig umgesetzt werden“, fordern die Studienautoren.
Um „Distanznachteilen ländlicher Räume“ entgegenzuwirken, müsse die digitale Infrastruktur vor allem dort zügig ausgebaut werden, wo sich wirtschaftliche Aktivitäten konzentrierten. Regionale Akteure etwa in den Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren sollten insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) stärker auf die Vorteile der Rechenzentrums-Nutzung hinweisen und Vorbehalte abbauen.
Für eine möglichst maximale Wirkung von KI müsse die Technologie in der Breite der Unternehmen Anwendung finden. KI-Hubs, die vor allem KMU bei der Entwicklung von Anwendungsfällen und Implementierung von KI unterstützen, könnten hier einen Beitrag leisten.
Volkswirtschaftliche Perspektive
Die Umsetzung dieser Forderungen verspreche laut Studie auch aus einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive Verbesserungen: Gemäß der Befragungsergebnisse und unter Berücksichtigung der indirekten Effekte auf andere Unternehmen ergebe sich durch Rechenzentrums-Nutzung eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von rund 250 Milliarden Euro für die deutsche Volkswirtschaft.
„Für den Wirtschaftsstandort Deutschland, dessen Erfolg maßgeblich von der Innovationskraft seiner Unternehmen abhängt, sind Rechenzentren damit ein zentraler Treiber für digitale Innovationen“, so Béla Waldhauser, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen im Eco Verband. „Die Bedeutung von Rechenzentren für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands kann damit kaum überschätzt werden.“
Über die Studie
Die Studie „Spillover-Effekte von Rechenzentren: Rückgrat der KI-Revolution in Deutschland“ basiert auf einer Befragung von 499 zufällig gezogenen Unternehmen in Deutschland, die im August 2024 durchgeführt wurde. Die Studienergebnisse wurden repräsentativ für die deutsche Wirtschaft hochgerechnet.