Die Transformation zum digitalen Verwaltungsdienstleister – Stichwort Smart City – erfordert eine leistungsfähige und skalierbare Speicherinfrastruktur: Das Ziel in Ludwigshafen: Verwaltung wie Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen schnellen Zugriff auf Daten zu gewähren.
In dem roten Gebäude des Bilds ist das Rechenzentrum der Stadt Ludwigshafen am Rhein untergebracht.
(Bild: Stadt Ludwigshafen / Martin Hartmann)
Ob umweltsensitives Verkehrs--Management (UVM), Sprachdialogsystem für die Servicenummer 115 oder das Transformationsvorhaben „Arbeitsplatz der Zukunft“: Bei Projekten für eine digitale, kundennahe und nachhaltige Verwaltung sieht sich die Stadt Ludwigshafen am Rhein in einer Vorbildfunktion.
Damit nicht genug: Mit dem Projekt „Arbeitsplatz der Zukunft“ gewann die Stadt den zweiten Preis beim „eGovernment“-Wettbewerb 2022 in der Kategorie Digitale Transformation. Und im Jahr davor war Ludwigshafen als Partnerin des „Kommunal Campus“ unter den Gewinnern des eGovernment-Wettbewerbs.
Eines der großen Modernisierungsprojekte ist die Digitalisierung von Akten. Hier kommt auf die Ludwigshafener Verwaltung eine Masse an Daten und Metadaten zu, die zu speichern sind und auf die ein performanter Zugriff möglich sein muss.
Ludwigshafen am Rhein
Die Stadt Ludwigshafen am Rhein ist mit 172.000 Einwohnern eine von drei Großstädten in der Metropolregion Rhein-Neckar und mit Weltunternehmen der chemischen Industrie wirtschaftliches Kraftzentrum in Rheinland-Pfalz. Die Stadtverwaltung ist in fünf Dezernate aufgeteilt, in denen rund 3.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind.
Der Bereich IT-Dienste und IT-Service mit insgesamt 54 Mitarbeitenden ist dem Dezernat 1 zugeordnet und gliedert sich in die Abteilungen Neue IT-Lösungen mit strategischem Ausbau, IT-Verfahrensbetreuung, Datacenter-Leistungen und Netzdienste, „SAP-HCM“ und Berichte sowie IT-Management. Die IT versteht sich als moderne Servicedienstleisterin nicht nur für die Verwaltung, sondern auch für den Stadtkonzern und die Umgebung.
Die Anforderung
Mit dem Vertragsende für die damals bestehende Infrastruktur im Blick begann das Team von Thorsten Langguth, Teamleiter IT-Planung, frühzeitig mit der Suche nach einer neuen leistungsfähigen Speicherlösung. Diese sollte Kapazitäten nach oben und unten skalieren können und zwei entfernt gelegene Standorte miteinander koppeln.
„Als wir das neue Storage-System mit zwei hochverfügbaren Produktivtürmen für zwei neue Rechenzentren planten, hatten wir es mit außergewöhnlichen Herausforderungen zu tun: den Umzug in neue Räume im laufenden Betrieb, da das alte Rechenzentrum abgerissen wird, die optimale Aufteilung der Infrastruktur auf zwei neue Standorte, das schwer einzuschätzende Datenwachstum durch die Digitalisierung sowie die globalen Lieferschwierigkeiten von Komponenten“, erinnert sich Langguth.
Beispiel Digitalisierung des Papierarchivs: Dies stellt völlig neue Anforderungen an Storage-Systeme, weil niemand tatsächlich vorhersagen kann, wie schnell die Menge an Daten zunehmen wird. Zum Beispiel gehen Bürger oder Bürgerinnen derzeit zur Bauaufsicht, um eine Auskunft über ein Flurstück einzuholen. Künftig jedoch sollen Informationen elektronisch zur Verfügung stehen.
„Spätestens dann, wenn jemand einen neuen Bauantrag stellt, der entsprechend der Bauunterlagenprüfverordnung digital vorzulegen ist, muss eine Archivakte zur Grundlagenermittlung eingescannt werden, damit sich alle Abläufe elektronisch nachvollziehen lassen“, erläutert Langguth und setzt hinzu: „Dann gibt es noch die Perspektiven interkommunale Zusammenarbeit – im Moment eine Rechnung mit mehreren Unbekannten. Hierbei geht es um die Frage, welche Daten von anderen Gebietskörperschaften wir in Zukunft mitspeichern könnten. Das erfordert ein hochperformantes, mandantenfähiges Speichersystem“, so Langguth.
