Das Softwareproduktunternehmen und Cloud-Dienstleister für digitale Dokumentenlenkung sowie elektronisches Dokumenten-, Prozess- und Akten-Management Fabasoft wagt ein paar Trendaussagen zur Entwicklung im Jahr 2021. KI und IT immer und überall sind nicht neu, Intelligent Composable Business sowie Hyperautomation schon - und Corona wirkt als Booster.
Prognosen aufgrund der Entwicklungen im Pandemiejahr 1 sind ein wenig wie das Öffnen von Glückskeksen. Andreas Dangl von Fabasoft versucht es trotzdem.
(Bild: Miguel Á. Padriñán auf Pixabay)
Niemand hat mit den Veränderungen, die das Jahr 2020 mit sich gebracht hat, gerechnet. Die aktuelle Situation hat unser Leben auf den Kopf gestellt, aber auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Digitale Transformation noch mehr in den Fokus der Unternehmen gerückt ist – bereits laufende Entwicklungen wurden beschleunigt und zügig umgesetzt.
Wohin die Reise gehen kann, zeigen renommierte Analysten in ihren Prognosen für das Jahr 2021, in denen sie die wichtigsten Themen definieren. Aus der Perspektive von Fabasoft sind davon die folgenden Top-Trends von besonderer Bedeutung: „Anywhere Operations“, „Intelligent Composable Business und Künstliche Intelligenz“, „Customer Data Platforms“ sowie „Hyperautomation 2.0“.
Anywhere Operations
Das Arbeiten von zu Hause wird im Zuge der derzeitigen Entwicklungen höchstwahrscheinlich zu einem festen Bestandteil des Arbeitslebens. Unternehmen werden daher ein flexibleres Geschäftsmodell etablieren müssen – einschließlich des Übergangs in die Cloud. Ein „Anywhere Operations“-Modell ermöglicht den Zugang, die Übermittlung und die Freigabe von Daten und Vorgängen auch außerhalb des Geschäftsnetzwerkes.
So greifen Kunden, Arbeitgeber und Geschäftspartner ungeachtet ihres Standortes zum Beispiel auf Verträge sicher zu. Die Zusammenarbeit sowohl im Unternehmen als auch mit Kunden wird dadurch auf ein neues Level gehoben, weit über die typischen Anwendungsfälle hinaus. Die Digitalisierung solcher Geschäftsprozesse ermöglicht auch im Falle weiterer Einschränkungen sowohl im gesellschaftlichen als auch im wirtschaftlichen Umfeld, dass alle Verwaltungsprozesse flüssig weiterlaufen und es nicht zu Ausfällen kommt.
Intelligent Composable Business und Künstliche Intelligenz
Agilität ist eine Anforderung unserer Zeit – Intelligent Composable Business sind Unternehmen, die sich rasch an neue Gegebenheiten anpassen. Um diesen Speed zu erreichen, müssen sie die richtige Basis schaffen, um kurzfristig unternehmensrelevante Entscheidungen aufgrund ihrer verfügbaren Daten zu treffen. Wichtig hierfür ist ein sofortiger Zugang zu geschäftsrelevanten Informationen, so wird Zeitverlust durch unübersichtliche Prozesse verhindert und die Reaktionsfähigkeit auf etwaige Veränderungen beschleunigt.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz trägt hier wesentlich zur Prozessoptimierung bei. KI wird in den kommenden Jahren zunehmend an Relevanz gewinnen, wobei ihre Auswirkung auf Software-Automatisierung von großer Bedeutung sein wird. Eine robuste KI-Engineering-Strategie erleichtert die Leistung, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit von KI-Modellen.
Im Bereich von smarten Vertrags-Management-Lösungen oder Cloud-basierten Systemen zum Managen von technischen Daten und Dokumenten unterstützt KI-basierte Content Analytics dabei, prozessgesteuerte Entscheidungen bei Routine-Aufgaben zu erledigen. KI erkennt beispielsweise nicht nur den Inhalt von Verträgen oder Industriedokumenten, sondern versteht diesen und kann so die erforderlichen Abläufe steuern und Prozesse standardisieren.
Customer Data Platforms
In den vergangenen Monaten gab es laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ eine explosionsartige Nachfrage nach Customer Data Platforms (CDP). CDPs helfen dabei, die Organisation fragmentierter Daten aus verschiedenen Quellen zu vereinfachen, indem sie alle verfügbaren Daten gesammelt, strukturiert und mit Tags versehen besser nutzbar machen.
Da die Datenmengen exponentiell wachsen, ist es notwendig, sie mittels einer CDP übersichtlich und strukturiert für alle relevanten Personen zugänglich zu machen. Nachdem der Geschäftsbetrieb zunehmend dezentral geworden ist, was zum Teil auf neue Betriebsmodelle für mobiles Arbeiten, aber auch auf beschleunigtes Datenwachstum zurückzuführen ist, werden CDPs besonders in Verbindung mit digitalen Geschäftsprozessen im Jahr 2021 deutlich an Relevanz gewinnen.
Hyperautomation 2.0
„Hyperautomation 2.0“ ist die Weiterentwicklung eines der Gartner Top Strategic Trends aus dem vorherigen Jahr. Im Jahr 2020 verstärkte sich die Nachfrage nach Automatisierung von wiederkehrenden manuellen Prozessen und Aufgaben. Man spricht nun statt von aufgabenbasierend von prozessbasierend, also von der Automatisierung einer Reihe von Aufgaben in einem Prozess. Bei Hyperautomation handelt es sich meist um eine fortgeschrittene Form der Automatisierung, die dem Zweck dient, Aufgaben und Prozesse schneller, effizienter und mit weniger Fehlern zu erledigen.
Autor Andreas Dangl sieht „Anywhere Operations“, „Intelligent Composable Business und Künstliche Intelligenz“, „Customer Data Platforms“ sowie „Hyperautomation 2.0“ als die bestimmenden Trends für 2021.
(Bild: Fabasoft)
Man geht davon aus, dass sich das Ausmaß der Automatisierung von unterschiedlichen Aufgaben und Transaktionen, die auf statischen und starren Regeln basieren, in den nächsten Jahren erweitert. Dies erfordert jedoch eine neue Automatisierungsstrategie, die sich auf die Optimierung digitaler Prozesse von der IT-Infrastruktur bis hin zu kundenorientierten Anwendungen konzentriert.
Stand: 08.12.2025
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Hyperautomation ermöglicht die Automatisierung über den gesamten Lebenszyklus eines Prozesses hinweg, indem sie die Bereiche Integration, DevOps, Überwachung und Management zusammenführt. So wird die Automatisierung von End-to-End-Workflows, die komplexe Abhängigkeiten über verschiedene Plattformen hinweg verwalten, ermöglicht.
* Andreas Dangl ist Business Unit Executive für Cloud-Services bei Fabasoft. In seiner Funktion berät und unterstützt er Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen bei der Einführung von Cloud-Lösungen.