Die Unklarheit von Begriffen stören in konstruktiven Debatten - auch über IT-Trends. Viele Akteure, Hersteller, Channel-Partner, Consultants und Kunden, verwenden dieselben Begriffe, meinen jedoch unterschiedliche Dinge. Im Megatrend Cloud Computing ist dies besonders auffällig. Dieser Artikel widmet sich diesen Unterschieden aber auch möglichen Chancen von Public, Private und Hybrid Cloud, sofern die Anwender im Microsoft-Universum verweilen.
Public, Private und Hybrid Cloud sind nicht in Stein gemeißelt sonder werden mit zunehmender Reife durchlässiger. Kai Deitermann, bei der IT-Haus GmbH als Senior IT-Architect Datacenter tätig, beschreibt, wie das mithilfe von Microsoft-Techniken möglich ist.
(Bild: kanpisut - stock.adobe.com)
Jungen Startups ist es oft einfach möglich, ihre IT vollständig in der Public Cloud (meist mit bekannten Hyperscalern) zu betreiben. In größeren Unternehmen ist dies jedoch oft eine große Herausforderung. Hier trifft man auf bereits implementierte Legacy-Anwendungen oder Workloads, die nicht so schnell ersetzt oder migriert werden können.
Außerdem müssen häufig regulatorische Anforderungen an die Datenhaltung in den jeweiligen Regionen eingehalten werden. Zusätzlich kommen oft Compliance-Richtlinien hinzu, die derzeit in der Public Cloud nicht oder nur schwer umzusetzen sind.
Oft erleben wir dann den 'Rückzug' in die Private Cloud und den Aufbau eigener Ressourcen (siehe Artikel „ Die Privatisierung der Cloud; Teil 1: Zurück aus den Wolken: Trends, Gründe und Hintergründe“. Dabei werden jedoch oft die grundlegenden Prinzipien der Cloud, wie Einfachheit, Flexibilität und Skalierbarkeit, unzureichend umgesetzt, wodurch die User Experience mangelhaft ist. Eine IT-Infrastruktur kann schnell unübersichtlich und komplex werden. IT-Abteilungen müssen neben der Administration dann auch unterschiedliche Fachkompetenzen aufbauen, was in Zeiten des Fachkräftemangels schwierig sein kann.
Wo die Hybrid Cloud anfängt
Hier setzt der Ansatz der Hybrid Cloud an. Hierbei geht es nicht darum, traditionelle on-premises-Infrastruktur und SaaS-Angebote nebeneinander zu betreiben, die letztendlich in Silos laufen, sondern um die Integration bestehender IT-Infrastruktur oder nicht vollständig Public-Cloud-fähiger Workloads mit Public Cloud Workloads und einem gemeinsamen Monitoring und Management.
Doch was ist hierfür nötig und wie geht man das Thema richtig an? Als Beispiel dient hier eine fiktive IT-Abteilung, die bereits Public Cloud Lösungen vom Hersteller Microsoft einsetzt. Diese IT-Abteilung steht nun vor der Herausforderung, mehrere Produktionswerke weltweit zu standardisieren und die Datenhaltung zu vereinfachen. Dazu soll durch die Zentralisierung der Daten eine Verbesserung von weiteren unternehmensweiten Prozessen erreicht werden und gleichzeitig Möglichkeiten für Data Analytics entstehen.
Im ersten Schritt muss für die jeweiligen Werke die genauen Anforderungen der Workloads erfasst und die Datenströme analysiert werden. Insbesondere ist es wichtig zu erfassen, wo genau Daten mit welcher erforderlichen Verfügbarkeit und Geschwindigkeit verarbeitet und benötigt werden.
Schritt für Schritt
Im Fall der fiktiven IT-Abteilung stellt sich heraus, dass aufgrund eines 24/7 Betriebs die Datenverfügbarkeit vor Ort sichergestellt sein muss. Darüber hinaus ist die Bandbreite beschränkt und nicht weiter ausbaufähig. Dies sind Faktoren, die für den Verbleib einer On-Premise-Infrastruktur sprechen. Diese kann nach heutigen Design-Standards bereits sehr reduziert als HCI-Lösung aufgebaut sein. Wenn das Unternehmen bereits mit der „Azure“-Cloud arbeitet, würde sich eine „Microsoft Azure Stack“ Lösung perfekt anbieten.
Der Autor, Kai Deitermann, rät: „Unternehmen, die nach einer Lösung suchen, um die Vorteile der Cloud in ihre lokale IT-Umgebung zu bringen, sollten sich 'Azure Stack HCI' genauer ansehen.“
(Bild: Microsoft)
Es gibt aktuell zwei unterschiedliche Ansätze. Durch den Einsatz als reinen „Windows ServerS2D“-Cluster lassen sich sehr einfach grundlegende IT-Infrastruktur-Hochverfügbarkeitslösungen aufbauen und mit einer gleichzeitigen Möglichkeit der Nutzung von „Azure ARC“-Services eine Verbindung zur Azure Cloud ermöglichen.
Eine Alternative kann die Verwendung einer Azure Stack OS-basierten HCI-Lösung sein, die gleichzeitig auch ein Pay-per-Use-Modell für die Lizenzierung bietet. Ein weiterer Vorteil ist das direkte Management und Monitoring aus der Azure Cloud.
Möglichkeiten von Microsoft-Angeboten
Mit dieser Azure Stack OS-Lösung ist die größtmögliche Integration in die Public Cloud möglich. Dadurch kann auf verschiedene Services zugegriffen werden. Gerade das Thema Automatisierung von Workloads mit „Azure Automation“ kann hier viele Vorteile bringen. Dies erspart die Notwendigkeit einer eigenen Automatisierungs- und Steuerungsinfrastruktur an jedem Standort und reduziert dadurch die Komplexität, was zu einer Verringerung des Arbeitseinsatzes für die Pflege der on-premises-Umgebungen führt.
Auch bei der Betrachtung der TCO-Kosten (Total Cost of Ownership) kann eine on-premises-Infrastruktur einen Vorteil bieten. Public Cloud Anbieter sind oft deutlich teurer bei der Bereitstellung von reiner Rechenleistung.
In einer on-premises-Umgebung gibt es oft einen grundlegenden Ressourcenbedarf für die jeweilige Infrastruktur. Dieser wächst meist gleichbleibend oder ist gut vorhersehbar. Dadurch kann die jeweilige On-Prem-Infrastruktur passgenau wie ein Maßanzug geplant werden. Für temporäre Leistungsspitzen oder ressourcenintensive Datennachbearbeitung kann bedarfsgerecht auf Public Cloud Lösungen zugegriffen werden. Hierzu sind über die gleiche Konsole Azure Workloads einfach zu buchen. Damit ist eine eine einfach zu managende, standortunabhängige aber stets transparente Umgebung zu erreichen, die zudem die Vorteile einer On-Prem-Umgebung für die Basislast sowie die Flexibilität von Cloud Workloads nutzt.
Stand: 08.12.2025
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Der Start
Eine 'Start Hybrid Cloud', die mit einem 2-Node Cluster realisiert werden kann, bietet Unternehmen mit unterschiedlichen Größenordnungen viele Möglichkeiten. Die Skalierbarkeit und Elastizität einer Hybrid Cloud eröffnet große Chancen, während gleichzeitig Kostenvorteile für on-premises-Infrastrukturen genutzt werden. Diese Art der Bereitstellung ermöglicht es Unternehmen, flexibel auf ihre Bedürfnisse zu reagieren und ihre Ressourcen effizient zu nutzen.
Unternehmen, die nach einer Lösung suchen, um die Vorteile der Cloud in ihre lokale IT-Umgebung zu bringen, sollten sich Azure Stack HCI genauer ansehen. Mit Azure Stack HCI können Unternehmen eine Hybrid Cloud-Umgebung schaffen, die die Cloud-Funktionalität erweitert, die Ressourcenausnutzung optimiert und die Flexibilität in der Wahl der Umgebung bietet. Azure Stack HCI ist eine einheitliche Plattform zur Verwaltung und Überwachung sowohl lokaler als auch Cloud-basierter Ressourcen und kompatibel mit bestehenden Anwendungen und Umgebungen, was die Migration erleichtert und die Downtime minimiert.
Diese Mehrwerte der Hybrid Cloud sollten Unternehmen beachten, wenn es um die Transformation ihrer IT-Infrastrukturen geht.
Die Vorteile von Microsoft Azure Stack HCI für die Hybrid-Cloud
Azure Stack HCI (Hyperconverged Infrastructure) von Microsoft ermöglicht es Unternehmen, die Vorteile der Azure Cloud in ihre lokale IT-Umgebung zu bringen und so eine Hybrid Cloud-Umgebung zu nutzen. Mit Azure Stack HCI können Unternehmen von folgenden Vorteilen profitieren:
Erweiterung der Cloud-Funktionalität durch Integration von Azure-Diensten wie Backup, Disaster Recovery und Security in die lokale Umgebung.
Optimierung der Ressourcenausnutzung und Senkung der Kosten durch besser genutzte lokale Ressourcen.
Flexibilität in der Wahl der Umgebung für Speicherung und Verarbeitung von Daten und Anwendungen.
Einheitliche Plattform zur Verwaltung und Überwachung sowohl lokaler als auch Cloud-basierter Ressourcen für erhöhte Produktivität.
Kompatibilität mit bestehenden Anwendungen und Umgebungen für einfachere Migration und minimierte Downtime.
Erhöhung der Datensicherheit und Compliance durch Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung und Zugriffssteuerung.
Der Autor Kai Deitermann ist bei der IT-Haus GmbH als Senior IT-Architect Datacenter im Bereich Core & Hybrid Infrastructure tätig. Er beschäftigt sich seit 2006 intensiv mit Fokusthemen rund um IT-Infrastrukturlösungen. Seit 2020 verfolgt er bei seinem jetzigen Arbeitgeber insbesondere das Thema 'Microsoft Azure Stack HCI' und berät Kunden bei entsprechenden Projekten.