Verstecktes Einsparpotenzial Rechenzentren sollten auf hydraulischen Abgleich setzen

Ein Gastbeitrag von Stefan Fröb* 4 min Lesedauer

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Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass die Kälteleistung im Rechenzentrum effizient und bedarfsgerecht verteilt wird. Das senkt nicht nur den Energieverbrauch und die Betriebskosten, sondern unterstützt auch die Erfüllung der Anforderungen des Energie-Effizienzgesetzes (EnEfG). Und warum ist das so?

Ein hydraulischer Abgleich kann nicht nur eine Maßnahme zur Betriebsoptimierung sein, sondern auch ein relevanter Bestandteil einer zukunftsfähigen, Energie-effizienten und vor allem ökologischen Infrastruktur. (Bild:  Holger Luck - stock.adobe.com)
Ein hydraulischer Abgleich kann nicht nur eine Maßnahme zur Betriebsoptimierung sein, sondern auch ein relevanter Bestandteil einer zukunftsfähigen, Energie-effizienten und vor allem ökologischen Infrastruktur.
(Bild: Holger Luck - stock.adobe.com)

Rechenzentren sind essentielle Bestandteile einer digitalen Gesellschaft und zählen zu den Energie-intensivsten Infrastrukturen einer vernetzten Welt. Angesichts gesetzlicher Vorgaben wie dem Energie-Effizienzgesetz (EnEfG) ist die Optimierung nicht nur ein ökonomisches, sondern auch Gesetz.

Wer langfristig wirtschaftlich, gesetzeskonform und klimafreundlich arbeiten will, muss jetzt handeln und die Kühlanlage im Rechenzentrum optimieren. Der temperaturbasierte hydraulische Abgleich stellt hier eine minimalinvasive und schnelle Lösung mit hohen Einsparpotenzialen dar.

Mit dem EnEfG hat der Gesetzgeber klare Anforderungen an die Rechenzentrumsenergie-Effizienz formuliert. Im Zentrum steht die so genannte Power Usage Effectiveness (PUE), also das Verhältnis von Gesamtenergieverbrauch zu tatsächlicher IT-Leistung. Ziel ist es, den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten.

Das Angebot vom Mywarm

Mywarm hat mit seinem temperaturbasierten Verfahren für den hydraulischen Abgleich bereits über 180.000 Heizflächen abgeglichen – mit Einsparungen von bis zu 35 Prozent. Mit „Mywarm–Cool“lässt sich diese Technik auch für wassergeführte Kühlsysteme anwenden. Das patentierte Verfahren basiert auf präzisen Temperaturmessungen in Echtzeit und eigens entwickelten, KI-gestützten Algorithmen.

Für Rechenzentren bedeutet das eine Optimierung der Klima-Anlage ohne bauliche Eingriffe, eine spürbare Energie-Einsparung bei Kühlung und Pumpenleistung, einen konkreten Beitrag zur Einhaltung der EnEfG-Vorgaben.

Die konkreten EnEfG-Vorgaben lauten: Rechenzentren, die vor dem 1. Juli 2026 in Betrieb genommen wurden, müssen ab Juli 2027 einen PUE von maximal 1,5, ab Juli 2030 sogar 1,3 einhalten. Neue Rechenzentren mit Betriebsaufnahme ab Juli 2026 müssen spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme einen PUE von 1,2 erreichen. Verstöße gegen diese Vorgaben gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Effiziente Kühlverteilung ist Pflicht

In Rechenzentren ohne optimiertes Kühlsystem wird das Kaltwasser durch die Kühlanlage geleitet, ohne effizient verteilt zu werden. Das Ergebnis ist, dass nahegelegene Kühlflächen überversorgt werden, während weiter entfernte Serverräume zu wenig Kälte erhalten. Die Kühlleistung wird also dort erbracht, wo sie nicht gebraucht wird.

Die Folge: Der Energieverbrauch steigt durch unnötig starke Pumpenleistung. Gleichzeitig nehmen Strömungsgeräusche und Temperaturschwankungen zu, was sensible IT-Systeme gefährden und zu einem ineffizienten Betrieb führen kann. Wenn die Kühlleistung nicht zielgerichtet erfolgt, steigen die Betriebskosten unkontrolliert. Ein hydraulischer Abgleich der Kühlanlage sorgt dafür, dass die Kühlenergie dort ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird – präzise, effizient und stabil.

