Prototyping, kontinuierliche Demos und Beta-Tests Agile Methoden für KI-Innovationen

Ein Gastbeitrag von Shalini A. Nair* 6 min Lesedauer

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Die Kombination von KI und Agilität verbessert den Softwaredesign- und -entwicklungsprozess in Unternehmen exponentiell. Doch wie sehen die Auswirkungen von KI auf agile Methoden aus und wie beschleunigen agile Arbeitsweisen KI-Projekte? Welche potenziellen Risiken gibt es und wie sollte KI in agilen Umgebungen idealerweise implementiert werden?

Die digitale Transformation ist keineswegs optional und der Einsatz von KI in agilen Umgebungen bietet Organisationen so einen strategischen Vorteil.(Bild:  Ethan Brooks - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die digitale Transformation ist keineswegs optional und der Einsatz von KI in agilen Umgebungen bietet Organisationen so einen strategischen Vorteil.
(Bild: Ethan Brooks - stock.adobe.com / KI-generiert)

Europa positioniert sich als Spitzenreiter in der globalen KI-Führung. Deutschland hat eine nationale Strategie für Forschung, Entwicklung und regulatorische Unterstützung für Künstliche Intelligenz entwickelt, die „KI Made in Germany“ an die Weltspitze bringen soll. Diese Art von Investitionen in Verbindung mit der Forderung nach einer unternehmensweiten Einführung von KI schafft die Voraussetzungen für den größten Fortschritt in der agilen Methodik seit ihren Anfängen in den frühen 2000er Jahren.

Agilität ist für die KI-Implementierung unerlässlich: die Gründe

Wenn Unternehmen mit KI experimentieren, vergleichen sie die Kosten und Risiken mit dem Wert, den KI schaffen kann. Dies erfordert eine Umgebung, die schnelle Iterationen und Experimente unterstützt – die Eckpfeiler der agilen Methodik.

Funktionsübergreifende Pods sind in der Lage, KI-Sprints von kurzer Dauer durchzuführen. So lassen sich Risiken effektiv verwalten. Durch die frühzeitige Identifizierung von Minimum Viable Products (MVPs) gewährleisten Teams schnelle Verbesserungszyklen und setzen so die „Fail Fast“ Philosophie um.

Dieser agile Ansatz, der aus Prototyping, kontinuierliche Demos und Beta-Tests besteht, ermöglicht kontinuierliches Benutzer- und Kunden-Feedback. Das Ergebnis: Kontinuierliche Verbesserungen bei gleichzeitiger Risikoreduzierung.

Höhere Produktivität dank KI-gestützter Software-Entwicklung

Daher sind Unternehmen, die ihre Fähigkeiten und Teams um Produkte und Plattformen herum strukturiert haben, gut positioniert, um KI in großem Umfang zu testen und einzusetzen. Diese Organisationen messen Ergebnisse und den gelieferten Wert anhand von Zielen und Schlüsselergebnissen (OKRs), die bis hin zu den Produktteams geteilt werden.

Bei einem solchen Ansatz sind die Business-Fähigkeiten in autonome Produkte und Features eingebettet. So lässt sich der Wert von KI leicht tracken und messen.

KI-gestützte Software-Entwicklung optimiert die Produktivität im agilen Entwicklungszyklus exponentiell. Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle, um agile Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten, indem sie bei der Erstellung von Anwenderreferenzen und dem Backlog Grooming unterstützt. KI setzt fortschrittliche Algorithmen ein und ist so in der Lage, Benutzeranforderungen zu analysieren. Sie generiert außerdem automatisch gut definierte Anwenderszenarien, die wesentliche Funktionen und Benutzerbedürfnisse erfassen. Diese Automatisierung beschleunigt nicht nur den Erstellungsprozess, sondern sorgt auch für Konsistenz und Klarheit in den zu entwickelnden Stories.

Priorisieren ist essentiell

Darüber hinaus erleichtert KI die Pflege des Backlogs – Produktmanager, Product Owner und Teammitglieder treffen sich regelmäßig, um Elemente im Backlog zu besprechen, zu überprüfen und zu priorisieren. Dank KI lassen sich Aufgaben auf Basis unterschiedlicher Faktoren wie Business-Wert, Teamkapazität und Projektzeitplan priorisieren. Auf diese Weise sind die Teams in der Lage, sich auf die kritischsten Punkte zu konzentrieren und sicherzustellen, dass die Ressourcen effektiv zugewiesen werden.

Neben der Erstellung von Anwender-Stories und der Verwaltung des Backlogs verbessert KI auch erheblich die Einschätzung von Aufgaben. Durch die Analyse historischer Daten und Projekt-Metriken liefern KI-Tools genaue Schätzungen für die Fertigstellung von Aufgaben und reduzieren so Unsicherheiten, die bei der Software-Entwicklung häufig auftreten.

Auch der Wertefluss lässt sich dank KI leichter nachverfolgen und somit rationalisieren. Agile-DevOps-Tools generieren Daten, die von prädiktiver KI verwendet werden können. Sie liefern Einblicke in Engpässe, die es den Teams zusammen mit Echtzeit-Kontrolle ermöglichen, datengesteuerte Entscheidungen zu treffen. Dies steigert sowohl die Produktivität als auch die Geschwindigkeit.

Darüber hinaus lässt sich so auch wertvolle Zeit freisetzen. Die Teams sind damit in der Lage, sich auf wichtige Aufgaben zu konzentrieren, die den Projekterfolg fördern. Insgesamt führt die Integration von KI in diese Prozesse zu einer besser organisierten, effizienteren und reaktionsfähigeren Entwicklungsumgebung.

