GSI Helmholtz bekommt ein neues Rechenzentrum

Bruch mit vertrauter Bauweise - ein eCube für 800 Racks

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Der Rechenzentrumswürfel von außen

„Deshalb mussten wir bei der Platzierung der Öffnungen in der Gebäudehülle auf optisch-ästhetische Gesichtspunkte keine Rücksicht nehmen“, erklärt Krauthammel. Eine zunächst geplante 75 Quadratmeter große LED-Fläche wurde schließlich doch nicht realisiert.

Prof. Horst Stöcker (Mitte) nimmt, flankiert von Christian Krauthammel, ttsp hwp Seidel, und eCube-Geschäftsführer Alexander Hauser, freudestrahlend den Enterprise Datacenter Award der Datacloud Europe entgegen.
Prof. Horst Stöcker (Mitte) nimmt, flankiert von Christian Krauthammel, ttsp hwp Seidel, und eCube-Geschäftsführer Alexander Hauser, freudestrahlend den Enterprise Datacenter Award der Datacloud Europe entgegen.
(Bild: Ariane Rüdiger)

Die Struktur des Gebäudes besteht teilweise aus Stahl statt aus Beton. „Das war bisher aus Brandschutzgründen ein No-Go“, sagt Krauthammel stolz. Doch hätten entsprechende Berechnungen ergeben, dass die Technologie des Rechenzentrums eine Mischung aus reinem Stahl und Beton erlaube. Nun bestehen Rack-Bereiche und Fassaden aus Leichtbau, während der elektrische Versorgungsbereich und die fußläufigen Verbindungen aus Beton ausgeführt sind.

Das gesamte Stahlgerüst ist am Maßraster von 19-Zoll-Racks, also 80 Zentimeter + 120 Zentimeter, ausgerichtet, und als sogenannter Stützenwald realisiert, bei der Vorder- und Hinterkante des Racks besonders gestützt werden. Die sonst in solchen Designs verwendeten durchgängigen Stahlträger an bestimmten Stellen konnten nach den statischen Berechnungen entfallen – auch dies im RZ-Bau eine Premiere. „Allein dadurch haben wir 15 Tonnen Stahl gespart“, rechnet Krauthammel vor.

Kassetten statt Lochgitter im Innern

Die Laufgänge im Rechnerbereich sind dagegen eher etwas solider gebaut als üblich: Sie sind mit Kassettenelementen statt den üblichen Lochgittern ausgelegt. Krauthammel: „So entsteht beim Gehen kein Abrieb, und wenn Frauen das Rechenzentrum besuchen, gibt es keine Probleme mit Absätzen, die in die Löcher rutschen.“

In den Reihen stehen die Rechner back to back, die Kühlregister stehen sich also gegenüber. Kühlwasser- und Stromleitungen liegen jeweils zwischen zwei Geschossen und versorgen das über und unter ihnen liegende Geschoss, was Platz spart. Nur die Datenleitungen verlaufen quer. Die Kühlung der Racks erfolgt über Wärmetauschertüren an den Schränken, die Warmluft in den Gängen wird frei abgesogen, so dass die Gänge selbst nicht isoliert werden müssen.

Die Rechnerreihen erhalten ihr Kühlwasser nach dem Tichelmann-Prinzip: Von einer zentralen Leitung zweigen die jeweiligen Reihenversorgungen parallel ab, statt sie beispielsweise hintereinandergeschaltet durch eine durchlaufende Kühlschlange zu versorgen. Auf diese Weise erhält jede Rechnerreihe automatisch das Kühlwasser mit demselben Druck.

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