Smart Contracts, die auf der Blockchain-Technologie basieren, ermöglichen automatische Verträge, die bei bestimmten Ereignissen in Kraft treten. Dabei benötigen sie keine menschliche Überwachung. Das kann für Entwickler interessant sein, um Lizenzen zu vergeben oder sichere Anwendungen zu entwickeln.
Smart Contracts sind vielseitig, selbst Ehen werden mit ihrer Hilfe bereits über größere Distanzen geschlossen.
Angefangen hat alles mit der Kryptowährung Bitcoin – dem dezentralen, regierungsunabhängigen Zahlungsmittel, das mit Hilfe eines Peer-to-Peer-Netzwerks arbeitet. Der große Vorteil dieser Währung ist die Tatsache, dass sie komplett unabhängig vom aktuellen Finanzsystem funktioniert.
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(Bild: Dev-Insider)
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Statt wie bei staatlich garantierter Währung – dem Euro oder dem Dollar etwa – auf Staaten und Banken vertrauen zu müssen, muss der Bitcoin-User nur der Sicherheit der Bitcoins an sich trauen. Die wird von einer sogenannten Blockchain garantiert.
Bei der Blockchain wird jede Transaktion zunächst von einem Rechnernetzwerk validiert, anschließend wird die Transaktion – etwa eine Überweisung – als Hash in dieser Blockchain gespeichert. Diese wird ihrerseits anschließend wieder an alle Rechner im P2P-Netzwerk verteilt.
Der Bitcoin ist fälschungssicher
Die Blockchain – und mit ihr der Bitcoin – gilt damit als fälschungssicher, ohne dass Drittinstanzen involviert werden müssen. Sollte jemand auf die Idee kommen, Bitcoins zu fälschen, müsste er über 50 Prozent der Blockchain-Einträge im Peer-to-Peer-Netzwerk ändern. Das wäre in der Praxis ein Ding der Unmöglichkeit, da sie verschlüsselt und gehasht übertragen und ständig zwischen den Nodes im P2P-Netz ausgetauscht werden.
Entsprechend unbeliebt ist der Bitcoin bei Regierungen und Banken: Die Währung kommt ohne staatliche Garantien aus, ist weltweit gültig und vor allen Dingen im Vergleich zu allen anderen Online-Zahlungssystemen weitestgehend anonym, wenn auch nicht völlig. Trotzdem ist der Bitcoin überall dort ein beliebtes Zahlungsmittel, wo es darum geht, Transaktions-Sicherheit zu gewährleisten, ohne eine zentrale staatliche Instanz zu involvieren – zum Beispiel im Darknet.
Entwickler können die ursprünglich speziell für den Bitcoin entwickelte Blockchain-Technologie für deutlich mehr gebrauchen. Die Blockchain ermöglicht nämlich auch den Einsatz sogenannter Smart Contracts; „kluge“ Verträge, die unabhängig von aufwändigen dritten Parteien wie etwa Notaren geschlossen werden und trotzdem Rechtssicherheit gewährleisten.
Gleichzeitig erlauben Smart Contracts das automatische Inkrafttreten von Verträgen unter bestimmten Bedingungen, ähnlich einer „If...then“-Bedingung. Da die Blockchain im Grunde nichts weiter als eine dezentrale Datenbank ist, können aber natürlich auch andere datenbankbasierte Anwendungen mit Blockchain-Technologie ausgestattet werden.
Praktische Anwendung bei der Software-Lizenzvergabe
Interessant ist dies unter anderem für die Lizenzvergabe, die Zahlungsabwicklung oder Gesundheits-Anwendungen. Werden die Bedingungen sinnvoll eingebaut, können zum Beispiel Verträge in Echtzeit überwacht werden. Vorteile ergeben sich beispielweise bei der Lizenzvergabe.
Statt wie bisher Software mit komplexen Seriennummern, DRM (Digital Rights Management) oder der Bindung an einen PC zu sichern und gleichzeitig Trial-Versionen bereitzustellen, könnten Entwickler Smart-Contract-Schleifen an essenziellen Stellen der Software einbauen. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel eine Trial-Limitierung oder eine automatische Deaktivierung bei zahlungssäumigen Kunden realisieren.
