Vantage und Microsoft expandieren, Regierung plant 500-MW-KI-Fabrik Wales wird zum Hyperscaler-Nest

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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Vantage und Microsoft investieren massiv in Rechenzentren in Südwales. Dabei soll ein Campus mit zehn Vantage-Rechenzentren im ehemaligen Ford-Werk entstehen. Auch die britische Regierung plant mindestens eine „AI Growth Zone“ mit über 500 Megawatt IT-Leistung.

Croeso i Gymru: Während Vantage und Microsoft massiv expandieren, soll laut Regierungsplänen auch eine „AI Growth Zone“ in Wales entstehen.(Bild:  Sora / KI-generiert)
Croeso i Gymru: Während Vantage und Microsoft massiv expandieren, soll laut Regierungsplänen auch eine „AI Growth Zone“ in Wales entstehen.
(Bild: Sora / KI-generiert)

Der Anbieter von Co-Location- und Hyperscaler-Flächen Vantage Data Centers expandiert in Wales. Auf dem knapp 20 Hektar großen „CWL1“-Campus zwischen Cardiff und Newport erweitert Vantage seit 2020 kontinuierlich seine Kapazitäten und bietet mittlerweile in zwei Gebäuden 148 Megawatt IT-Leistung an.

Ein weiteres Gebäude befindet sich nun im Bau. Bis zu 270 Megawatt Gesamtkapazität sind auf dem Gelände möglich.

Nach Unternehmensangaben sei dies „der leistungsstärkste Datacenter-Campus in Europa“. Zu den Auszeichnungsmerkmalen gehören eine private Anbindung an das britische Hochspannungsnetz und eine Bedarfsdeckung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen, vor allem aus der Wasserkraft in Wales.

Zehn Datacenter in ehemaligem Ford-Produktionswerk

Knapp 40 Kilometer westlicher in Bridgend hat Vantage ein 2020 geschlossenes Produktionswerk für Automotoren von Ford erworben. Als Teil eines nicht näher spezifizierten „Multimilliarden-Investments“ plant Vantage bis zu zehn Datacenter auf 12 Hektar, versorgt über drei Umspannwerke.

Vantage hat nach einer Konsultation mit den Anwohnern die Unterlagen für das kommunale Abstimmungsverfahren mit dem Bridgend County Borough Council im Juni 2025 eingereicht. Eine Abrissgenehmigung wurde bereits eingeholt.

Der Campus soll Bridgend 600 direkte und eine Vielzahl indirekt stimulierter Arbeitsplätze einbringen. Sollte der Antrag von Vantage erfolgreich sein, werden schon Anfang 2026 die Bauarbeiten eines ersten Gebäudes beginnen; der gesamte Campus soll allerdings in drei Phasen erst 2040 fertiggestellt werden. Das Vantage-Projekt gesellt sich in Bridgend zum bestehenden Rechenzentrum der IT-Beratung CGI.

Eine „neue Heimat für Hyperscaler“

Auch Microsoft expandiert in Südwales, und zwar in direkter Nachbarschaft zum Vantage-Campus in Newport. Auf dem ehemaligen Fabrikgelände von „Quinn Radiators“ laufen Arbeiten für die Errichtung zweier großflächigen, neun Meter hohen Datenhallen auf 7 Hektar. Der Stadtrat von Newport hat bereits im Juli 2024 trotz Bedenken über den Einsatz von Dieselgeneratoren Microsoft grünes Licht für die Abriss- und Bauarbeiten gegeben. Details über Kapazitäten und Infrastruktur sind nicht bekannt.

Mit den Investitionen von Vantage, Microsoft und CGI entwickelt sich Wales laut dem Hyperscaler-Spezialisten bei Commscape Guy Massey zunehmend zu einer „neuen Heimat für Hyperscaler“. Ausschlaggebend für die Attraktivität sei die Verfügbarkeit ungenutzter industrieller Flächen und erneuerbarer Energien sowie eine gute infrastrukturelle Anbindung.

Zudem soll in Wales, einer im Juli 2025 veröffentlichten „UK Compute Roadmap“ des britischen Department for Science, Innovation & Technology zufolge, mindestens eine „AI Growth Zone“ mit über 500 Megawatt IT-Leistung für Trainings- und Inferenz-Workloads entstehen. Die genauen Standorte der AI Growth Zones sollen bis Ende 2025 bekanntgegeben werden.

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