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Ergänzung zur Kennzahl PUE Was ist eigentlich die IT Power Usage Effectiveness – ITUE?

Von Andreas Th. Fischer 2 min Lesedauer

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Die IT Power Usage Effectiveness - ITUE - ist eine technische Kennzahl, mit der sich die Energie-Effizienz der IT-Ausrüstung im Rechenzentrum einschätzen lässt. Der Wert kann mit der bekannten PUE kombiniert werden, um die TUE und damit die gesamte Energie-Effizienz eines Datacenter zu berechnen.

Die IT Power Usage Effectiveness dient als wichtige Kennzahl für die IT-Ausrüstung im Rechenzentrum.(Bild:  Shooting Star Std - stock.adobe.com)
Die IT Power Usage Effectiveness dient als wichtige Kennzahl für die IT-Ausrüstung im Rechenzentrum.
(Bild: Shooting Star Std - stock.adobe.com)

PUE, DCiE, TUE und nun auch noch ITUE - da kann man schon den Überblick verlieren. Der wohl am besten bekannte Effizienzparamater im Rechenzentrum ist die PUE (Power Usage Effectiveness). Sie gilt mittlerweile jedoch als nicht mehr ausreichend. Heutzutage werden meist zusätzliche Parameter benötigt, die beim Energiebedarf auch den effizienten Einsatz der IT miteinbeziehen, um ein Gesamtbild zu erhalten.

Während die PUE das Verhältnis zwischen dem gesamten Energieverbrauch eines Rechenzentrums und der eingesetzten IT beschreibt, bezieht die TUE (Total Usage Effectiveness) die Effizienz im Rack mit in die Berechnungen mit ein. Dieser Wert wird ermittelt, indem man die IT Power Usage Effectiveness (ITUE) mit der PUE multipliziert.

DCiE (Data Center Infrastructure Efficiency) beschreibt wiederum den Wirkungsgrad der eingesetzten Energie und ist somit der Kehrwert der Power Usage Effectiveness, also 1/PUE. In den letzten Jahren hat die DCiE in den Rechenzentren allerdings zugunsten der PUE an Bedeutung verloren.

Aber was ist nun ITUE?

Vor über zehn Jahren haben Michael Patterson von Intel und die Energy Efficiency High Performance Computing Working Group mit ITUE und TUE zwei neue Metriken vorgeschlagen, um die gesamte Effizienz eines Rechenzentrums besser bewerten zu können. Sie wollten den Energieverbrauch nicht nur auf Ebene der Racks, sondern bis hinunter zu den Servern angeben können.

PUE ist dagegen viel eingeschränkter. Hierbei geht es vor allem darum, wie viel Energie zu den Racks gelangt, aber nicht, wie diese Energie genutzt wird. ITUE bezieht auch den Verbrauch von weiteren Komponenten wie zum Beispiel den Serverlüftern, den verwendeten Netzteilen oder den Spannungsreglern mit ein. Unterm Strich verusachen diese Komponenten einen nicht unerheblichen Anteil an der gesamten genutzten Energie.

Allerdings hat auch ITUE Nachteile, da hier der Strombedarf außerhalb des Racks nicht berücksichtigt wird. ITUE ist damit eine sinnvolle Ergänzung zu PUE, um damit die Gesamtstromverbrauchseffektivität beziehungsweise TUE zu erhalten. Um die TUE zu berechnen, wird die server-spezifische ITUE einfach mit der rechenzentrums spezifischen PUE multipliziert:

TUE = ITUE x PUE

Umgekehrt gilt dann auch:

ITUE = TUE / PUE

Bedeutung der Kennzahlen

ITUE und TUE sind damit wichtige Kennzahlen, um zusammen mit der PUE den gesamten Energieverbrauch und die Effizienz im Rechenzentrum bewerten zu können, da sie den Energieverbrauch der verwendeten Ausrüstung mit einbeziehen.Als einer der größten Vorteile von ITUE gelten die durch die Einführung angestoßenen Diskussionen um modernere und stärker integrierte Infrastrukturlösungen.

TUE und ITUE sind außerdem in Verbindung mit PUE hilfreich, um unterschiedliche Rechenzentren bezogen auf ihre Energie-Effizienz besser miteinander vergleichen zu können.

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