Die temperaturgestützten Verfahren

Zugleich gewinnen temperaturgestützte Verfahren zur Systemoptimierung an Bedeutung, insbesondere bei komplexen oder schwer zugänglichen Anlagen. Anders als klassische Berechnungsmethoden setzen sie auf die kontinuierliche Erfassung realer Betriebsdaten im laufenden Systembetrieb. Mithilfe von Sensoren werden Temperaturverläufe an zentralen Stellen im Gebäude aufgezeichnet. Die erfassten Daten bilden die Grundlage für eine iterative Anpassung der Systemsteuerung – so lange, bis eine bedarfsgerechte Versorgung mit Kälte in allen Zonen erreicht ist.

Diese datengestützte Herangehensweise ermöglicht, das sich die Systeme auch ohne vorab einstellbare Ventile mit einem hohen Präzisionsgrad optimieren lassen. Zudem werden Unregelmäßigkeiten im hydraulischen Abgleich, etwa durch fehlerhafte Einstellungen oder Störungen im Systemfluss, frühzeitig identifiziert.

Im Vergleich zu modellbasierten Berechnungen erlaubt die Auswertung tatsächlich gemessener Raumtemperaturen eine dynamische Feinjustierung, die über standardisierte Planwerte hinausgeht. Insbesondere bei Anlagen, deren Nutzung sich über Zeiträume oder Jahreszeiten hinweg verändert – beispielsweise durch temporäre Nutzungsänderungen oder energetische Sanierungen – ermöglicht dieses Verfahren eine deutlich höhere Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit.

Messung schlägt Modell

In der Praxis zeigt sich, dass temperaturbasierte Optimierungsansätze besonders dort wirksam sind, wo statische Annahmen an ihre Grenzen stoßen: bei variablen Bedarfen, in nicht standardisierten Gebäudestrukturen oder bei fehlender Dokumentation der ursprünglichen Anlagenkonfiguration.

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Ein weiterer Vorteil des temperaturbasierten Verfahrens ist die Verwendung in Diagnose-Tools. Die Temperaturmessungen an allen Kühlstellen machen unsichtbare Probleme im System sichtbar. Dazu zählen beispielsweise falsch angeschlossene Leitungen, über- oder unterdimensionierte Pumpen, nicht abgestimmte Regelstrategien sowie Leistungseinbußen durch verschlammte oder verstopfte Leitungen.

Diese Erkenntnisse ermöglichen eine gezielte Behebung, bevor es zu teuren Schäden oder Ausfällen kommt. Für Betreiber ist das ein klarer Vorteil gegenüber pauschalen Maßnahmen, die häufig an der wahren Ursache vorbeigehen.

Ein Pluspunkt für Nachhaltigkeitsberichte

Im Rahmen von ESG-Berichterstattung, EU-Taxonomie und Nachhaltigkeitszertifizierungen – wie etwa LEED, DGNB oder BREEAM – bieten die Maßnahmen zudem einen dokumentierbaren Effizienzfortschritt. Sie stärken somit nicht nur die Umwelt-Performance, sondern auch die Investitionssicherheit.

Wer die Kühlung im Rechenzentrum optimieren möchte, sollte deshalb nicht auf kurzfristige Notlösungen wie erhöhten Pumpendruck oder tiefere Kältetemperaturen setzen. Diese Maßnahmen steigern lediglich den Energieverbrauch, ohne die Ursache des Problems zu beheben.

Auch ein Tausch der Anlage oder größere Umbauarbeiten können hohe Kosten verursachen, ohne die Energie-Effizienz tatsächlich zu steigern. Der nachhaltige Weg zu mehr Energie-Effizienz führt eben, wie gezeigt über den hydraulischen Abgleich der Klima-Anlage.

*Der Autor
Stefan Fröb ist Vertriebsleiter bei Mywarm. Er sagt: Eine effiziente Kälteverteilung ist eine Grundlage für stabile IT-Infrastruktur.

Bildquelle: Mywarm

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