Anbieter zum Thema
Die Kühlung
Pumpen, die die Druckunterschiede ausgleichen, sind also nicht erforderlich, was die Energiebilanz verbessert. „Die hohe Effektivität dieser Anordnung ist der Grund dafür, dass wir mit 3,20 statt 5 Meter Raumhöhe auskommen“, führt Krauthammel aus.

Die Sicherung der Kälteversorgung wird nach dem n+1-Prinzip realisiert, also nicht voll redundant. Außen- und Innenwasserkreislauf arbeiten mit jeweils drei Pumpen, beide Kreisläufe sind durch Wärmetauscher verbunden. Die Rückkühler sind außerhalb des eigentlichen Rechenzentrums, jedoch direkt daneben, angebraucht. „Hätten wir sie aufs Dach gestellt, hätten wir die Höhenvorgaben überschritten“, sagt Krauthammel. Die Haustechnik dagegen steckt im RZ-Gebäude selbst.
Die Stromversorgung
Die Stromversorgung dagegen erfolgt redundant: Zwei unterschiedliche Einspeisungen und zwei unterschiedliche Versorger liefern die Elektrizität. Eine USV gibt es nicht. „Die Logik dahinter ist wohl, dass, wenn der Strom weg ist, auch keine Daten anfallen und somit auch nicht ausgewertet werden müssen“, sagt Krauthammel. Das unterscheide dieses Rechenzentrum von einem kommerziellen.
Das Kühlwasser verlässt das Rechenzentrum mit 23 bis 26 Grad Celsius – das nebenan befindliche Büro- und Kantinengebäude nimmt von der Abwärme rund 800 Kilowatt ab, um sie in die dortige Fußbodenheizung einzuspeisen.
Der Baufortschritt
Derzeit befindet sich das Datacenter noch im Bau. Der Ausbau und die Ausstattung mit Rechnern beginnen in den obersten Geschossen und wandern sukzessive nach unten. „Beginnt man unten, besteht die Gefahr, dass bei Zwischenfällen Dinge von oben auf bereits arbeitende Recher fallen. Das wollten wir vermeiden“, sagt Krauthammel.
Im Herbst soll der Bau komplett abgeschlossen sein. Große Anerkennung gab es aber schon vorher – das Rechenzentrum wurde anlässlich der Konferenz „Datacloud Europe 2015“ in Monaco mit dem „Enterprise Datacenter Award“ ausgezeichnet.

[Anm. der Redaktion] 2013 gewann das Projekt „cubeONE – Das kompakte Rechenzentrum“ von ttsp hwp seidel Planungsgesellschaft mbH bereits den Deutschen Rechenzentrumspreis in der Kategorie 1: “Visionäre Rechenzentrumsarchitektur”
* Ariane Rüdiger ist freie Autorin in München.
(ID:43446113)