KI-Speicher im Gesundheitswesen Synergie zwischen AI und Datenspeicherung krempelt das Gesundheitswesen um

Von Alexander Hartmann* 5 min Lesedauer

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Dass IT das Gesundheitswesen stark verändert, ist allenthalben zu lesen und zu bemerken. Dazu gehört, dass eine digitale, patientenorientierte Medizin danach strebt, unterschiedliche Datenquellen im Gesundheitswesen zu harmonisieren, um die Patientenversorgung zu verbessern. Eine große Herausforderung dabei ist, solche Systeme sicher vor Datenmissbrauch und Cyber-Angriffen zu schützen. Ein Teil der Lösung können KI-gestützte Speichersysteme sein.

Der große Hype um GenAI scheint vorbei, doch werkelt KI längst im verborgenen. Für Storage ganz allgemein und im Besonderem im Gesunheitswesen heißt das, die Speichertechnik bekommt mithilfe von Artificial Intelligence eine zunehmend aktive Rolle zugespielt. (Bild:  mh.desing - stock.adobe.com / KI-generiert)
Der große Hype um GenAI scheint vorbei, doch werkelt KI längst im verborgenen. Für Storage ganz allgemein und im Besonderem im Gesunheitswesen heißt das, die Speichertechnik bekommt mithilfe von Artificial Intelligence eine zunehmend aktive Rolle zugespielt.
(Bild: mh.desing - stock.adobe.com / KI-generiert)

Es ist ein typischer Dienstagmorgen, als Christian Schneider plötzlich ein starkes Stechen in der Brust verspürt. Der Schmerz zieht in seinen linken Arm, er bricht in Schweiß aus. Seine Frau, besorgt und geistesgegenwärtig, ruft sofort den Rettungsdienst.

Noch bevor der Krankenwagen in der Klinik eintrifft, haben die Ärzte im Krankenhaus Zugriff auf Herrn Schneiders vollständige Patientenakte. Diese enthält nicht nur die üblichen Informationen wie seine Blutgruppe und Allergien, sondern auch detaillierte medizinische Aufzeichnungen über frühere Erkrankungen, aktuelle Medikation, Labortests und Bildgebungen wie Röntgenaufnahmen oder MRTs.

Parallel dazu werden die aktuellen Vitaldaten, die im Krankenwagen erfasst wurden, in Echtzeit an die Klinik übertragen. Auf Grundlage dieser Daten können die Ärzte bereits Verdachtsdiagnosen erstellen und die nötigen Maßnahmen einleiten. Sobald Herr Schneider in der Notaufnahme ankommt, kann das medizinische Team sofort loslegen: Die Ärzte haben einen akuten Herzinfarkt erkannt und starten direkt mit der Notfallbehandlung.

Herr Schneider übersteht den Eingriff dank der schnellen und präzisen Behandlung erfolgreich. In der anschließenden Überwachungsphase werden alle relevanten Daten direkt in seine digitale Krankenakte eingepflegt, wo sie nahtlos in seine laufende Betreuung durch seine Hausärztin übergehen.

Speicher für eine optimierte Datenverwaltung

In diesem fiktiven Fall ermöglicht die Digitalisierung des Gesundheitswesens im Zusammenspiel mit fortschrittlichen Speichermedien, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) beruhen, die schnelle und präzise Behandlung. Digitale Technologien spielen eine entscheidende Rolle bei der Verarbeitung, Speicherung und Analyse der riesigen Mengen an Gesundheitsdaten, die bei jedem Patienten anfallen. So setzen KI-gestützte Speicherlösungen etwa hochentwickelte Algorithmen ein, um Daten automatisch zu kategorisieren und so einen einfachen Zugriff und eine sichere Speicherung zu gewährleisten.

Organisationen im Gesundheitssektor haben mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, darunter die Integration verschiedener Datenprotokolle aus der elektronischen Patientenakte, die ab 2025 flächendeckend in Deutschland zum Einsatz kommen soll, aus medizinischen Bildarchiven, genomischen Sequenzen und Echtzeit-Patientenüberwachungssystemen.

Die Verschmelzung von KI mit Speicherlösungen ermöglicht es, große Datenmengen im Gesundheitswesen automatisiert und effizient zu verwalten. Durch die Nutzung von KI-gesteuerten Speicherplattformen können Gesundheitsdienstleister unterschiedliche Datenquellen harmonisieren, die Interoperabilität erleichtern und Datensicherheit sowie Datenschutz verbessern.

Sorgfältige Vorbereitung für das Training der KI

Im Zusammenhang mit der Entwicklung von KI-Modellen beinhaltet die Datenerfassung die sorgfältige Sammlung und Auswahl relevanter Datensätze, die für das Training des Modells erforderlich sind. Die Qualität, Quantität und Vielfalt der erfassten Daten haben einen großen Einfluss auf die Fähigkeit des KI-Modells, sich zu verallgemeinern und in verschiedenen Szenarien effektiv zu funktionieren.

Sobald die Daten gesammelt sind, werden sie in Vorverarbeitungsschritten für das Training aufbereitet. Dabei werden die Daten bereinigt, um Fehler oder Unstimmigkeiten zu beseitigen, sie werden normalisiert, um Einheitlichkeit zu gewährleisten, und in ein Format umgewandelt, das das Modell effektiv verarbeiten kann.

