KI-Rechenzentrum und grüne Energie Polarise baut die nächste AI Factory - im Unterallgäu

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Polarise plant einen weiteren AI-Factory-Standort in Bayern: Im Gemeindegebiet Amberg im Landkreis Unterallgäu, rund 76 Kilometer westlich von München, soll ein KI-Rechenzentrum mit zunächst 30 Megawatt (MW) Leistung entstehen. Als Gelände dient das frühere Kurzwellensender Wertachtal.

Kurz vor den Toren von Amberg (Schwaben) liegt das Gelände, auf dem Polarise die so genannte KI-Fabrik aufzieht.(Bild:  Amberg /Sergei Gussev / CC BY-SA 2.0)
Kurz vor den Toren von Amberg (Schwaben) liegt das Gelände, auf dem Polarise die so genannte KI-Fabrik aufzieht.
(Bild: Amberg /Sergei Gussev / CC BY-SA 2.0)

Polarise erwirbt das frühere Kurzwellensenders Wertachtal sowie die angrenzenden Grundstücke von einem Konsortium aus den Stadtwerken Bad Vilbel und einer lokalen Bürgerstiftung. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Das dortige Gebäude soll zu einem KI-tauglichen Rechenzentrum umgebaut werden. Der Betrieb ist für Mitte 2027 geplant, eine Erweiterung auf bis zu 120 Megawatt (MW) ist vorgesehen.

Polarise setzt auch in Amberg auf sein „AI Pod"-Konzept: Modulare Hochleistungsrechner-Einheiten, die in bestehende Gebäude integriert werden. Den Angaben zufolge konnte das Unternehmen seinen Münchner Standort im Tucherpark in nur sechs Monaten von der Planung bis zur Inbetriebnahme realisieren. Bei herkömmlichem Neubau sind zwei bis drei Jahre üblich.

Hintergrundwissen

Geschichte des Standorts Kurzwellensendeanlage Wertachtal

Die Kurzwellensendeanlage Wertachtal war von 1972 bis 2013 die größte Kurzwellensendeanlage Europas und drittgrößte weltweit. Errichtet wurde sie 1969, um die Olympischen Spiele 1972 von München in die ganze Welt zu übertragen. Betreiber war zunächst die Deutsche Bundespost und später Media Broadcast (Freenet). Vor dem Abriss 2014 fand die letzte Führung statt. 2017 ging auf dem Gelände ein Solarpark der WV Energie aus Bad Vilbelin Betrieb.

Solarpark, Windpark und Blockheizkraftwerk

Für die Energieversorgung des Standorts kooperiert Polarise mit WV Energie aus Bad Vilbel. Das Unternehmen betreibt auf dem ehemaligen Sendezentrum-Gelände bereits eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit rund 70 Megawatt peak (MWp) Leistung. Ergänzend sind ein neuer Solarpark mit bis zu 35 MWp und ein Windpark mit 21 MW Leistung geplant.

Batteriespeicher sollen die Versorgung stabilisieren. Zusammen mit Blockheizkraftwerken soll die gesicherte erneuerbare Kapazität auf bis zu 120 MW ausgebaut werden.

Polarise auf Expansionskurs

Kürzlich hat Polarise seine AI Factory in München eröffnet. Im Februar 2026 hat die Investment-Gesellschaft SWI Stoneweg Icona Group eine Mehrheitsbeteiligung an Polarise erworben. Zuvor hatte das Unternehmen eine Finanzierung durch Macquarie erhalten. Polarise betreibt auch einen Standort in Oslo und ein weiterer Standort bei Frankfurt am Main ist in Planung.

(ID:50783770)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung