Google-Zone offline Wasser und Brand im Global-Switch-Rechenzentrum

Von Ulrike Ostler 3 min Lesedauer

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Beim Co-Location-Anbeiter Global Switch brennt's und die Google-Cloud ist offline, na ja, zumindest hat es am Mittwoch mehrere Google-Cloud-Dienste in der Zone „europe-west9-a“ getroffen und die Zonen „europe-West9b“ und „europe-West9c“, weil es in einem von zwei Pariser Rechenzentren des Betreibers zu einem Wasserschaden kam, der zu einem Brand führte.

Kleine Ursache, große Wirkung: Im Kühlkreislauf tropft es, die Elektrik im Batterieraum mag das nicht, fängt Feuer, die Klima-Anlage fällt aus, der Strom ist weg, Websites und die Glouogle-Cloud-Zone 9 auch. (Bild:  Global Switch)
Kleine Ursache, große Wirkung: Im Kühlkreislauf tropft es, die Elektrik im Batterieraum mag das nicht, fängt Feuer, die Klima-Anlage fällt aus, der Strom ist weg, Websites und die Glouogle-Cloud-Zone 9 auch.
(Bild: Global Switch)

Global Switch hat bereits eine Erklärung des Vorfalls veröffentlicht: „In einem Raum der beiden Rechenzentren auf unserem Pariser Campus gab es heute Morgen einen Brand", hieß es vorgestern in einer Stellungnahme des Unternehmens auf den Social-Media-Account des Unternehmens auf Linkedin.

Und weiter: „Die Feuerwehr war vor Ort und das Feuer ist nun eingedämmt. Die Brandbekämpfungssysteme im Gebäude haben wie geplant funktioniert und niemand wurde verletzt. Eine Reihe von Kunden ist vorübergehend betroffen, und unser Site-Team arbeitet daran, die Dienste für diese Kunden so schnell wie möglich wiederherzustellen.“

Bei der French Network Operators Group frnog.orf hat man schon am Mittwoch Genaueres gewusst: Hier heißt es, dass es ein Problem mit der Wasserpumpe im Kühlkreislauf gegeben hat. Dieses hat einen Wasserstau und ein Leck verursacht. Das hat dazu geführt, dass Wasser in den Batterieraum lief und hier letztlich ein Feuer ausgebrochen ist. Dieses ist wohl auf den Technikraum beschränkt geblieben.

Aus diversen Informationsquellen

Offenbar ist das Feuer zwei Stunden nach Brandausbruch gelöscht worden, aber die Klimaanlage hat zunächst nicht funktionierte. Im Forum „La fibre.info“ ist berichtet worden, dass der Brand um 15.19 Uhr als gelöscht gegolten hat, die Feuerwehr jedoch noch keinen Zugang zum Raum mit den Wechselrichtern/Batterien gehabt hat, da die Temperatur im Inneren über 65 Grad betragen habe.

In einem Krisentreffen haben sich dann folgende Punkte herauskristallisiert:

  • Keine geplanten Abschaltungen auf PAR E (Kühlung/Strom),
  • die technische Infrastruktur ist funktionsfähig (Klima-Anlage, Strom, Sparkshield, ...).
  • Alle Kunden in „Clichy v können daher ihre Server neu starten.
  • Die Ebenen L4, L5 und L6 sind für die Kunden unter der Aufsicht eines Global-Switch-Betreuers zugänglich.
  • Die Ebene L1 (USV und MMR1) bleibt unter Aufsicht, nur die Feuerwehr darf sie betreten.

Störungen und Ausfälle bei Google

Naben Google waren nach Auskunft von Global Switch auch andere Kunden betroffen. Dazu gehören Websites und Dienste der Behörden von Courbevoie, Lille, Saint-Brieuc, Cannes und des Departements Saône-et-Loire. Die Website von Lyon Aéroports ist ebenfalls betroffen gewesen, ebenso wie die Websites der französischen Konsulate und Botschaften.

Der lokale Hosting-Anbieter Ecritel nutzt ebenfalls das Rechenzentrum; auch einige seiner Dienste sind nicht verfügbar gewesen. Zudem haben Orange und Ubisoft Games Ausfälle gemeldet, wenngleich unbekannt ist, ob diese mit dem Datacenter-Ausfall zu tun gehabt haben.

Bei Google selbst lassen sich die Störungen in der Zone europe-west9 nachvollziehen: Hier heißt es, es sei zu einem Multi-Cluster-Ausfall gekommen, der zu einem Shutdown mehrerer Zonen führte.

Die Global-Switch-Rechenzentren in Paris

Der Pariser Rechenzentrums-Campus umfasst die beiden Einrichtungen „Paris East“ und „Paris West“ mit Stellflächen von über 50.000 Quadratmeter. Es befindet sich in Clichy-Levallois. Dies ist ein Standort zwischen dem Bankenviertel und Paris La Défense.

Der Standort arbeitet nach den Tier III+ Standards und den wesentlichen ISO-Zertifizierungen , mitsamt einer rekonfigurierbaren Stromversorgung und Kühlung sowie Energie-effizienten Baumerkmalen.

Im Wesentlichen betroffen waren Dienste in europe-west9-a: „Google Cloud Storage“ (GCS), „Cloud Key Management Service“ (KMS), „Cloud Identity and Access Management“ (IAM), „Google Compute Engine“ (GCE), „Cloud Run Google Cloud Load Balancer“ (GCLB), „Dataproc Cloud SQL“. Für diese Zone hat die Diagnose noch einschließlich des gestrigen Tages wie folgt gelautet: „Es gibt derzeit keinen Zeitplan für die vollständige Wiederherstellung des Betriebs in europe-west9-a. Wir erwarten, dass es bei einigen Diensten zu längeren Ausfällen kommen wird. Kunden wird empfohlen, auf andere Zonen/Regionen auszuweichen, wenn sie betroffen sind.“

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Statusmeldung, dass alles wieder wie vorgesehen funktionierte.

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