Gleichzeitig hat die Technik für Anwender den Vorteil, dass die Lizenzvergabe deutlich einfacher zu handhaben ist. Alternativ lassen sich natürlich auch Funktionen durch die smarten Verträge aktivieren oder deaktvieren. Die Blockchain gewährleistet in diesem Fall, dass Eingriffe – etwa durch Cracker – unterbunden werden können.
Automatisierte Vertragseinhaltung
Ein weiterer Vorteil der Blockchain-Technologie ist – wie bei Bitcoin – ihr Verzicht auf „Mittelsmänner“: Die Überwachung und Einhaltung der Verträge erfolgt standardmäßig automatisiert und ist damit jederzeit ohne menschliche Interaktion steuerbar.
Fällt ein Mitarbeiter aus, der zum Beispiel für das Lizenzmanagement zuständig ist, kann es aktuell zu Verzögerungen bei der Umsetzung im Unternehmen oder beim Kunden kommen. Natürlich ist das auch eine Frage der Compliance, doch beim Einsatz von Smart Contracts stellt sich dieses Problem gar nicht erst: Korrekt umgesetzt sorgt das Peer-to-Peer-Netzwerk für die Einhaltung der Vertragsbedingungen.
Stand: 08.12.2025
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Smart Contracts sind bereits im Einsatz
Bereits heute wird die Blockchain an manchen Orten praktisch eingesetzt. Ihre Möglichkeiten sind dabei selbstredend nicht nur auf die Software-Lizenzierung beschränkt. Software ist aber natürlich die Basis, wenn Blockchain eingesetzt werden soll.
So finden in den USA bereits Trauungen per Blockchain statt: Beide Ehepartner müssen sich nicht einmal mehr am gleichen Ort befinden und scannen stattdessen einen QR-Code. Der „Vertrag“ – in diesem Fall die Eheschließung – wird mittels einer Blockchain-Datenbank juristisch festgehalten.
Flexible Stromlieferungen
Auch in anderen Lebensbereichen hält die Blockchain derzeit Einzug, vor allem im Energiesektor, wo Flexibilität gefragt ist. Der Energieanbieter RWE nutzt zum Beispiel künftig die Smart-Contract-Plattform Ethereum, um die Zahlung an Stromtankstellen zu erleichtern. Statt umständlicher Zahlungssysteme, vandalismusgefährdeter Geld- und Kartenschlitze und der langsamen Abwicklung, die traditionellen Banken und Kreditkarten innewohnen, zahlen Elektroauto-Fahrer per Blockchain.
Die Transaktion verläuft ebenso schnell und bequem wie mit Bargeld – aber ohne die Sicherheitsrisiken. Denkbar sind solche Systeme durch die Energiewende auch in anderen Bereichen der Energieversorgung, etwa bei Stromkunden, die gleichzeitig Produzenten sind, die Solarzellen auf dem Dach haben, um eine faire und schnelle Verrechnung zu gewährleisten.
Andere Branchen werden folgen
Die Beispiele zeigen: Blockchain-basierte Smart-Contracts sind überall da sinnvoll, wo Vertragsabschlüsse schnell und ohne Umwege – menschlicher oder unternehmerischer Art – notwendig oder gefragt sind. Theoretisch wären zum Beispiel auch demokratische Wahlen oder kleine Vertragsabschlüsse im privaten Bereich mit dieser Technologie denkbar. Aktuell müssen hier noch immer Wahllokale besucht und Verträge in Papierform unterzeichnet werden.
Technologie und praktische Umsetzung stecken allerdings noch in den Kinderschuhen: Die Technologie ist da, einzig die Nutzungsmöglichkeiten sind noch längst nicht voll erschlossen. Dass sie grundsätzlich funktioniert und sicher ist, hat der Erfolg der Bitcoin jedoch nachhaltig bewiesen: Praktischen Anwendungen in Apps und Diensten sind also theoretisch keine Grenzen gesetzt. Einzig: Die Verantwortlichen müssen kreativ bei der Umsetzung sein, um neue Geschäftsfelder zu erschließen oder schlicht Kosten zu sparen.
Um die Möglichkeiten von Blockchains einschätzen zu können, muss man verstehen, was eine solche Kette von Blöcken überhaupt im Stande ist zu leisten, und wie sie das realisiert.