Die Lösung
Nach einer detaillierten Planungsphase erfolgte die formelle Ausschreibung, daran anschließend die Sichtung der Angebote und die Verhandlung mit den Bietern. Nach der Entscheidungsphase gab das beste Preis-/Leistungsverhältnis den Ausschlag für die Pay-per-Use-Lösung „Uscale“ von Fujitsu und die Concat AG als Dienstleister. Beim verbrauchsbasierten Vertragskonstrukt steht die neue Speicherinfrastruktur in den Rechenzentren der Stadt Ludwigshafen, gehört aber dem Hersteller Fujitsu. Für die genutzten Kapazitäten bezahlt die Stadt eine verbrauchsbasierte Monatspauschale.
Als Produktivsysteme für die beiden Rechenzentrumsstandorte wählte die Stadt Ludwigshafen zwei „Fujitsu Eternus AF250 S3“ mit jeweils knapp 400 Terabyte (TB) Bruttovolumen. Als Backup-to-Disk-System fungiert „Eternus DX205“ mit 672 TB.
Für eine hohe Ausfallsicherheit sorgen zwei „Fujitsu-Quorum“-Server, die aus KRITIS-Gründen an einem dritten, redundant angebundenen Standort der Stadtverwaltung stehen. Diese prüfen Tag und Nacht, ob beide Eternus AF250 produktiv sind. Sollte ein Standort ausfallen, übernimmt der andere die gesamte Last.
Das Netz
Das Team um Langguth hat mithilfe von Concat auch die Fibre-Channel-Infrastruktur zukunftsfähig gestaltet. Die insgesamt sechs neuen Brocade-Switches ermöglichen nun 32 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) statt 16 GBit/s.
Sie verbinden die Speichersysteme mit der VMware-basierten Serverumgebung, und zwar sowohl innerhalb eines Standortes als auch standortübergreifend. Zwischen den zwei Rechenzentren waren auch die Multiplex-Systeme bereitzustellen, die dafür sorgen, dass es bei der Datenübertragung aufgrund der Entfernung zu geringstmöglichen Verzögerungen kommt.
Stand: 08.12.2025
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Um einen reibungslosen Betrieb der Speicherinfrastruktur, der SAN-Switches, der Multiplexsysteme sowie der Backup-Software zu gewährleisten, hat die Stadt Ludwigshafen einen Supportvertrag mit Concat auf fünf Jahre geschlossen. Das Technikerteam ist verantwortlich für den kompletten Betrieb der Speicherinfrastruktur inklusive Überwachung, Fehlerbehebung, proaktivem Management der Backups sowie Speichererweiterungen.
Die Vorteile
„Die Migration verlief reibungslos ohne Verluste und schneller als gedacht. Das ist sehr gut“, resümiert Langguth. Ursprünglich hatte das IT-Planungsteam einen Zeitraum von vier Wochen für den Umzug der Infrastruktur sowie die Datenmigration vorgesehen. Durch die Vorbereitung mit intensiven Tests und aufgrund der Schnelligkeit der Fujitsu-Systeme war der gesamte Transfer innerhalb von zwei Wochen im Frühjahr 2022 erledigt.
Der Zero-Capex-Ansatz von Fujitsu und die einfache Erweiterbarkeit waren wesentliche Kriterien bei der Entscheidung für Uscale. „Besonders gut ist, dass wir keine Investitionen tätigen mussten. Als öffentlicher Auftraggeber sind wir nicht so frei bei der Entscheidung wie die Wirtschaft“, erinnert Langguth.
Als großen Vorteil der neuen Produktivsysteme nennt der Planungsexperte die reine All-Flash-Technologie mit schnellen SSD-Platten. Die Fujitsu-Systeme bieten eine enorm hohe Zahl an IOPS für den gleichzeitigen Zugriff von mehreren Usern - das Fünf- bis Zehnfache im Vergleich zu den vorherigen Systemen.
Für fünf Jahre
„Jetzt bekommt jede Applikation gleich schnelle Reaktionszeiten, dadurch konnten wir das vorherige Tiering-Modell mit Preisklassen komplett ablösen“, so Langguth. „Das vereinfacht auch die interne Verrechnung der Leistung, da es nur noch einen pauschalen Preis für Speicherplatz gibt.“
Insgesamt befinden sich bei der Stadt Ludwigshafen 600 verschiedene Software-Arten im Einsatz. Die Hauptapplikationen sind das Finanzwesen, das Geo-Informationssystem, Datenbanken und File-Services sowie die üblichen Verfahren einer größeren Verwaltung wie Ausländerbehörde oder Ordnungsamt. Mit dem Uscale-Finanzmodell hat die Stadt Ludwigshafen nun Flexibilität über die kommenden fünf Jahre.