Immer mehr Unternehmen haben das Potenzial der Blockchain erkannt und beabsichtigen nun, die Technologie in ihrem Hause umzusetzen. Aber wie? Dieser Praxis-Leitfaden soll Unternehmen Hilfestellungen bei ihrer Projektierung bieten, um möglichen Herausforderungen besser entgegentreten zu können.
Es gibt nicht nur eine Blockchain. Bei der Auswahl sollten die jeweiligen Anforderungen genau geprüft werden.
Eine Blockchain-Projektierung muss sorgfältig vorbereitet und systematisch durchgeführt werden. Dabei wird gerne neben fehlendes internes Fachwissen die Komplexität unterschätzt, die plötzlich entstehen kann, wenn beispielsweise eine Transaktionsplattform durch eine Blockchain-Lösung ersetzt werden soll. Denn was auf Papier sinnvoll und einfach aussieht, entfaltet meist erst auf dem Weg in die Praxis seine vielschichtigen Problemstrukturen. Zu diesem Zweck sollten vorab eine Reihe von Fragen geklärt werden.
Anwendungsszenario entwickeln
Der wichtigste Schlüssel zur Entwicklung einer zielführenden Blockchain-Lösung besteht darin, herauszufinden, welche Probleme sie lösen soll und ob sich diese Technologie dazu überhaupt eignet. Hierfür muss die Organisation ihre eigenen relevanten Prozesse in- und auswendig kennen und die Problemstellungen dazu identifizieren. Dabei sollte ebenfalls sichergestellt werden, ob die Blockchain in diese Prozesse auch passt. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen diese Prozesse überprüft und wenn möglich, überarbeitet werden, um die notwendige Basis für die Technologie zu legen.
Folgende Fragen sollen bei der Klärung helfen, ob sich die Blockchain als Lösung der Problemstellungen qualifiziert: Teilen mehrere Parteien Daten? Aktualisieren mehrere Parteien Daten? Gibt es eine Verifizierungspflicht? Erhöhen Intermediäre die Komplexität? Sind Interaktionen zeitkritisch? Interagieren Transaktionen? Können vier von sechs dieser Kriterien mit Ja beantwortet werden, so zeigt dies, dass die Blockchain eine gute Idee für Lösungen sein könnte. Im Anschluss dazu sollten mögliche Use Cases detailliert formuliert werden.
Proof of Concept (POC) erstellen
Bei der Erstellung eines Proof of Concept handelt es sich um ein strategisches Vorgehen, das bei der Evaluation helfen soll, ob die Blockchain-Implementierung für die jeweilige Organisation realisierbar ist. Auch hierzu sind ein paar wesentliche Fragen in Bezug auf den Wettbewerb und die abzuleitenden Herausforderungen zu berücksichtigen: Welches Geschäftsproblem soll durch die Blockchain-Implementierung gelöst werden? Welche positiven Resultate sollen dabei erzielt werden? Welchen Beitrag leistet die Blockchain-Implementierung, um das Geschäft zu transformieren? Und so weiter.
Blockchain-Typ auswählen
Wichtig zu wissen: Es gibt nicht nur eine Blockchain. Es existiert mittlerweile eine Vielzahl von Blockchain-Plattformen. Blockchain-Typen unterscheiden sich unter anderem dadurch, ob sie Public, Privat oder Hybrid sind oder mit oder ohne Permission sind. Der jeweilige Blockchain-Typ hängt immer vom Einzelfall ab. Sicherheits- und Finanzvorschriften können beispielsweise dazu führen, dass eine Blockchain ohne Permission für eine Organisation nicht geeignet ist.
Zu den bekanntesten Blockchain-Plattformen gehören HyperledgerFabric, Corda, Stellar, Open Chain, Multichain, Quorum, Ethereum usw. Für die Auswahl sind Experten mit Blockchain-Erfahrung unerlässlich, sei es von einem Drittanbieter oder von einem Unternehmen, das Standard-Blockchain-Lösungen anbietet.
Infrastruktur der Blockchain
Einer der wichtigsten Funktionen der Blockchain-Technologie sind die sogenannten Smart Contracts. Damit wird es Unternehmen ermöglicht, entscheidende Transaktionen ohne Einmischung einer dritten Partei durchzuführen. Der Vorteil dabei ist auch, dass der Transaktionsprozess nicht nur automatisch, sondern auch für die jeweils Beteiligten transparent und fair abläuft.
Alle Teilnehmer des Netzwerks werden dazu verpflichtet, sich an die Vertragsregeln zu halten. Auf Grund dieses Automatismus entscheiden sich viele Organisationen für die Blockchain-Technologie. Beim Aufbau einer Blockchain-Lösung müssen solche Smart Contracts entwickelt und in einem Testnetzwerk auf Herz und Nieren geprüft werden.
Konsensprotokoll auswählen
Bei einer Blockchain ist sicherzustellen, dass eine bei allen Teilnehmern identische Kette an Datenblöcken entsteht und als legitim beurteilt wird. Dafür stehen verschiedene Konsensprotokolle bzw. algorithmische Verfahren der Verifizierung zur Auswahl. Dazu gehören beispielsweise Proof of Work, Proof of Stake, delegierter Proof of Stake usw. die für unterschiedliche Vor- und Nachteile wie Geschwindigkeit, Miningkosten, Stromverbrauch, Skalierbarkeit etc. stehen.
Auf diese Weise entsteht ein zuverlässiges System, das Manipulationen quasi ausschließt. Im Moment existiert noch kein Konsensmechanismus, der optimal zu allen möglichen Anforderungen eines Use Case passt. Je nach dem definierten Use Case und Typ der Blockchain sollte ein geeigneter Algorithmus selektiert werden.
Stand: 08.12.2025
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Problem mit der Skalierbarkeit
Eine weitere Herausforderung, die mit der Implementierung einer Blockchain-Technologie einhergeht, ist die Skalierbarkeit. Viele Blockchain-Entwickler sind derzeit noch damit beschäftigt, den Konflikt zwischen der Beibehaltung der typischen Vorteile der Blockchain und der gleichzeitigen Sicherstellung einer größtmöglichen Flexibilität bei hohen Geschwindigkeiten zu lösen.
Entwicklungsteam zusammenstellen
Ein wichtiger Schlüssel zur erfolgreichen Implementierung einer Blockchain-Technologie ist es, das geeignete Team dafür zu finden. Zu viele Manager machen den Fehler, Projekte einfach auf ihre bestehenden Teams abzuladen, ohne die Konsequenzen dabei zu bedenken.
Denn jeder Entwickler, der an einer Blockchain arbeitet, muss mit Themen wie beispielsweise Kryptografie, der Funktionsweise von dezentralen Peer-to-Peer-Netzwerken, Organisationen wie Ethereum und deren Smart Contracts usw. vertraut sein. Aus diesem Grund sollte jedes Team mindestens einen erfahrenen Blockchain-Entwickler enthalten sowie weitere Entwickler, die zumindest über ähnliche Fähigkeiten verfügen.