Wie ist die Stimmung?

KI spielt eine entscheidende Rolle, um die Kundenerfahrung zu verbessern – sie liefert Erkenntnisse für die Ideenfindung. Sie analysiert Kundeninteraktionen und -Feedback, identifiziert so Schlüsselbereiche für die Entwicklung neuer Funktionen und stellt sicher, dass neue Entwicklungen bei den Anwendern ankommen.

Darüber hinaus können KI-Tools Stimmungsanalysen durchführen. Sie ermöglichen es Unternehmen, die Gefühle und Reaktionen ihrer Kunden in Echtzeit zu erfassen. Formen nutzen diese Erkenntnisse, um Funktionen zu entwickeln, die die Erwartungen der Kunden nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. So fördern sie die Loyalität und Zufriedenheit. Dieser datengesteuerte Ansatz erlaubt Organisationen, Trends voraus zu sein und ihre Angebote so anzupassen, dass sie den sich wandelnden Vorlieben ihrer Kunden besser gerecht werden.

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Verantwortungsvolle KI-by-Design

Die Integration von KI in agile Umgebungen bietet zahlreiche Vorteile, bringt aber auch Herausforderungen mit sich, die es zu bewältigen gilt. Dazu gehören die folgenden Punkte.

Datenqualität und -sicherheit sind entscheidend. - Es hängt stark von der Daten-Qualität ab, auf denen die KI-Modelle trainiert wurden, wie wirksam KI-Modelle sind. Daher ist es enorm wichtig, dass die Daten sauber, genau und sicher sind. Unternehmen müssen robuste Data-Governance-Richtlinien einführen, um Risiken in Bezug auf Datenintegrität und -sicherheit zu mindern.

Ethische Überlegungen spielen eine wichtige Rolle. - Verantwortungsvolle KI erfordert, dass geeignete Leitplanken entwickelt und umgesetzt werden. Diese lösen die Herausforderungen in Bezug auf Vertrauen, Datenschutz und Genauigkeit. Transparente KI-Praktiken einzuführen und die entsprechenden Richtlinien durch die Verankerung in den Arbeitsabläufen (Prozesse, Werkzeuge, Kultur) einzuhalten ist für jedes KI-Projekts unerlässlich. Nur so lässt sich das Vertrauen der Nutzer erhalten – und die regulatorischen Anforderungen erfüllen.

KI und agile Synergien

Die Integration von KI in agile Methoden kann die Agilität, Qualität und Zuverlässigkeit von Software-Design- und Entwicklungsprozessen erheblich steigern. Zudem ermöglicht KI eine bessere Synchronisierung zwischen Technologie- und Geschäftsteams.

Der Grund: KI automatisiert Routineaufgaben und liefert intelligente Erkenntnisse. Diese Automatisierung ermöglicht es den Teams, sich auf strategische Initiativen zu konzentrieren, die den Business-Wert steigern.

Ein weiterer Pluspunkt: Wenn agile Sprints kontinuierlich fortgeführt werden, zieht dies durchgehende Verbesserungen nach sich. Da sich KI-Modelle durch Machine Learning weiterentwickeln, lassen sich erfolgreiche KI-Pilotprojekte auf das gesamte Unternehmen ausweiten. Hierbei wird den Produkt- und Plattform-Teams „KI als Service“ angeboten. Damit sind sie in der Lage, ihre Anwendungsfälle umzusetzen.

*Die Autorin
Shalini A. Nair leitet Transformationsinitiativen, die Fähigkeiten und Dienstleistungen für neue Arbeitsweisen aufbauen. Dazu gehören Agile, DevOps, Site Reliability Engineering (SRE) sowie der Wechsel zu kundenzentrierten, produkt- und plattformorientierten Betriebsmodellen. Sie verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Bereitstellung von IT-Services, im Programm- und Risikomanagement von Unternehmen sowie im Management organisatorischer Veränderungen.

Nair treibt die „Being Agile“-Transformation bei Infosys voran, um die unternehmensweiten Fähigkeiten zu skalieren und ein Ökosystem aus Beschleunigern, Frameworks, Tools, Partnern und Arbeitsbereichen aufzubauen. Dies lässt sich bei der Zusammenarbeit mit Kunden auf deren digitaler Reise nutzen. Ihr derzeitiger Schwerpunkt liegt auf digitalen Betriebsmodellen für KI-zentrierte Unternehmen. Sie hat einen MBA von IIM-Bangalore und einen Bachelor of Technology in Elektrotechnik und Elektronik.

Sie sagt: Die digitale Transformation ist nicht mehr optional. Der Einsatz von KI in agilen Umgebungen bietet Organisationen so einen strategischen Vorteil. Unternehmen, die einen produktzentrierten Ansatz mit agilen Arbeitsweisen verfolgen, können KI mit Leitplanken erproben und einsetzen. Schnelle Feedback-Zyklen sind für kontinuierliche Verbesserungen somit gewährleistet.
Unternehmen sollten eine Kultur des Experimentierens fördern und ihre Teams auf kundenorientierte Ziele ausrichten. Damit sind sie in der Lage, das volle Potenzial der KI nutzen und so Innovation sowie Effizienz zu fördern. Die Zukunft gehört den Unternehmen, die sich in dieser dynamischen Landschaft anpassen und durchsetzen können.

Bildquelle: Infosysy

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