Eine ordnungsgemäße Vorverarbeitung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Daten für ein sinnvolles Lernen des Modells geeignet sind. Darüber hinaus ist die Trainingseffizienz ein entscheidender Faktor im Modellentwicklungsprozess. Sie bezieht sich darauf, wie effizient das Modell trainiert werden kann, um das gewünschte Leistungsniveau zu erreichen.

Effiziente Trainingsmethoden optimieren die Ressourcennutzung und verkürzen die Trainingszeit, was zu einer schnelleren Modellentwicklung und -bereitstellung führt. Zusammengenommen sind diese Aspekte – Datenerfassung, Vorverarbeitung und Trainingseffizienz – von grundlegender Bedeutung für die Erstellung von KI-Modellen, die genau und robust sind und reale Probleme effektiv lösen können.

Bewältigung der Datenkomplexität

Die Implementierung von KI-Speichern im Gesundheitswesen birgt jedoch auch Herausforderungen. Daten im Gesundheitswesen unterliegen strengen gesetzlichen Anforderungen, die sichere Compliance-Rahmenwerke und Data-Governance-Protokolle erfordern. Darüber hinaus stellt die Heterogenität der IT-Umgebungen im Gesundheitswesen eine Herausforderung für die Integration dar und erfordert flexible und interoperable Speicherlösungen, die verschiedene Datenformate und -protokolle unterstützen.

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Der schiere Umfang und die Komplexität von Patientendaten stellen Organisationen im Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Krankenhäuser werden mit riesigen Mengen an Patientendaten überschwemmt, die von medizinischen Aufzeichnungen bis hin zu Bildgebungsdaten und Forschungsinformationen reichen. Die effiziente Verwaltung dieser Daten ist nicht nur für eine zeitnahe und genaue Versorgung entscheidend, sondern auch für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

KI-gestützte Speicher verwenden ausgefeilte Algorithmen, um Gesundheitsdaten automatisch zu organisieren, und zwar auf der Grundlage von Faktoren wie demografischen Daten des Patienten, Gesundheitszustand und Behandlungsverlauf. Diese intelligente Datenorganisation vereinfacht den Zugriff, den Abruf und die sichere Speicherung von Patientendaten. Außerdem erleichtert sie die nahtlose Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften im Gesundheitswesen und verbessert die allgemeine betriebliche Effizienz.

Digitale Pathologie auf dem Vormarsch

Zusätzlich zu den traditionellen medizinischen Bildgebungsmodalitäten wie MRT-Scans (MRT = Magnetresonanztomographie) und Röntgenaufnahmen hat das Aufkommen der digitalen Pathologie das Volumen und die Komplexität der medizinischen Bildgebungsdaten weiter erhöht. Die Verwaltung und Analyse großer Mengen von Pathologiebildern stellt eine besondere Herausforderung dar und erfordert anspruchsvolle Lösungen für die Datenspeicherung und -verarbeitung.

Moderne Storage-Systeme, die mit KI-gesteuerten Bilderkennungs- und -verarbeitungsfunktionen ausgestattet sind, eignen sich dazu, die Herausforderungen in der digitalen Pathologie zu bewältigen. Solche Systeme ermöglichen eine schnellere Interpretation und Diagnose, wodurch medizinisches Fachpersonal in die Lage versetzt wird, präzise und zeitnahe Entscheidungen zu treffen. Durch die Integration von KI-gesteuerten Speicherlösungen können Gesundheitsorganisationen die Effizienz ihrer Pathologie-Workflows steigern, genauere Diagnosen treffen und letztlich eine bessere Patientenversorgung bieten.

Mit Scale-Out-Lösungen zum Erfolg

Im Gesundheitswesen bieten Scale-Out-Speichersysteme, die durch KI ergänzt werden, unschätzbare Vorteile bei der Verwaltung des exponentiellen Wachstums von Patientendaten und der steigenden Anforderungen der medizinischen Forschung. Durch die Nutzung prädiktiver Analysen können diese Lösungen zukünftige Speicheranforderungen auf der Grundlage historischer Datennutzungsmuster und Arbeitslastcharakteristika vorhersehen und sicherstellen, dass Organisationen im Gesundheitswesen ihre Speicherinfrastruktur nahtlos skalieren können, um wachsende Datenmengen unter Beibehaltung optimaler Leistung und Verfügbarkeit aufzunehmen.

Da KI-gestützte Speicherlösungen weiter auf dem Vormarsch sind, werden die Bereiche Präzisionsmedizin und diagnostische Bildgebung in hohem Maße davon profitieren. Durch die nahtlose Integration unterschiedlicher Datenquellen im Gesundheitswesen und die Stärkung von Cyber-Sicherheitsmaßnahmen ebnen diese Lösungen den Weg für transformative Innovationen in der Patientenversorgung und medizinischen Forschung.

*Der Autor
Alexander Hartmann ist Regional IT Solution Director bei Huawei Technologies Deutschland GmbH. Er sagt: Die Synergie zwischen KI und Datenspeicherung verspricht, das Gesundheitswesen zu revolutionieren, indem sie genauere Diagnosen und personalisierte Behandlungspläne ermöglicht und Patientenergebnisse in Bereichen wie Onkologie und Neurologie verbessert.

Bildquelle: Huawei

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