Europäische Betreiber setzen auf Solarstrom in den Emiraten Qubite baut nachhaltige Rechenzentren in Abu Dhabi

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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Das Start-up Qubite International will europäische Kunden mit Rechenleistung aus Abu Dhabi versorgen. Grundlage ist Solarstrom aus der Wüste, kombiniert mit Pionierarbeit im Crypto-Mining und Plänen zur Abwärmenutzung für Trinkwasseraufbereitung.

Abu Dhabi als neuer Rechenzentrumshotspot? Die Gründer von Qubite Tajo Adler und Christoph von Goßler zeigen auf, welche Vorteile der Standort bietet.(Bild:  Abú Dhabí /Petr Kadlec / CC BY-SA 2.0)
Abu Dhabi als neuer Rechenzentrumshotspot? Die Gründer von Qubite Tajo Adler und Christoph von Goßler zeigen auf, welche Vorteile der Standort bietet.
(Bild: Abú Dhabí /Petr Kadlec / CC BY-SA 2.0)

Qubite International mit Sitz in Abu Dhabi betreibt bereits fünf Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Hinter dem Unternehmen stehen die Gründer Christoph von Gossler und Tajo Adler, die mit einem deutsch-arabischen Team auf nachhaltige Rechenleistung setzen. Während vor Ort seit Jahren Mining-Rechenzentren betrieben werden, erweitert das Unternehmen das Geschäftsmodell nun um Co-Location für GPU- und KI-Server.

Am 18. August haben sich die Qubit-Gründer Christoph von Gossler und Tajo Adler und Ulrike Ostler, Chefredakteurin DataCenter-Insider, im virtuellen Studio getroffen.(Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Am 18. August haben sich die Qubit-Gründer Christoph von Gossler und Tajo Adler und Ulrike Ostler, Chefredakteurin DataCenter-Insider, im virtuellen Studio getroffen.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Die Vision der Betreiber: Rechenleistung zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. In Abu Dhabi entsteht aktuell der weltgrößte Solar- und Speicherpark mit 5,2 Gigawatt Leistung, aus die Infrastruktur von Qubite langfristig ein Gigawatt Solarstrom beziehen soll. Schon heute stammen laut Adler rund 60 Prozent der Energie für die Rechenzentren aus Photovoltaik. Im Gegensatz zu europäischen Modellen setzt Qubite nicht auf CO2-Zertifikate, sondern auf direkt genutzten Solarstrom.

Daten statt Strom transportieren

Qubite richtet sein Angebot gezielt an europäische Kunden. Statt Strom nach Europa zu exportieren, sollen die Daten aus Abu Dhabi über internationale Glasfaser- und Seekabelnetze übertragen werden. Die Latenz zwischen Deutschland und den Emiraten liegt nach Unternehmensangaben zwischen 80 und 120 Millisekunden. Damit eignet sich der Standort für Anwendungen wie KI-Training, Forschung oder Film-Rendering, allerdings weniger für zeitkritische Prozesse.

Ein zentrales Thema ist die Einhaltung europäischer Datenschutzstandards. Die Betreiber verweisen auf das seit 2022 geltende „Personal Data Protection Law“ der VAE, das sich in wesentlichen Punkten an der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) orientiert. Zudem sind deutsche Vertriebs- und Service-Einheiten vorgesehen, um Kunden näher zu betreuen.

Die Podcast-Folge #54 „Ausgerechnet Rechenzentren in den Vereinigten Emiraten? Unter DSGVO? Mit Unternehmern aus Hamburg?“ mit Qubite-Gründer Tajo Adler und Christoph von Gossler und Ulrike Ostler der DataCenter Diaries findet sich auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer und Amazon Musik.

Energie-Effizienz und Abwärmenutzung

Trotz Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius in den Emiraten sehen die Betreiber keine Risiken für den stabilen Betrieb. Neben klassischen Kühlsystemen wird an Konzepten zur Abwärmenutzung gearbeitet. Ein Zukunftsprojekt ist die Aufbereitung von Trinkwasser mithilfe von Rechenzentrumsabwärme, und das unter dem Schlagwort „Sonne, Cloud und Meer“.

Neben europäischen Mittelständlern adressiert Qubite auch Kunden aus der Schweiz und will langfristig in der gesamten Golfregion expandieren. Der Marktauftritt ist erst wenige Wochen alt, erste Gespräche laufen. Bis 2030 plant das Unternehmen, ausschließlich Solarstrom zu nutzen, die Rechenzentrumskapazitäten deutlich auszubauen und die Abwärmeverwertung praktisch umzusetzen.

Über Qubite International L.L.C.

Am 15. Juli 2025 hat Qubite International seine Geschäftsaktivitäten aufgenommen. Die Geschäftsführerin ist Melina Kiesslich, die seit sechs Jahren bereits mehrere Datacenter in den VAE leitet.

Rechenleistung umweltbewusst und bezahlbar anzubieten, bildet den Kern des Unternehmensportfolios. Um Cloud-Computing, Server-Housing und Co. nicht nur mit ökonomischem, sondern auch mit ökologischem Mehrwert bereitzustellen, setzt der Rechenzentrum-Anbieter in erster Linie auf die Kraft der Sonne. Kunden genießen laut Anbieter einen Kostenvorteil von bis zu 80 Prozent im Vergleich zur Energie-Aufwendung hierzulande.

Als verlässlichen Standort für seine vorwiegend solarbetriebenen Rechenzentren hat Qubite International die Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate gewählt: Sonnenschein an 365 Tagen im Jahr.

Während sich die IT-Infrastruktur vor den Toren Abu Dhabis befindet, agiert die Qubite Deutschland GmbH als lokaler Ansprechpartner für die deutschen Kunden. Bei allen Dienstleistungen gewährleistet das Tech-Unternehmen die Einhaltung von EU-Richtlinien.

Gegründet hat das Unternehmen Tajo Adler aus Hamburg. Er sagt: „Eine klimasensitive Unternehmensführung und Wirtschaftlichkeit widersprechen sich nicht, sondern bedingen sich vielmehr.“

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