Diese Fristen gelten demnächst für Datacenter Pflichten, Fristen, PUE-Ziele – Das sind die neuen EnEfG-Maßgaben

Quelle: Eaton 2 min Lesedauer

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Bis Mitte Juli 2025 müssen Rechenzentren ein zertifiziertes Energie- oder Umwelt-Managementsystem umsetzen. Das ist nur eine von vielen Fristen, die das EnEfG vorschreibt. Eaton listet die Stichtermine auf.

EnEfG verschärft Vorgaben für Rechenzentrumsbetreiber. Alle Fristen im Überblick.(Bild: ©  SeiryuFujin - stock.adobe.com)
EnEfG verschärft Vorgaben für Rechenzentrumsbetreiber. Alle Fristen im Überblick.
(Bild: © SeiryuFujin - stock.adobe.com)

Mit dem im September 2023 verabschiedeten Energie-Effizienzgesetz (EnEfG) verfolgt der Bund ambitionierte Ziele zur Reduzierung des Energieverbrauchs von Rechenzentren. Im Juli 2025 läuft eine der Fristen ab: Datacenter-Betreiber mit einem Endenergieverbrauch, die jährlich mehr 7,5 Gigawatt (GW) zählen, müssen bis zum 18.07 2025 ein zertifiziertes Energie-Management-System (EnMS) oder Umwelt-Management-System (UMS) implementiert haben, das mindestens 90 Prozent des Gesamtverbrauchs abdeckt. Doch auch Betreiber mittlerer Anlagen mit mehr als 300 kW Anschlussleistung müssen zahlreiche Anforderungen beachten.

Das sind die zentralen Fristen und Vorgaben im Überblick

Neben der Pflicht zur schrittweisen Steigerung der Ökostromnutzung bis 2027 zählt auch der Power Usage Effectiveness-Grenzwerte (PUE) von kleiner als oder gleich 1,5 ab 2027 für Bestands-Rechenzentren und kleiner als oder gleich 1,2 für Neubauten ab Juli 2026 zu den Kernelementen des Gesetzes.

Vorgabe Frist Betroffene Rechenzentren
Ökostromnutzung ≥ 50 % 01.01.2024 Alle
Ökostromnutzung 100 % 01.01.2027 Alle
EnMS/UMS-Einrichtung 18.07.2025 Ab 300 kW
EnMS/UMS-Zertifizierung 01.01.2026 Öffentlich ≥ 300 kW / Privat ≥ 1 MW
Energiebedarfsdatenbericht (erstmalig) 15.05.2024 ≥ 500 kW
Energiebedarfsdatenbericht (erstmalig) 01.07.2025 300–500 kW
Folge-Meldungen Verbrauchsdaten 31.03. (jährlich für das Vorjahr) Ab 300 kW
Abwärmeplattform Meldung Erstmals 01.01.2025, dann 31.03. jährlich ≥ 2,5 GWh
PUE ≤ 1,50 01.07.2027 bereits bestehende
PUE ≤ 1,30 01.07.2030 bereits bestehende
PUE ≤ 1,20 Ab Inbetriebnahme (≥ 07/2026) Neubauten
Sukzessive Steigerung der Abwärmenutzung (10 %; 15 %; 20 %) 07/2026 → 07/2028 Alle

Quelle: Eaton

Unklare Definitionen erschweren Umsetzung

Laut Branchenberatern besteht vielerorts noch Unsicherheit darüber, welche Infrastrukturen genau betroffen sind. Problematisch ist insbesondere die Definition der „nicht-redundanten Nennanschlussleistung“. Das trifft beispielsweise in Fällen zu, in denen auf dem Firmengelände ein eigenes Rechenzentrum mit gemischter Nutzung betrieben wird. Das kann dazu führen, dass Betreiber relevante Fristen oder Pflichten übersehen.

Zudem erreichen viele Bestandsrechenzentren die geforderten PUE-Werte nicht und müssen nachrüsten und das bei begrenztem zeitlichen Vorlauf und Investitionsspielraum.

Das sind die Techniken für mehr Effizienz

Neben klassischen Maßnahmen wie effizienteren Servern und Kühlstrukturen rücken modulare Energieversorgungstechniken wie Electronic Proof of Delivery, also elektronischer Zustellnachweis (kurz: EPOD) in den Fokus. Diese vorab konfektionierten Module integrieren Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Stromverteilung, Kühlung und Steuerung in einem System und ermöglichen nicht nur eine schnellere Bereitstellung, sondern auch eine verbesserte Energie-Effizienz im Betrieb.

Moderne USV-Systeme bieten zusätzliche Optimierungspotenziale, unter anderem durch geringere Verlustleistungen und die Integration von Lithium-Ionen-Batterien. Letztere erlauben in Kombination mit „Energy Aware“-Konzepten, also der USV von Eaton, sogar Einnahmen durch Bereitstellung von Flexibilität am Energiemarkt.

Eine ganzheitlich gedachte Energie-Infrastruktur

Eaton empfiehlt Rechenzentrumsbetreibern, frühzeitig auf systemische Planung zu setzen. Eine digital koordinierte, ganzheitlich gedachte Energie-Infrastruktur kann technische und wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren. Ziel soll eine integrierte Architektur sein, die alle Komponenten entlang des Energiekreislaufs aufeinander abstimmt.

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