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Prinzipien der Sicherheit und Integrität Was ist PoLP – Principle of Least Privilege?

Von Manuel Masiero 2 min Lesedauer

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Das Principle of Least Privilege (PoLP), zu Deutsch: das Prinzip der geringsten Privilegien, spielt in Unternehmen genauso wie in Rechenzentren eine wichtige Rolle. Es trägt wesentlich dazu bei, die Sicherheit und Integrität der IT-Systeme zu gewährleisten.

Gesteuerter Zugriff: Das Prinzip der geringsten Privilegien begegnet jedem Windows-, MacOS- und Linux-User auf Schritt und Tritt. Die mit dem Benutzerkonto verknüpften Rechte bestimmen, auf welche Daten man zugreifen darf und ob Änderungen an den Systemeinstellungen erlaubt sind.(Bild:  frei lizenziert: Mariya Muschard /  Pixabay)
Gesteuerter Zugriff: Das Prinzip der geringsten Privilegien begegnet jedem Windows-, MacOS- und Linux-User auf Schritt und Tritt. Die mit dem Benutzerkonto verknüpften Rechte bestimmen, auf welche Daten man zugreifen darf und ob Änderungen an den Systemeinstellungen erlaubt sind.
(Bild: frei lizenziert: Mariya Muschard / Pixabay)

Beim Principle of Least Privilege (PoLP), auch Prinzip der geringsten Privilegien, erhalten Benutzer und Systeme nur diejenigen Rechte, die sie unbedingt zum Erledigen ihrer Aufgaben benötigen, aber nicht mehr. Damit stellen Systemadministratoren sicher, dass jeder Benutzer, jedes Programm und jeder Prozess nur auf die Daten und Ressourcen zugreifen kann, die für die Erfüllung der spezifischen Aufgaben erforderlich sind.

In der Praxis wird häufig eine rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC-System) verwendet, um die Zugriffsrechte zentral zu verwalten. Parallel dazu lassen sich feingranulare Zugriffssteuerungen mit Hilfe von Zugriffskontrolllisten (ACLs) umsetzen.

Die Zugriffsrechte sollten regelmäßig überprüft und wenn nötig neu vergeben werden. Dabei hilft eine bedarfsgerechte Analyse der Anforderungen, die jede Anwendung oder jeder Prozess mit sich bringt. So lässt sich auch sicherstellen, dass keine überprivilegierten Anwendungen existieren.

Vorteile der Implementierung von PoLP

Das Prinzip der geringsten Privilegien bringt etliche Sicherheitsvorteile mit sich. Hier die wichtigsten im Überblick:

  • Kleinere Angriffsfläche: Die Beschränkung der Zugriffsrechte auf ein Minimum verringert die Anzahl der potenziellen Ziele für Angreifer. Weniger Rechte bedeuten, dass selbst bei einer Kompromittierung eines Kontos oder Systems der Schaden begrenzt bleibt, da der Angreifer keinen Zugriff auf kritische Ressourcen hat.
  • Höhere Datenintegrität: Beschränkte Zugriffsrechte senken auch die Wahrscheinlichkeit, dass Daten versehentlich oder absichtlich verändert, gelöscht oder kompromittiert werden. Dies trägt zur Integrität und Verlässlichkeit der Daten bei.
  • Insider-Bedrohungen entschärfen: Auch autorisierte Benutzer oder Mitarbeiter können ungewollt oder böswillig Schaden anrichten. Die Anwendung des PoLP-Prinzips reduziert das Risiko erheblich, dass Insider auf sensible Daten oder Systeme zugreifen.
  • Effiziente Verwaltung von Zugriffsrechten: PoLP vereinfacht die Verwaltung von Benutzerrechten und Zugriffssteuerung. Dabei helfen beispielswiese die oben erwähnten rollenbasierten Zugriffskontrollsysteme (RBACs), um Zugriffsrechte zentral zu verwalten und sicherzustellen, dass Benutzer nur die notwendigen Rechte haben.
  • Einfachere Nachverfolgung: PoLP erleichtert die Überwachung und Protokollierung von Zugriffen. Klare und definierte Zugriffsrechte erlauben es Administratoren, verdächtige Aktivitäten zu erkennen und nachzuverfolgen.
  • Compliance und gesetzliche Anforderungen: Viele Sicherheitsstandards und gesetzliche Vorschriften verlangen nach dem PoLP-Prinzip. Dazu gehören unter anderem die DIN EN 50600, ISO/IEC 27001 sowie die Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO).

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