Bewertungsmodell nach der Norm CLC/TS 50600-5-1 Umweltverträgliche Rechenzentren per Referenzmodell

Quelle: Pressemitteilung TÜV SÜD AG 2 min Lesedauer

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Der TÜV SÜD prüft die Umweltverträglichkeit von Rechenzentren auf der Basis eines Reifegradmodells nach der EU-Norm CLC/TS 50600-5-1. Es sei das erste EU-weit standardisierte Bewertungskonzept, das Handlungsstrategien für nachhaltige Rechenzentren bereitstelle, so die Organisation. Die Bewertung erfolgt stufenweise und zeigt Betreibern und Unternehmen, wie sie effizient Energie und andere Ressourcen managen können.

Für die Genießbarkeit von Tomaten zählen die diversen Reifegrade - unscher zu erkennen an der Farbgebung; der TÜV SÜD bietet nun eine Reifegradmodell zur Beurteilung der Energie-Effizienz und Umweltverträglichkiet von Rechenzentren an. (Bild:  frei lizenziert:  congerdesign  /  Pixabay)
Für die Genießbarkeit von Tomaten zählen die diversen Reifegrade - unscher zu erkennen an der Farbgebung; der TÜV SÜD bietet nun eine Reifegradmodell zur Beurteilung der Energie-Effizienz und Umweltverträglichkiet von Rechenzentren an.
(Bild: frei lizenziert: congerdesign / Pixabay)

Die Grundlage des Data Center Maturity Model (DCMM) ist die europäische Norm CLC/TS 50600-5-1, die sich mit der Einrichtung und Infrastruktur von Rechenzentren befasst. Dieser Normteil beschreibt den Aufbau und Einsatz eines Modells zur Entwicklung und Umsetzung einer gezielten Nachhaltigkeitsstrategie.

Thomas Grüschow ist Rechenzentrumsexperte bei der TÜV SÜD AG. (Bild:  TÜV SÜD)
Thomas Grüschow ist Rechenzentrumsexperte bei der TÜV SÜD AG.
(Bild: TÜV SÜD)

Dazu äußert Thomas Grüschow, Rechenzentrumsexperte bei TÜV SÜD: „Während bestehende ISO-Normen zum Energie- und Umwelt-Management allgemein gefasst sind, präzisiert das DCMM die Anforderungen und Handlungsoptionen für Rechenzentren.“

Die einzelnen Handlungsfelder der CLC/TS 50600-5-1 umfassen beispielsweise Energie-Effizienz, Abwärmenutzung und Wasserbedarf, Treibhausgasemissionen und Aspekte der Kreislaufwirtschaft. Sie basiert auf den seit Jahren etablierten Technical Report „TR 50600-99-1“ zum Energie-Management und TR 50600-99-2 zur umweltbezogenen Nachhaltigkeit sowie auf dem Code of Conduct der EU für nachhaltige Rechenzentren. In der Fassung vom Dezember 2023 wurde auch das aktuelle Audit-Schema der EU-Taxonomie berücksichtigt.

Schritt für Schritt

„Das DCMM liefert die strategische Grundlage, um schrittweise umweltverträglicher zu werden“, erklärt Grüschow. „Damit können wir das gesamte Management und Reporting, die Infrastruktur des Gebäudes, die Energieversorgung und -verteilung sowie die Kühlung bewerten.“ So müssen Rechenzentren beispielsweise ihre Abwärme einer weiteren Nutzung zuführen – bei geringeren Reifegraden intern, bei höheren Reifegraden extern. Zudem sollten Komponenten möglichst lange genutzt werden und wiederverwendbar oder recyclefähig sein. Auch IT-Einrichtungen und IT-Geräte werden bei der Bewertung des Reifegrads berücksichtigt – also Datenverarbeitung, Datenspeicher, Netzwerke und Software.

Gerhard Klein, ist Head of Department Risk Management & Technical Due Diligence beim TÜV SÜD.(Bild:  TÜV SÜD AG)
Gerhard Klein, ist Head of Department Risk Management & Technical Due Diligence beim TÜV SÜD.
(Bild: TÜV SÜD AG)

Gerhard Klein, Head of Department Risk Management & Technical Due Diligence bei TÜV SÜD, betont: „Das große Plus des DCMM sind die fünf Reifegrade.“ So werden auch Teilerfolge honoriert, weil die Verbesserung der Energie-Effizienz und Nachhaltigkeit mit jedem Reifegrad sofort dokumentiert werden kann.

„Das DCMM ermöglicht den Betreibern nicht nur die Über-prüfung des Status quo“, so Klein, „sondern sie bekommen auch eine gezielte Strategie für die Erreichung der nächsten Stufen.“ Zudem sorge das DCMM für mehr Transparenz, wovon auch die Nutzer der Rechenzentren profitieren.

Rechenzentren sind über mehrere Jahre meist rund um die Uhr in Betrieb – das macht sie enorm Energie-intensiv. Allein 2021 verbrauchten sie weltweit mehr als 30 Milliarden Kilowatt-stunden Energie. Einige Rechenzentren benötigen für ihre Kühlsysteme viel Wasser, was an manchen Orten zu Knappheiten und Nachhaltigkeitsthemen führen kann. Zudem bindet die Vielzahl an IT-Einrichtungen und elektronischen Geräten hochwertige Rohstoffe, die im Sinne der Kreislaufwirtschaft effizient gemanagt und zielgerichtet recycelt werden sollten.

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